Double-Held Valdez lebt wieder in Bremen Zurück, wo alles begann

Bei Werder wurde Nelson Valdez Bundesligaprofi und gewann das Double. Danach spielte er noch für mehrere Klubs, jetzt führte sein Weg wieder zurück nach Bremen. Und bei seinem Ex-Klub hätte er gern einen Job.
10.02.2021, 16:37
Lesedauer: 3 Min
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Von Daniel Cottäus

Allein die Winterjacke: ein echter Hingucker! Ihre feuerwehrrote Farbe setzte sich grell-leuchtend ab von der weiß-grauen Landschaft, durch die sie am Mittwochvormittag getragen wurde. Unauffällig war der Auftritt des Mannes, der in der Jacke steckte, also allein deshalb nicht – aber auch in gedeckteren Tönen wäre das für Nelson Valdez am Weserstadion wohl kaum möglich gewesen. Es dauerte nicht lange, da hatte ein Werder-Fan den Double-Helden von 2004 auch schon entdeckt, und die Fotografen ließen ihre Kameras surren. Unausgesprochen darüber die Frage: Was macht der denn hier? Werder besuchen und dabei womöglich die Weichen für die Zukunft stellen – so lautet die Kurzfassung der Antwort. Was ihn stolze 15 Jahre nach seinem Abschied vom Verein im tiefsten Winter plötzlich wieder an den Osterdeich geführt hat, hat Nelson Valdez in einem Telefongespräch mit unserer Deichstube verraten.

„Ich wollte ein paar alte Weggefährten wiedersehen“, berichtet der 37-Jährige, ehe er stellvertretend einige große Werder-Namen aufzählt, beginnend mit, klar: Thomas Schaaf. Gemeinsam mit seinem Ex-Trainer, mit dem er vor 17 Jahren Meister und Pokalsieger wurde, spazierte Valdez am Mittwochvormittag in Richtung Trainingsplatz der Profis. Und geht es nach dem Paraguayer, dann würde er die Strecke vom Stadion zum Übungsgelände künftig sehr gerne öfter zurücklegen. „Thomas und ich haben einiges zu besprechen“, sagt Valdez, der gerade die Zeit nach der aktiven Karriere plant – und auf einen Job bei Werder hofft.

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Valdez' Vertrag beim paraguayischen Erstligisten Cerro Porteno ist am Jahresanfang ausgelaufen, vor drei Wochen ist er mit seiner Familie endgültig nach Bremen zurückgekehrt. Ehefrau Martynka stammt aus der Stadt, in der Valdez bis heute nahe des Hauptbahnhofs ein Restaurant mit angeschlossenem Hotel betreibt. „Nach dem Karriereende habe ich mich immer in Bremen gesehen“, erklärt der Ex-Stürmer, der das Präfix „Ex“ aber ganz gerne noch in Klammern gedacht haben möchte. „Die Entscheidung, nicht mehr zu spielen, steht noch nicht zu 100 Prozent“, sagt Valdez. Es müsse aber „wirklich alles passen“, damit er nochmal die Schuhe schnürt, damit tatsächlich noch ein zwölfter (!) Verein Einzug in seine sportliche Vita hält.

Im Moment sieht es nicht danach aus. „Ich habe ein paar Angebote, aber die reizen mich nicht“, sagt Valdez, dem aus Deutschland keine Offerte vorliegt – noch nicht. Denn da ist ja auch noch Werder, und da ist Valdez' Idee von der Rückkehr in anderer Funktion. „Ich möchte unbedingt im Fußball bleiben“, betont der Mann, der für den SVW in 113 Pflichtspielen einst 30 Tore schoss und mit den Offiziellen des Vereins nun ausloten möchte, was eventuell in Zukunft vorstellbar ist. Jugendtrainer? Scout? Festlegen will sich Valdez da noch nicht. Er betont lieber seine generelle Bereitschaft: „Für mich wäre es einfach sehr schön, denn als Fußballer hat für mich hier alles angefangen.“

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Im Winter 2001 war der damals 18-Jährige von seinem Jugendclub Atletico Tembetary zu Werder gewechselt. Dass er als Gepäck damals lediglich eine Plastiktüte mit einem Paar Fußballschuhen und einigen Kleidungsstücken dabei hatte – längst zählt diese Geschichte zur Vereinsfolklore. In den Folgejahren sollte Werder „meine zweite Heimat“ werden, erinnert sich Valdez, der unter anderem in Griechenland, Spanien, Russland und den Vereinigten Arabischen Emiraten gespielt hat – und nun in seine zweite Heimat zurückgekehrt ist.

In Bremen sucht die Familie derzeit nach einem Haus, die beiden ältesten der drei Kinder – Tochter Noemi (12) und Sohn Samuel (14) – sind schon in der Schule angemeldet. Fehlt eigentlich nur noch die Einigung mit Werder. „Abwarten“, sagt Valdez. Allzu schlecht stehen die Chancen nicht. „Grundsätzlich ist es für uns vorstellbar, ihn im Nachwuchs oder Trainerbereich einzubinden“, sagte Sportchef Frank Baumann gegenüber unserer Deichstube. Mit einer schnellen Entscheidung sei allerdings nicht zu rechnen.

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