Foto von Kohfeldt und Dinkci sorgt für Ärger Diskussionen um eine Umarmung

Dass sich die Fußballer in Corona-Zeiten auf dem Platz weiter umarmen, hat bei einigen Leserinnen und Lesern des WESER-KURIER für Ärger gesorgt. Besonders Werder-Trainer Florian Kohfeldt wurde kritisiert.
29.12.2020, 10:59
Lesedauer: 2 Min
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Diskussionen um eine Umarmung
Von Mathias Sonnenberg

Es sind Fotos, die viele Leserinnen und Leser des WESER-KURIER verärgert haben. Das eine Bild zeigt Florian Kohfeldt, wie er am 19. Dezember Eren Dinkci umarmt. Einige Momente, nachdem das Spiel beim FSV Mainz beendet und der 1:0-Sieg besiegelt war durch ein Tor von Dinkci. Das andere zeigt Kohfeldt in einer Umarmung mit Sportdirektor Frank Baumann nach überstandener Relegation. Bereits am Montag druckte der WESER-KURIER einige Leserbriefe zu dem Foto mit dem Werder-Coach und Dinkci ab, es kamen weitere Mails in der Redaktion an, auch zum zweiten Foto. Der Inhalt war jeweils praktisch identisch: Als wenig vorbildlich wurde das Verhalten des Werder-Trainers kritisiert. Denn von dem Abstand, der gerade jetzt zu den Feiertagen von der Politik immer wieder angemahnt wurde, ist auf dem Foto von Kohfeldt und Dinkci nichts zu erkennen.

Symbolkraft der Bilder

Wie Werder Bremen zu dieser Thematik steht, war am Montag nicht zu erfahren. Der Verein wollte sich auf Anfrage nicht äußern. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) mochte zu dem Thema keine offizielle Stellungnahme abgeben. „Wir möchten den Vorgang nicht weiter kommentieren“, sagte Christian Pfennig als Kommunikationsdirektor der DFL.

Bekannt ist allerdings, dass der Dachverband den Bundesligisten keine Regeln auferlegt hat, wie sich Spieler, Trainer und Offizielle auf und neben dem Platz zu verhalten haben. Zwar hatte es Appelle an die Vereine gegeben, sich der Vorbildfunktion und der Symbolkraft der Bilder, die von Kameras eingefangen werden, bewusst zu sein. Aber Sanktionen wird es für die Beteiligten nicht geben. Der Verband hatte erklärt, dass so engmaschig wie möglich getestet wird, ob sich ein Spieler mit Corona infiziert hat.

Gesundheitsamt lobt Hygienekonzept

Die DFL hatte im Mai ein Konzept ausgearbeitet, mit dem die Wiederaufnahme des Profisports gewährleistet werden konnte. Ein Konzept, das von vielen anderen Ländern und unterschiedlichsten Sportarten als Blaupause benutzt wurde, um selbst wieder den Ligabetrieb aufnehmen zu können.

Dass gerade jetzt Fotos verstörend wirken, auf denen sich Menschen umarmen und freuen, haben auch Funktionsträger bei der DFL verstanden – Corona-Tests hin oder her. Und auch beim Bremer Gesundheitsamt werden die Vorgänge genau beobachtet. „Selbstverständlich haben sowohl die Spieler als auch die Verantwortlichen von Werder Bremen eine Vorbildfunktion“, erklärte Sprecher Lukas Fuhrmann und fügte an: „Wir sind uns aber auch sicher, dass sie dieser Vorbildfunktion gerecht werden können.“ Das Hygienekonzept von Werder Bremen sei sehr gut ausgearbeitet.

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