Altbekannte Probleme

Anfang hat keine Position für Johannes Eggestein

In der vergangenen Saison war Johannes Eggestein ausgeliehen und überzeugte. Nun will der Angreifer bei Werder wieder durchstarten, doch es gibt ein bekanntes Problem: Sein Trainer hat keine Position für ihn.
05.07.2021, 12:13
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Er war der Matchwinner: Johannes Eggestein hatte den SV Werder Bremen am Sonntag mit seinem späten Tor zum 1:0-Testspielsieg gegen ZSKA Sofia geschossen. Es war sein zweiter Treffer im dritten Testspiel dieser Vorbereitung. Und trotzdem ist „Jojo“ noch lange kein Gewinner bei den Grün-Weißen. Denn der neue Coach Markus Anfang weiß nicht so recht, was er mit dem Angreifer anfangen soll. Gut möglich, dass Eggestein nach seiner erfolgreichen Ausleihe an den Linzer ASK nicht bei Werder bleibt, sondern weiterzieht.

„Für Jojo ist die Situation natürlich ein bisschen schwieriger“, sagte Anfang, als er nach dem Spiel eine Einschätzung zu Eggestein abgeben sollte: „Jojo ist eigentlich ein Spieler, der um den Stürmer herumspielt. Die Position haben wir jetzt nicht so wirklich da.“ Denn der Coach setzt auf einen klassischen Mittelstürmer und eine echte Flügelzange. In den ersten Testspielen hatte sich Eggestein noch mit Niclas Füllkrug als Sturmspitze abwechseln dürfen. Doch nach der Rückkehr von Josh Sargent und Yuya Osako, die wegen ihrer Länderspiele etwas länger Urlaub machen durften, ist dort kein Platz mehr. Gegen Sofia musste Eggestein auf den Flügel ausweichen. „Ich finde, er hat es ganz ordentlich gemacht“, gab es dafür zumindest ein kleines Lob von Anfang.

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Ein bisschen verwunderlich ist der Umgang mit Eggestein allerdings schon. Denn der 23-Jährige hat eine erfolgreiche Saison hinter sich. In 28 Ligaspielen gelangen ihm in Österreich zwölf Tore und sieben Assists. Das Ziel der Ausleihe, Spielpraxis zu sammeln und Selbstbewusstsein zu tanken, wurde absolut erreicht. Jetzt könnte bei Werder der nächste Schritt folgen – vor allem nach dem Abstieg. Doch es wirkt so, als würde Werder ihm das nicht zutrauen. Auch Sportchef Frank Baumann hatte sich zuletzt eher zurückhaltend zu Eggestein geäußert und angemerkt, dass es in Anfangs System nicht die optimale Position für den Angreifer gibt. Der Vertrag des gebürtigen Hannoveraners, der schon seit 2015 bei Werder ist, läuft nur noch ein Jahr. Eine weitere Ausleihe wäre nur bei einer Vertragsverlängerung möglich, gilt aber als unwahrscheinlich. Es ist der Zeitpunkt gekommen, eine endgültige Entscheidung zu treffen: Setzt Werder auf Eggestein oder nicht? Und gleichzeitig muss auch der Spieler überlegen, ob er den Verantwortlichen vertraut und seine Zukunft in Bremen sieht.

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