Nach sechseinhalb Jahren

Zetterer freut sich über Werder-Debüt

Es war ein Debüt mit langem Anlauf für Werder-Torhüter Michael Zetterer: Nach sechseinhalb Jahren kam der 26-Jährige zu seinem Pflichtspieldebüt – und hatte mit einigen Emotionen zu kämpfen.
25.07.2021, 16:26
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips
Zetterer freut sich über Werder-Debüt

Werder-Torhüter Michael Zetterer (gelbes Trikot) hatte bei seinem Debüt einiges zu tun.

Andreas Gumz

Im Januar 2015 ist Michael Zetterer zum SV Werder Bremen gewechselt, wie so viele mit dem großen Ziel, irgendwann mit den Profis im Weserstadion zu spielen. Sechseinhalb Jahre und zwei Kahnbeinbrüche sowie eine Folgeoperation später hat es der 26-Jährige tatsächlich geschafft. Zetterer stand beim 1:1 gegen Hannover 96 im Werder-Tor und schwärmte anschließend: „Entschuldigung für die Ausdrucksweise, aber ich bin im Fußball auch schon durch die Scheiße gegangen mit den Problemen an meinem Handgelenk. Das war ein brutal emotionaler Abend für mich! Ich bin sehr dankbar und stolz über mein Debüt.“

Sicher, Zetterer profitierte davon, dass Jiri Pavlenka als Nummer eins verletzungsbedingt gerade ausfällt. Aber trotzdem war die Konkurrenz nicht gerade gering. Stefanos Kapino wollte ebenfalls unbedingt ins Werder-Tor, doch der 27-Jährige zog den Kürzeren. Trainer Markus Anfang entschied sich für Zetterer und dabei vor allem für dessen spielerische Qualitäten. Der Keeper gibt auch als Feldspieler eine gute Figur ab, kann also auch beim Spielaufbau helfen oder wie gegen Hannover auch mal einen gegnerischen Stürmer mit einem kleinen Trick ins Leere grätschen lassen. Auch seine Kernaufgaben erfüllte Zetterer sehr ordentlich, zeigte gerade in der Schlussphase einige Paraden, am Gegentor war er zuvor machtlos gewesen. „Mein Ziel war es natürlich zu Null zu spielen“, meinte Zetterer und ärgerte sich: „Das Gegentor nach einem Konter war einfach zu billig. Allerdings schließt er auch gut ab.“ Gemeint war der durchgebrochene 96-Stürmer Marvin Ducksch, der den Ball über Zetterer hinweg ins Tor gelupft hatte.

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Mit dem Ergebnis und dem Auftritt seiner Mannschaft war der Werder-Keeper nicht zufrieden: „In unserem Spiel war der Wurm drin.“ Doch seine persönliche Freude konnte das nur wenig trüben. Schließlich hatte er sein Debüt ausgerechnet am Tag der Rückkehr der Fans feiern dürfen – also vor immerhin 14.000 Zuschauern. „Ich hatte schon beim Aufwärmen eine brutale Gänsehaut“, berichtete er und seine Augen funkelten. Die Zufriedenheit, es doch noch allen gezeigt zu haben, war nicht zu übersehen. Viele hatten ihn schon abgeschrieben, glaubten nicht mehr daran, dass er es als Keeper nach diesen schweren Handverletzungen doch noch wie erträumt ins Werder-Tor schaffen würde. Dafür musste Zetterer, der einst von Unterhaching an die Weser gewechselt war, den Umweg über den österreichischen Zweitligisten Austria Klagenfurt und PEC Zwolle in den Niederlanden gehen. Nun hat er bei Werder Blut geleckt, wie er gegenüber "Sky" betonte: "Ich will es dem Trainer so schwer wie möglich machen. Den Platz will ich nicht mehr hergeben."

Noch ist unklar, wann Pavlenka nach seinen Rückenproblemen wieder zur Verfügung stehen wird. Der Tscheche würde gerne in Bremen bleiben, aber auch da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Starke Zetterer-Auftritte könnten durchaus für ein Umdenken bei allen Beteiligten sorgen.

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