Bundesliga-Debüt gegen die Bayern

Agus Belohnung nach einer harten Zeit

Drei Wochen lang war er außen vor, hatte keinen direkten Kontakt zur Mannschaft. In München war Felix Agu nach überstandener Quarantäne dann wieder mittendrin und durfte sich über sein Bundesliga-Debüt freuen.
22.11.2020, 09:13
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Agus Belohnung nach einer harten Zeit
Von Christoph Bähr
Agus Belohnung nach einer harten Zeit

In der 66. Minute wurde Felix Agu gegen die Bayern (hier mit David Alaba) eingewechselt.

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Erst „der Schock“ und dann „eine harte Zeit“ – so fasste Felix Agu seine drei Wochen in Quarantäne zusammen. Werders Außenverteidiger war Ende Oktober positiv auf Covid-19 getestet worden und entwickelte auch leichte Symptome. Als wäre das nicht schon belastend genug, fiel die Erkrankung auch noch in die Zeit, in der Ludwig Augustinsson verletzt ausfiel und Agu dadurch seine Chance als Linksverteidiger bekommen hätte. Der 21-Jährige musste aber tatenlos zu Hause sitzen und geduldig bleiben, am Sonnabend wurde er nun dafür belohnt. Agu durfte sein Bundesliga-Debüt feiern und 24 Minuten lang mithelfen, das 1:1 gegen die Bayern ins Ziel zu bringen. Viel mehr kann man sich zum Einstand nicht wünschen. „Er war defensiv stabil, mutig und hat einen sehr guten Außenristpass auf Josh Sargent gespielt“, lobte Trainer Florian Kohfeldt den Youngster nach der Partie.

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Eine Woche lang hatte Agu nach seiner Quarantäne erst wieder mit der Mannschaft trainiert. Die Entscheidung, ihn in der entscheidenden Phase des Spiels gegen den immer stärker drückenden Rekordmeister einzuwechseln, habe er spontan getroffen, berichtete Kohfeldt. „Kein Trainer der Welt kann im Vorfeld die Einwechslungen komplett planen. Mir war aber natürlich klar, dass Felix viele Eigenschaften mitbringt für dieses Spiel, zum Beispiel Geschwindigkeit und Unbekümmertheit.“ Tatsächlich spielte Agu gegen die Bayern frech auf, traute sich Dribblings zu, und hätte Sargent den Ball in der Schlussphase an Manuel Neuer vorbeigebracht, wäre der Ex-Osnabrücker sogar als Torvorbereiter in Erscheinung getreten. Kohfeldt zeigte sich zufrieden mit dem Debütanten: „Ein-, zweimal hat er sich auch festgerannt, aber seine Leistung war sehr positiv, wie von der gesamten Mannschaft. Für Felix freue ich mich sehr, dass er jetzt sein Debüt gegeben hat. Wenn die Erkrankung nicht gewesen wäre, hätte er schon längst gespielt.“

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Agu kam vor der Saison ablösefrei zu Werder. Der U21-Nationalspieler soll behutsam aufgebaut werden im Schatten der etablierten Außenverteidiger Augustinsson und Theo Gebre Selassie. Er könne der Mannschaft aber auch kurzfristig schon helfen, zeigte sich Kohfeldt überzeugt. „Felix ist ein Spieler, den wir langsam, aber stetig dahin entwickeln wollen, dass er stabil Bundesliga spielen kann. Er hat ein paar Waffen, die sind außergewöhnlich.“ Starke Worte. Gemeint war zum einen Agus Schnelligkeit. Er ist unheimlich flink und dynamisch in seinen Aktionen, das wurde auch in München deutlich. Zum anderen lobte Kohfeldt Agus Vielseitigkeit: „Er kann auf beiden Seiten spielen.“ Links fühlt sich Agu zwar etwas wohler, doch rechts hat er in Osnabrück ebenfalls schon häufig verteidigt. Er ist folglich sowohl eine Alternative zu Gebre Selassie als auch zu Augustinsson und dürfte in dieser Saison noch weitere Gelegenheiten erhalten, um auf dem Platz auf sich aufmerksam zu machen. Die harte Zeit in der Quarantäne ist jetzt abgehakt, Agu kann angreifen.

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