Vor Werder-Spiel gegen St. Pauli Ducksch macht sich für Stürmer-Duett mit Füllkrug stark

Marvin Ducksch ist nicht zufrieden mit der bisher erzielten Ausbeute bei Torschüssen. Um zu mehr Toren zu gelangen, kann er sich ein Stürmer-Duett mit Niclas Füllkrug in der Werder-Startelf vorstellen.
27.10.2021, 16:43
Lesedauer: 3 Min
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Von Carsten Sander

173 und 16, 161 und 27 – wer mit diesen Zahlen sofort etwas anzufangen weiß, darf sich Fußball-Experte nennen. Es sind die abgegebenen Torschüsse und damit erzielten Tore des SV Werder Bremen und des FC St. Pauli.

Die Unterschiede sind nicht zu übersehen: Während Werder in elf Spielen 173 Mal auf den gegnerischen Kasten gefeuert hat (nur der Hamburger SV hat es mit 175 noch häufiger probiert), hat St. Pauli lediglich 161 Schüsse abgegeben. Ist also schlechter. Aber doch klar besser. Denn die Hamburger trafen 27 Mal, Werder nur 16 Mal. Darin einen Grund zu sehen, weshalb die einen Tabellenführer und die anderen nur Tabellenzehnter sind, ist ziemlich naheliegend.

Und jetzt raten Sie mal, wie Marvin Ducksch, Stürmer Nummer eins bei Werder diese Statistik findet? Vorsichtig gesagt: ärgerlich. „Bei denen geht gefühlt jeder Schuss rein, da läuft gerade alles. Bei uns fällt der Ball an den Pfosten und geht nicht rein“, sagt Ducksch und spricht vor dem Werder-Duell mit dem Spitzenreiter (Samstag, 13.30 Uhr, Wohninvest Weserstadion) von „dem Quäntchen Glück, das wir uns erarbeiten müssen“. Um zu mehr Toren und damit auch zu mehr Siegen zu kommen, macht sich Ducksch sogar für ein Duett mit Niclas Füllkrug in der Startelf stark. „Das ist immer eine Option. Wenn man zwei solche Stürmer hat, dann kann man sie auch bringen“, erklärt er.

Zwar hat es die Kombination Ducksch/Füllkrug schon mehrfach auf dem Platz gegeben, doch ausschließlich nach Füllkrug-Einwechslungen und meistens erst, wenn das Spiel bis dahin eine für Werder unerfreuliche Entwicklung genommen hatte. Wenn es also darum ging, einen Rückstand aufzuholen. Ducksch scheint aber – wie viele im Werder-Umfeld – daran interessiert zu sein, die Mit-Füllkrug-Erfahrung auch mal von Minute eins an machen zu können. „Es ist etwas anderes, ob es bei 0:0 losgeht oder ob man einen Rückstand aufholen muss“, sagt er.

Nach Füllkrugs erstem Saisontor am Sonntag zum 2:2-Endstand gegen den SV Sandhausen sieht der mit drei Treffern bislang beste Bremer Torschütze den Kollegen natürlich im Aufwind: „Das hilft ihm definitiv. Das Tor hat als Erfolgserlebnis nicht nur ihm, sondern auch uns als Mannschaft gut getan. Jetzt hoffe und glaube ich, dass Niclas der Mannschaft weiter helfen kann.“

Es ist aber Sache des Trainers, über ein oder zwei zentrale Stürmer in der Startelf zu entscheiden. Werder-Coach Markus Anfang hat die Variante bisher abgelehnt – unter anderem mit dem Verweis auf die ohnehin schon hohe Zahl an Torschüssen und Chancen. Und mit dem darin versteckten Hinweis, dass Füllkrug bei seinen Einsätzen ja nicht getroffen habe. Nun ist es aber endlich passiert, und Anfangs Aussagen bekommen eine andere Tendenz: „Jetzt hat Fülle sein Tor gemacht. Und auch noch ein wichtiges. Du merkst, dass eine Last von ihm abgefallen ist. Das ist das, was wir ihm die ganze Zeit gewünscht haben. Ich bin froh, dass bei ihm der Knoten geplatzt ist.“

Eine Einladung in die Startelf ist das zwar noch nicht. Aber Ducksch wüsste schon, wie so ein Duett in der Praxis aussehen würde. „Niclas wäre dann der Zielspieler, ich eher der Mann, der um ihn herumspielt. Der versucht, die Bälle, die runter fallen, aufzunehmen.“ Er kenne diese Rolle, sagt Ducksch, könne sie gut spielen. Und er würde es frei von Eifersüchteleien machen, der Draht zu Füllkrug sei insgesamt okay: „Konkurrenzkampf belebt das Geschäft, das ist auch bei uns so. Aber wir verstehen uns gut. Ich habe versucht, ihm zu helfen, als es schwierig war für ihn, habe ihn dann aber auch wieder in Ruhe gelassen.“

Gegen den FC St. Pauli könnte aber volle Kooperation gefragt sein, um den Bremer Chancenwucher nicht weiter wachsen zu lassen. Ein Erfolg gegen die Kiez-Truppe hätte für Ducksch auch eine kleine persönliche Note. In der Saison 2016/17 startete er beim FC St. Pauli einst seine Zweitliga-Karriere, absolvierte dort aber nur die Hinrunde. Die Bilanz blieb bescheiden: Zehn Einsätze, ein Tor, kein Sieg. Kein Wunder also, dass Ducksch der Zeit nicht besonders nachhängt: „Es war alles Neuland für mich, es war schwer. Vielleicht war die Station für meine persönliche Entwicklung aber genau die richtige.“ Erst danach, bei Holstein Kiel, startete Ducksch durch und wurde zu einem der aktuell besten Stürmer in der 2. Liga.

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