Kampf um einen Europa-League-Platz

Werder enttäuscht auch beim 1:4 in Stuttgart

Stuttgart. Werder Bremen hat im Kampf um einen Europa-League-Platz einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Wenn Hoffenheim und Wolfsburg am laufenden Spieltag siegen, verlieren die Grün-Weißen sogar den achten Tabellenplatz an die Konkurrenz.
13.04.2012, 22:17
Lesedauer: 3 Min
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Werder enttäuscht auch beim 1:4 in Stuttgart
Von Daniel Stöckel
Werder enttäuscht auch beim 1:4 in Stuttgart

Werders Abwehrspieler Sokratis nach Bremens 1:4-Niederlage in Stuttgart.

dpa

Stuttgart. Werder Bremen hat im Kampf um einen Europa-League-Platz einen weiteren Rückschlag hinnehmen müssen. Wenn Hoffenheim und Wolfsburg am laufenden Spieltag siegen, verlieren die Grün-Weißen sogar den achten Tabellenplatz an die Konkurrenz.

Werders Trainer Thomas Schaaf vertraute in Bremens Startformationen wieder auf Naldo auf der Position vor der Vierer-Abwehrkette. Zusammen mit Aleksandar Ignjovski bildete der Brasilianer zunächst eine Doppel-Sechs.

Die Anfangsphase gehörte ganz klar den Schwaben. Stuttgart begann offensiv und Werder hatte in der 3. Minute Glück. Tim Wiese flog an einem Eckball von Tamas Hajnal vorbei, Julian Schieber hob den Ball aber über das Bremer Tor.

Nur sechs Minuten später folgte die nächste gute Torgelegenheit für den VfB. Sokratis und Lukas Schmitz waren sich im Fünfmeterraum nicht einig, am Ende landete die Kugel aber bei Wiese. Nur sechzig Sekunden später schoss Schieber nur knapp vorbei.

Marin prüft Ulreich

Werder machte in der 14. Minute zum ersten Mal auf sich aufmerksam. Einen Fernschuss von Marko Marin klärte Stuttgarts Keeper Sven Ulreich mit einer starken Parade zur Ecke. Dann war wieder der VfB an der Reihe: Erst blieb Cristian Molinaro an Francois Affolter hängen (19.), dann parierte Wiese einen Freistoß von Schieber (22.).

Wie schon im Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach ging Werder fast wie aus dem Nichts in Führung. Claudio Pizarro und Ignjovski leiteten den Ball weiter zu Marin, der nach innen flankte, wo Markus Rosenberg nur noch den Fuß hinhalten musste (25.).

Die Führung der Bremer hatte allerdings nur zwölf Minuten Bestand. Molinaro legte den Ball im Mittelfeld auf Christian Gentner quer und der 26-Jährige traf aus 27 Metern per Rechtsschuss sehenswert ins lange Eck. Bis zur Halbzeitpause erhöhte Stuttgart noch einmal den Druck und ging Sekunden vor der Pause durch den Ex-Werderaner Martin Harnik mit 2:1 in Führung. Zuvor hatte Wiese einen Kopfball von Georg Niedermeier noch abwehren können. Ein insgesamt unglücklicher Rückstand der Grün-Weißen.

"Wir müssen hier was mitnehmen"

"Natürlich hatte Stuttgart mehr vom Spiel", so Werder-Bioss Klaus Allofs in der Halbzeit: "Wir sind durch den Konter in Führung gegangen, dürfen aber diese Fehler nicht machen. Eine knappe Niederlage nützt uns nichts, wir müssen hier was mitnehmen", so Allofs.

Personell unverändert gingen beide Mannschaften in die zweite Spielhälfte. Werder leistete sich in der Anfangsphase viele Ungenauigkeiten beim Spielaufbau und machte wenig Anstalten, nach vorne zu spielen. Stattdessen überließen die Grün-Weißen den Stuttgartern das Feld.

Nach einer Ecke von Hajnal war es erneut Harnik, der in der 53. Minute aus kurzer Distanz den nächsten Stuttgarter Treffer erzielte. Zwar hatte der Österreicher den Ball mit der Hand berührt, Schiedsrichter Tobias Welz (Wiesbaden) entschied aber nicht auf Absicht und gab den Treffer.

Fünf Minuten nach dem 1:3 aus Werder-Sicht nahm Schaaf einen Doppelwechsel vor. Affolter und Marin mussten den Platz verlassen, Tom Trybull und Niclas Füllkrug kamen neu in die Partie, Naldo rückte auf seine angestammte Position in die Innenverteidigung.

"Einer geht noch rein"

Bremen fand allerdings weiterhin nicht in die Begegnung und die Schwaben setzten die Partie konzentriert, laufstark und einfach stärker als Werder fort. "Einer geht noch, einer geht noch rein", forderten die VfB-Fans in der Mercedes-Benz-Arena von ihrem Team.

Dieser Wunsch wurde eine Minute vor Schluss dann noch einmal erfüllt, als der eingewechselte Cacau eine Freistoß-Flanke von Gotuko Sakai aus kurzer Distanz im Bremer Tor unterbrachte. So gingen die Grün-Weißen zum ersten Mal in der laufenden Saison nach einer eigenen Führung als Verlierer vom Platz. Zudem sind Sokratis und Clemens Fritz wegen ihrer jeweils zehnten Gelben Karte in der nächsten Begegnung gesperrt.

Das nächste Spiel bestreitet Werder am 21. April zu Hause gegen den FC Bayern München. Wir berichten dann wieder im Liveticker.

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VfB Stuttgart - WerderBremen 4:1 (2:1)

Stuttgart:Ulreich - Sakai, Tasci, Niedermeier, Molinaro - Kvist, Gentner - Harnik (86. Cacau), Hajnal (80. Okazaki), Schieber (90. Traore) - Ibisevic. - Trainer: Labbadia

Bremen:Wiese - Fritz, Affolter (58. Füllkrug), Sokratis, Schmitz - Marin (58. Trybull), Ignjovski, Naldo, Junuzovic - Pizarro, Rosenberg. - Trainer: Schaaf

Schiedsrichter:Tobias Welz (Wiesbaden)

Tore:0:1 Rosenberg (25.), 1:1 Gentner (37.), 2:1 Harnik (45.+1), 3:1 Harnik (53.), 4:1 Cacau (89.)

Zuschauer:59.000

Gelbe Karten:Niedermeier (3) - Schmitz (6), Sokratis (10), Fritz (10)

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