Werder-Keeper wird verliehen Kapino wechselt nach Sandhausen

Der Wechsel ist fix: Stefanos Kapino spielt künftig auf Leihbasis für den Zweitligisten SV Sandhausen. Werder verliert somit seinen Ersatzkeeper, ein neuer Torhüter soll aber noch kommen.
21.01.2021, 12:36
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Am Dienstagabend saß Stefanos Kapino noch beim Auswärtsspiel in Mönchengladbach auf der Bank des SV Werder Bremen – nun hat der Ersatzkeeper den Bundesligisten verlassen: Der 26-Jährige wird für die Rückrunde an den Zweitligisten SV Sandhausen ausgeliehen. Am Samstag gegen Hertha BSC wird Eduardo dos Santos Haesler (21) als Nummer zwei und möglicher Vertreter von Stammtorhüter Jiri Pavlenka (28) dabei sein. Aber Werder will in den nächsten Wochen unbedingt noch einen erfahrenen Keeper dazuholen, um für den Notfall besser gerüstet zu sein.

„Wir haben drei, vier Kandidaten im Blick“, erklärte Werder-Sportchef Frank Baumann im Gespräch mit der DeichStube, wollte aber noch keine Namen nennen. Der neue Mann soll aber möglichst über Erstliga-Erfahrung verfügen und auch als Typ für die Kabine einen Mehrwert haben. So wie in der Vergangenheit ein Jaroslav Drobny, der übrigens mit seinen inzwischen 41 Jahren immer noch in Tschechien spielt. Für Werder ist er aber kein Thema mehr.

Eine langfristige Zusammenarbeit mit dem neuen Torwart gilt als eher unwahrscheinlich. Denn im Sommer wird Werder gleich fünf Torhüter im Kader haben: Neben Pavlenka und dos Santos Haesler auch die ausgeliehenen Keeper Kapino, Michael Zetterer (PEC Zwolle) und Luca Plogmann (SV Meppen). Alles hängt natürlich davon ab, was Pavlenka plant. Schon seit Jahren heißt es, der Tscheche wolle den nächsten Schritt machen. Darauf hatte auch Kapino bei seiner Verpflichtung vor zweieinhalb Jahren gesetzt, als er für eine Ablösesumme von 300 00 Euro vom englischen Zweitligisten Nottingham Forrest an die Weser gewechselt war und dort einen Vertrag bis 2022 unterschrieben hatte. Er wollte Pavlenka als Nummer eins beerben und saß dann doch fast immer nur auf der Bank. Lediglich zwei Mal durfte er ihn in einem Pflichtspiel vertreten – nur ein Mal davon über die komplette Spielzeit. Schon im Sommer hatte der Grieche deshalb mit einem Wechsel geliebäugelt.

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„Kapi wurde nun immer unruhiger, weil er nicht gespielt hat. Er hat aber keine Unruhe gemacht“, berichtete Baumann. Mit der Ausleihe nach Sandhausen sei nun eine gute Lösung für beide Seiten gefunden worden: „Wir haben immer noch eine sehr hohe Meinung von ihm. Die bestätigt er regelmäßig im Training, in den Testspielen und den wenigen Pflichtspieleinsätzen. Wir haben ihn damals geholt, um einen möglichen Nachfolger für Pavlenka in unseren Reihen zu haben. Und wir können uns weiterhin vorstellen, dass Kapi hier mal die Nummer eins wird.“ Um diese Einschätzung weiter zu verstärken, sei es gut, „dass wir ihn nun in Pflichtspielen unter Druck beobachten können“.

Und Sandhausen hat ordentlich Druck, der Club kämpft um den Klassenerhalt, belegt nach 14 Punkten aus 16 Spielen Rang 15. Ende des Jahres war Stammkeeper Martin Fraisl nach einem heftigen Streit in der Kabine vom Verein suspendiert worden. Kapino wird nun sein Nachfolger.
Auch finanziell ist es für Werder eine in Coronazeiten nicht ganz uninteressante Geschichte. Durch den Torhüter-Wechsel soll der Club eine Summe im niedrigen sechsstelligen Bereich einsparen – inklusive der Verpflichtung eines Kapino-Ersatzes. Den hält Baumann für unbedingt nötig. Nachwuchsmann dos Santos Haesler habe sich zwar „richtig gut entwickelt“, aber ihm fehle noch die Erfahrung auf Bundesliga-Niveau. Der 21-Jährige hat bislang nur in der Regionalliga gespielt.

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