Konkurrenzkampf im Kader Werder-Coach hat im offensiven Mittelfeld große Auswahl

Gleich vier Spieler buhlen bei Werder um die beiden Achterpositionen im 3-5-2-System von Ole Werner. Eine solche Auswahl zu haben, gefällt dem Trainer.
09.01.2022, 18:16
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Eigentlich war da gar keine Lücke zwischen all diesen Beinen. Zu sehen war sie jedenfalls nicht. Weshalb es durchaus als kleines Kunststück beschrieben werden darf, dass Niklas Schmidt sie trotzdem gefunden hat. Während des Testspiels bei Zweitliga-Rivale Hannover 96 (2:2) hatte der 23-Jährige zunächst elegant seine Gegenspieler aussteigen lassen, um den Ball dann im Strafraum unter Bedrängnis überlegt ins lange Eck zu schieben. Eine Szene, die für Werder das zwischenzeitliche 1:1 bedeutete – die für Schmidt persönlich aber weitaus mehr wert sein könnte. Nach für ihn zuletzt schwierigen Wochen hat er endlich mal wieder ein Ausrufezeichen gesetzt und sich damit rechtzeitig vor dem Pflichtspielstart zurückgemeldet im wohl größten Konkurrenzkampf, den der Bremer Kader hergibt. Gleich vier Spieler buhlen um die beiden Achterpositionen im 3-5-2-System von Trainer Ole Werner, der diesen Umstand sichtlich genießt.

„Das ist eine Situation, die du als Trainer haben willst“, sagte der 33-Jährige nach der Partie in Hannover – und hob hervor: „Alle Vier sind eine Option, denn sie können das auf gutem Zweitliga-Niveau spielen.“ Ein Lob, das neben Schmidt auch an Romano Schmid sowie Nicolai Rapp und vermutlich sogar noch ein bisschen mehr an Leonardo Bittencourt gerichtet war. Zwar verpasste der 28-Jährige wegen muskulärer Probleme die beiden Winter-Testspiele gegen Drittligist Viktoria Berlin (3:0) und nun auch in Hannover – gesetzt ist er unter Werner aber wohl trotzdem. „Ich gehe davon aus, dass er in der neuen Woche wieder zur Mannschaft stößt“, sagte der Coach, der in diesem Fall das Düsseldorf-Spiel mit Bittencourt in der Startelf planen dürfte. So, wie er es in bisher allen drei Liga-Partien als Werder-Coach getan hatte.

Gegen Aue (4:0), Regensburg (3:2) und Hannover (4:1) hatte Bittencourt jeweils überzeugt, hatte insgesamt ein Tor und eine Vorlage beigesteuert und das Team mit seiner Art mitgerissen. Heißt: Ist der Mann mit der Rückennummer 10 fit, streiten sich im Grunde die drei anderen Achter um den Platz an seiner Seite.

Romano Schmid dürfte dabei aktuell weiterhin die besten Karten haben. Auch er gehörte der Startelf an, der Werner zuletzt dreimal in Serie in der Liga vertraut hatte – und auch er zahlte es mit guten Leistungen (und zwei Toren) zurück. Künftig, so deutete es Werner in Hannover an, könnte er die Besetzung der Acht aber durchaus abhängig vom Gegner vornehmen. „Wir haben verschiedene Möglichkeiten, um auf unterschiedliche Anforderungen am Spieltag reagieren zu können“, sagte der Coach und verwies darauf, dass das Bremer Quartett für die Acht aus „unterschiedlichen Spielertypen“ bestehe.

Während die Techniker Bittencourt und Schmid anhand ihrer Spielweise und Körpergröße – Bittencourt ist 1,71 Meter groß, Schmid 1,68 Meter – noch am ehesten miteinander vergleichbar seien, stellen Rapp und Schmidt echte Alternativen dar. „Rappo ist jemand, der vor allem über die Physis und defensive Stabilität kommt“, sagte Werner. Und jemand, der nach seiner überstandenen Corona-Infektion sowie der damit verbundenen Pause nun unbedingt zurück will ins Team. Ähnlich sieht es bei Schmidt aus, dem Lückenfinder von Hannover, den Werner wie folgt als Achter charakterisierte: „Er holt sich die Bälle eher tiefer ab als die anderen und hat auch seine Qualitäten.“ Eine davon sind zweifellos die Standards, die wohl kein Bremer gefährlicher tritt als Schmidt an guten Tagen.

Und dennoch: Ins Rennen um die Acht geht er gefühlt von der vierten Position aus, was auch mit Pech zu tun hat. Als Werner Trainer in Bremen wurde, saß Schmidt gerade in Quarantäne, verpasste also die ersten Wochen mit dem neuen Chef. „Ich kannte ihn vor dem Winter quasi gar nicht, weil er nur zweimal auf dem Trainingsplatz stand“, sagte Werner. Und weiter: „Erst jetzt lerne ich ihn kennen.“ Ein Schmidt-Tor wie das in Hannover dürfte dabei helfen.
 

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