Werder-Trio spendet für „We kick Corona“

Schweigende Helfer mit Herz

Mit der Hilfsaktion „We kick Corona“ werden aktuell Spendengelder gesammelt. Auch Die Eggestein-Brüder und Leonardo Bittencourt beteiligen sich an dem Projekt, wollen daraus aber keine allzu große Sache machen.
03.04.2020, 13:24
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Schweigende Helfer mit Herz
Von Malte Bürger
Schweigende Helfer mit Herz

Umarmungen sind derzeit nicht das beste Mittel, Johannes und Maximilian Eggestein halten trotzdem auch im Kampf gegen Corona zusammen.

dpa

Die Hilfswelle rollt. Seit vergangener Woche wird mit der Aktion „We kick Corona“ eifrig Geld gesammelt. Die beiden Bayern-Profis Leon Goretzka und Joshua Kimmich haben das Projekt ins Leben gerufen. Zahlreiche weitere Fußballer oder auch Topstars anderer Sportarten folgten dem Aufruf der Nationalspieler und spendeten größere Summen. Auch aus Bremen flossen einige Euro aufs Konto, doch das spendable Werder-Trio möchte die eigene Großzügigkeit lieber nicht übermäßig kommentieren. Frei nach dem Motto: Tue Gutes - und sprich nicht darüber.

Und deshalb gibt sich beispielsweise Maximilian Eggestein ziemlich bedeckt, als er auf dieses Thema angesprochen wird. „Dar­über möchten wir gar nicht so viele Worte ver­lieren“, erklärte er jetzt in einem Interview mit dem Magazin „11 Freunde“. Gemeinsam mit seinem Bruder Johannes hatte er frühzeitig seine Unterstützung für die Hilfsaktion signalisiert, ihre Gesichter schmücken auch die Galerie der prominenten Unterstützer, die auf der Internetseite www.wekickcorona.com aufgelistet sind. „Nur so viel: Ich denke, es ist gerade in der aktu­ellen Situa­tion wichtig, dass jeder dazu bei­trägt, diese Krise zu bewäl­tigen.“

Eigene Bedürfnisse zurückschrauben

Ganz ähnlich sieht es auch ihr Teamkollege Leonardo Bittencourt. Werders Offensivmann gab sich ähnlich wortkarg, als er am Montag in einer Medienrunde über sein Engagement sprechen sollte. "Ich möchte keine große Sache daraus machen, der Dank geht an Josh und Leon. Für mich ist es selbstverständlich, zu helfen“, sagte der 26-Jährige. "Es ist wichtig, das Virus einzudämmen und Risikopatienten zu schützen. Wenn ich helfen kann, schraube ich meine eigenen Bedürfnisse gerne zurück."

Während die Helfer also lieber schweigen, sind es die Initiatoren, die sich etwas ausführlicher äußern. „Wir wollten schnell helfen, und das ist uns, glaube ich, bisher ganz gut gelungen“, sagte Joshua Kimmich in der Fernsehsendung „Doppelpass“ des Senders „Sport1“. Wie am Freitag mitgeteilt wurde, sind bisher mehr als 3,7 Millionen Euro an Spenden zusammengekommen. „Wir wollen in erster Linie nicht im Fußballbereich helfen, sondern konzentrieren uns auf karitative und soziale Projekte. Wir wollen denjenigen Menschen helfen, die in ihrer Hilfe eingeschränkt sind“, betonte Leon Goretzka.

Prominente Unterstützer

Anfangs fokussierte sich das Bayern-Duo vor allem auf namhafte Fußballer, die als ebenso finanzstarke wie werbewirksame Gesichter akquiriert werden sollten. Und so tauchen unter anderem Mats Hummels, Leroy Sané oder Timo Werner, Julian Brandt und Klaas-Jan Huntelaar auf der langen Liste der Unterstützer auf. Mit den NBA-Akteuren Daniel Theis und Dennis Schröder, Tennis-Profi Alexander Zverev oder Ex-Skirennfahrer Felix Neureuther wurden aber längst auch andere Sportler überzeugt. „Das zeigt, dass wir uns nicht nur auf den Fußball konzentrieren, sondern es betrifft unsere ganze Gesellschaft“, sagte Joshua Kimmich. Und mehr noch: „Wir haben nicht nur Prominente, sondern auch 2200 Einzelspenden – das ist das, was uns besonders stolz macht.“

Es ist eine Zwischenbilanz, die gefällt - doch das Ende soll damit noch lange nicht erreicht sein. „Die Initiative bestimmt den Alltag. Wir durchforsten die Projekte selbst“, sagte Leon Goretzka, der ähnlich wie die meisten Bundesligaspieler zwar ein individuelles Trainingsprogramm zu absolvieren, aber trotzdem auch sehr viel zusätzliche Zeit gewonnen hat. Bislang wurden über 30 soziale Projekte unterstützt, weitere 40 sollen folgen.

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