Werder spielt 1:1 in Freiburg

Füllkrug-Elfer bringt einen Punkt

Zu einem Sieg hat es zwar nicht gereicht, doch Werder bleibt auch im dritten Bundesligaspiel in Folge ungeschlagen. Beim SC Freiburg reichte es durch einen Treffer von Niclas Füllkrug zu einem 1:1 (1:1).
17.10.2020, 17:29
Lesedauer: 4 Min
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Füllkrug-Elfer bringt einen Punkt
Von Malte Bürger
Füllkrug-Elfer bringt einen Punkt

Niclas Füllkrug traf erneut per Strafstoß.

nordphoto

Lange war gerätselt worden, wie genau Florian Kohfeldt denn nun die Lücke schließen würde, die durch den Abgang von Davy Klaassen entstanden ist. Die Antwort fiel durchaus ein wenig überraschend, denn Werders Cheftrainer hat sich für die jüngste Möglichkeit entschieden, die ihm zur Verfügung steht: Nick Woltemade. „Der Junge hat unglaublich viel Raumgefühl“, lobte Kohfeldt, der dem Sturmtalent insgesamt aber gar nicht zu viele taktische Vorgaben mit auf den Weg geben wollte. „Er soll sich wohlfühlen auf dem Platz. Das habe ich ihm auch gesagt. Wenn etwas schief geht, dann ist das mein Fehler.“

Woltemade, gerade einmal 18 Jahr alt, verdrängte damit auch Yuya Osako, der durchaus als Kandidat für die Startelf galt. Für den Japaner kam es jedoch richtig dick, er stand nach seinem Nationalelf-Einsatz und der folgenden Kurz-Quarantäne nicht einmal im Kader - ebenso wie erneut Patrick Erras und Romano Schmid.

Freiburg beginnt druckvoll

Werders neu formiertes Mittelfeld war dann zunächst vor allem damit beschäftigt, sich zu finden. „Es gibt nicht so viele Automatismen, wie wir das bisher kannten. Die müssen wir uns erst wieder erarbeiten“, hatte Kohfeldt bereits vor dem Spiel prophezeit. „Wir müssen die Arbeit gegen den Ball voranstellen, um darüber wieder an das Spielerische zu kommen.“ Und so sah der Plan dann auch aus. Ein frühes Pressing sollte für Entlastung sorgen, doch die Ballkontrolle hatten von Beginn an die Freiburger. Sie zogen ganz ansehnlich ihre ersten Angriffe auf, Nils Petersen köpfte nach einer schönen Flanke nur knapp über das Tor von Jiri Pavlenka (9.). Die Bremer antworteten zwar mit einer Halbchance von Niclas Füllkrug (11.), doch dann hätte Theodor Gebre Selassie den Ball fast unglücklich ins eigene Tor gelenkt. Pavlenka klärte mit einem guten Reflex zur Ecke, doch der folgende Standard belohnte dann endgültig die Drangphase der Gastgeber. Philipp Lienhart fälschte einen Schuss des gebürtigen Achimers Lucas Höler unhaltbar ab ins Tor - 1:0 (16.).

Nur drei Minuten später hatten die Bremer mächtig Dusel. Die Fehlerquote schnellte nach dem Gegentreffer in die Höhe, die Pässe wurden noch unsauberer gespielt und auch in den Zweikämpfen gab es viel zu viel Raum. Das nutzten die Breisgauer zum zweiten Tor durch Jonathan Schmid, doch der Video-Assistent schaltete sich ein, da es bei der Entstehung eine ganz knappe Abseitsstellung gegeben hatte (20.).

Füllkrug eiskalt vom Punkt

Werder hätte also frühzeitig auf einen völlig verkorksten Nachmittag zusteuern können, doch es kam urplötzlich ganz anders. Leonardo Bittencourt marschierte einfach mal allein in den gegnerischen Strafraum und wurde prompt gefoult, den folgenden Strafstoß verwandelte Niclas Füllkrug ganz sicher zum 1:1 (25.). Werder war wieder drin in diesem Spiel, in dem der SC Freiburg jedoch auch in der Folgezeit den spielerisch besseren Eindruck machte.

Die nächsten richtig gute Chancen hatten trotzdem die Gäste. Erst wurde ein Schuss von Josh Sargent abgeblockt, dann zielte Woltemade direkt danach zu zentral auf den Keeper (40.). Eine Minute später traf dann zwar Füllkrug, aber dieses Mal stand auch er im Abseits. Auf der Gegenseite schüttelte Vincenzo Grifo problemlos Jean-Manuel Mbom ab, doch Pavlenka war erneut hellwach (44.).

Möhwald feiert Comeback

Als dann die zweite Hälfte begann, war Nick Woltemade schon nicht mehr dabei. Ein, zwei gute Aktionen hatte er zuvor gehabt, mehr aber auch nicht. Er offenbarte stattdessen noch einige Defizite auf diesem Niveau. Und so war es Zeit für ein Comeback, Kevin Möhwald durfte erstmals nach seiner 14-monatigen Verletzungspause wieder ran. Folglich erlebte er ganz nah mit, wie Werder nach einer Stunde die dicke Chance zur Führung hatte. Bittencourt erreichte zwar per Kopf eine Flanke von Ludwig Augustinsson, aufs Tor bekam der Offensivmann den Ball aus kurzer Distanz aber doch nicht. Kurz darauf wurde ein strammer Möhwald-Schuss von Torhüter Florian Müller pariert (64.).

Danach war es Zeit für die nächste Rückkehr: Milot Rashica durfte nach seinem erhofften, aber gescheiterten Wechsel nach Leverkusen beweisen, dass er mit seinen Gedanken jetzt wieder bei Werder ist. Mit voller Konzentration ging auf jeden Fall weiterhin Jiri Pavlenka zu Werke. Weil die Bremer immer mal wieder zu sorglos verteidigten, musste der Schlussmann abermals gegen Schmid retten (73.).

Möhwald muss wieder runter

Beide Mannschaften gaben die Hoffnung nicht auf, doch noch den Siegtreffer zu erzielen. So richtig gefährlich wurde es zwar lange Zeit nicht, doch wirklich sicher durfte sich auf dem Platz niemand sein, dass es am Ende zumindest den einen Zähler geben würde. Ganz besonders die Bremer nicht, denn der SC Freiburg wirkte noch eine Spur galliger, erhöhte noch einmal die Schlagzahl, ließ allerdings die allerletzte Genauigkeiten in den Offensivaktionen vermissen.

Für Werder ging es in den Schlussminuten dann nur noch darum, das Ergebnis ins Ziel zu bringen. Kohfeldt brachte Christian Groß zur Absicherung, Möhwald musste dafür weichen. Wenig überraschend, dass der 27-Jährige das nicht wirklich lustig fand und wütend in Richtung Bank stapfte. Der Bremer Coach versuchte noch, den 27-Jährigen zu beruhigen, doch seine ersten Worte verfehlten ihre Wirkung. Immerhin: Über eine Niederlage musste sich niemand mehr ärgern. Werder erkämpfte sich den einen Punkt, wenngleich spielerisch auch weiterhin viel Luft nach oben bleibt.

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