Letzte Folge der Werder-Doku Lautstarker Kabinenstreit zwischen Füllkrug und Ducksch

Werder Bremen befindet sich in der Zweitliga-Saison auf der Zielgeraden, der Aufstieg soll her, doch die Nerven liegen blank. Im letzten Teil der Werder-Doku gibt es weitere interne Einblicke.
08.08.2022, 11:53
Lesedauer: 2 Min
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Lautstarker Kabinenstreit zwischen Füllkrug und Ducksch
Von Malte Bürger

Die Saison war auf der Zielgeraden, Werder Bremen benötigte im vorletzten Zweitliga-Spiel unbedingt einen Sieg bei Erzgebirge Aue, um den Aufstiegstraum am Leben zu erhalten. Und nicht nur an den Fans, auch an den Profis selbst ging diese Anspannung nicht spurlos vorbei. Das beweisen die Bilder der letzten beiden Folgen der Werder-Doku „Ein Jahr Zweite Liga“ eindrucksvoll. Das Finale, das seit Montag beim Streamingportal Dazn zu sehen ist, offenbart nämlich, dass es in der Halbzeit des Aue-Spiels beinahe zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch gekommen wäre.

Zur Erinnerung: Werder hätte in der Partie fast schon nach einer Minute zurückgelegen, doch eine Abseitsentscheidung des Schiedsrichters verhinderte das 0:1. In der Folge mühten sich die Bremer zwar, bis zur Pause gelang aber kein Tor. „Ich habe in der ersten Halbzeit bodenlos gespielt, ich war völlig von der Rolle“, erinnert sich Füllkrug in der Doku. „Irgendwann hat Duckschi mir gegenüber eine ziemlich abwertende Aussage auf dem Platz gemacht, nach der ich gedacht habe, dass es jetzt nicht auf den Platz gehört, was ich denke, ich mir in der Halbzeit aber mal Luft machen muss.“

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Und das tat der 29-Jährige dann auch. Leonardo Bittencourt versuchte noch, die Gemüter zu besänftigen, indem er sagte: „Locker bleiben. Was ist denn los? Es steht 0:0, bleib doch mal ruhig.“ Doch auch das half nicht. „Leo, darum geht es nicht“, entgegnete Füllkrug spürbar aufgebracht. „Es geht darum, wie wir miteinander reden.“ In diesem Moment drehte sich Füllkrug zu Ducksch und brüllte: „Und ich sag dir: Wenn du noch einmal deine Fresse aufmachst, ich 'schwör's dir, ich geb' dir ‘ne Schelle.“

Sofort sprangen Mitspieler auf, um sich zwischen die Streithähne zu stellen, die ganz große Eskalation blieb aus. Werder hatte dennoch seinen nächsten Kabinen-Zoff, nachdem es in der Hinrunde schon gewaltig zwischen Füllkrug und Clemens Fritz als Leiter Profifußball geknallt hatte. Ole Werner reagierte derweil ziemlich gelassen auf den Zwischenfall. „Mir würde jetzt keine Saison einfallen, solange ich im Herrenfußball arbeite, in der es nicht solche Situationen gab in der Halbzeit, in der zwei Spieler auch mal aneinandergeraten, weil sie mit einer einzelnen Situation nicht einverstanden waren“, erklärte der Bremer Cheftrainer.

Letztlich war es erneut Leonardo Bittencourt, der seine Mannschaft in Aue verbal wieder vereinte. „Nicht die Nerven verlieren jetzt, locker bleiben“, forderte er. „Wir können nicht jedes Spiel mit 5:0 gewinnen, ein 1:0 reicht auch. Wir haben so viel erreicht, das werfen wir jetzt nicht weg.“ Beim anschließenden Teamkreis waren dann auch die beiden Angreifer wieder ganz normal dabei.

„Duckschi und ich sind gut miteinander – und ich finde, das zeigt die Szene auch“, sagte Füllkrug mit etwas Abstand. „Jemandem, zu dem ich nicht dieses Verhältnis habe, hätte ich nicht so deutlich meine Meinung gesagt. Und wer die Bilder sieht, der sieht auch, dass wir uns am Ende der Halbzeit in den Arm nehmen und sagen, dass wir beide wissen, welchen Wert wir für diese Mannschaft haben – und das jetzt umsetzen müssen.“ Bekanntlich mit Erfolg, am Ende gewann Werder im Erzgebirge mit 3:0 und machte einen ganz großen Schritt Richtung Bundesliga-Aufstieg.

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