Geduld mit Sargent, Hoffen auf Füllkrug Werder fehlt ein echter Vollstrecker

Werder hat ein Problem im Sturm. Josh Sargent hat in nunmehr 20 Liga-Einsätzen in dieser Saison gerade zwei Treffer erzielt. Und auch sonst hakt es in der Offensive.
23.02.2021, 09:37
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Von Daniel Cottäus

Statistiken haben mitunter etwas Hinterhältiges. Sie können noch so viele positive Zahlen enthalten – passen die wichtigen nicht, ist das alles nichts mehr wert. Am Beispiel Josh Sargent ließ sich das nach Werders 0:4-Pleite gegen Hoffenheim sehr gut ablesen.

10,3 Kilometer war der Bremer Mittelstürmer während der Partie gelaufen, hatte 26 Mal den Ball gehabt, 81 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler gebracht und 71 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen. Alles ordentlich bis überzeugend. In den für einen Angreifer aber entscheidenden Kategorien Tore, Torschüsse, Vorlagen und Torschussvorlagen prangte hingegen vier Mal die Null, weshalb Sargents Leistung letztlich als mangelhaft beschrieben werden musste.

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Nach nunmehr 20 Liga-Einsätzen in dieser Saison, 19 davon in der Startelf, bringt es der 21-jährige US-Amerikaner auf zwei Treffer, was ihn wahrlich nicht wie einen Torjäger dastehen lässt. „Wir sind nach wie vor von Josh’ Potenzial überzeugt, auch was seinen Torabschluss betrifft“, sagte Sportchef Frank Baumann am Tag nach dem Hoffenheim-Spiel, räumte aber auch ein: „Trotzdem müssen wir festhalten, dass er in den letzten Spielen nicht immer glücklich agiert hat.“ Werders Problem dabei: Es ist eine Einschätzung, die nicht nur auf Sargent, sondern auf alle Angreifer zutrifft.

So ist es während der langen Ausfallzeit von Niclas Füllkrug, Werders Stürmer Nummer eins, keinem seiner Kollegen gelungen, die Leerstelle, die der 28-Jährige hinterlassen hat, angemessen auszufüllen – nämlich: jene Tore zu erzielen, für die Füllkrug steht. Obwohl er in der laufenden Spielzeit aus gesundheitlichen Gründen erst acht Partien bestreiten konnte, ist „Lücke“, der gegen Hoffenheim abermals ein Comeback feierte, mit vier Treffern neben Mittelfeldspieler Leonardo Bittencourt Werders gefährlichster Akteur. Was sagt das über die Stellvertreter im Sturm aus?

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Baumanns Antwort: „Dass wir in dieser Saison keinen Torjäger haben, der schon acht, zehn oder zwölf Treffer gemacht hat, ist in erster Linie der Verletztensituation geschuldet.“ Der Manager verwies in diesem Zusammenhang neben Füllkrugs Blessuren auch auf die Ausfallzeiten von Milot Rashica und Davie Selke, die neun und sieben Ligaspiele verpassten. Einzig Sargent stand vorne kontinuierlich zur Verfügung. „Josh arbeitet viel, aber ihm fehlt aktuell die Sicherheit in Richtung Tor“, sagte Baumann. Die müsse sich der Spieler im Training wieder erarbeiten. Man dürfe aber auch nicht unerwähnt lassen, „dass er bei unserer Spielweise sehr viel Defensivarbeit verrichten musste. Das macht es für einen Stürmer deutlich schwieriger.“

Baumann glaubt, die Rückkehr von Füllkrug, Selke und Rashica könne Sargent helfen, weil sich die Gegner wieder mehr auf die anderen konzentrieren müssten. „Wir haben Geduld mit Josh“, sagte der Sportchef: „Er ist auch unabhängig von den Toren ein wichtiger Spieler für uns.“

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