Zurückgeblättert: 7. Mai 1964

„Werder fliegt mit einem großen Aufgebot“

Seit 1963 spielt Werder in der Bundesliga, mehr als fünf Jahrzehnte, in denen sich im Fußball, bei Werder und in der Berichterstattung viel verändert hat. Mein Werder zeigt die Originaltexte und Zeitungsseiten.
06.05.2019, 11:59
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Von (mw)
„Werder fliegt mit einem großen Aufgebot“
Archiv Weser-Kurier

Am 7. Mai 1964 schrieb der WESER-KURIER:

Meisterschaft und Abstieg sind entschieden, und deshalb kommt dem letzten Spieltag der Bundesliga am Sonnabend nur noch wenig Bedeutung zu. Schon jetzt bereiten sich die Vereine auf die nächste Spielzeit vor, und die Frage, welche Spieler zur Verstärkung herangeholt werden, steht mehr im Mittelpunkt der Diskussionen als die Frage nach den Ergebnissen des kommenden Wochenendes. Nur für die Spieler des Meidericher SV und der Frankfurter Eintracht steht noch viel auf dem Spiel. Für sie geht es um den zweiten Tabellenplatz und die damit verbundene Prämie von 1000 Mark.

Der SV Werder wird sich seinen Freunden erst wieder Mitte Mai im Treffen mit dem mexikanischen Meister vorstellen. Am Freitag reist er zu seinem letzten Bundesligaspiel nach München, und am Sonntag tritt er in Schweinfurt gegen Schweinfurt 05 zu einem Freundschaftsspiel an. Dabei ist die Form beider Bundesligamannschaften zur Zeit nicht leicht einzuschätzen. Die Münchner, die gegen besser platzierte Klubs mehrere aufsehenerregende Ergebnisse herausholten, aber auch vor eigenem Publikum schon oft enttäuschten, werden voraussichtlich auf Heiß, einen ihrer besten Stürmer, verzichten müssen.

Die Bremer fliegen ohne Hänel, der schon einige Tage mit dem Training aussetzen mußte, haben aber im übrigen ihre stärksten Spieler zur Stelle. In München ist mit Bernard — Piontek, Lorenz — Schütz, Bordel und Schimeczek in der Abwehr zu rechnen, während für den Angriff Zebrowski, Thun, Soya, Klöckner, Ferner
und Meyer zur Verfügung stehen. Die genaue Aufstellung des Sturms steht noch nicht fest.

Zu dem Aufgebot gehören auch Lambertz, Schulz II und Jagielski, der in Schweinfurt zum ersten mal nach wochenlanger Pause eingesetzt werden wird, möglicherweise aber nur eine Halbzeit lang. Wenn der Meidericher SV im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern den zweiten Platz behaupten sollte, wäre das ein großer Erfolg, galt doch dieser Verein als krasser Außenseiter. Eintracht Frankfurt hat den großen Namen. Ob die Mannschaft in Karlsruhe gewinnen kann, läßt sich noch nicht sagen.

Wenn es für beide Vereine 39:21 Punkte gibt, wird der Rechenschieber den letzten Ausschlag geben. Bisher sieht es so aus: Meiderich 57:36 Tore = 1,583; Frankfurt 63:40 = 1,575. Würde man im deutschen Fußball den Torunterschied werten, hätte Eintracht Frankfurt mit 23:21 einen knappen Vorteil. Außer diesen beiden Spielen kann es höchstens zu Platzverschiebungen kommen, wobei der vierte Rang des VfB Stuttgart in Köln verlorengehen kann, zumal der Hamburger SV, der den 1. FC Nürnberg empfängt, zu Hause noch nie verloren hat.

Das Programm (in Klammem die Ergebnisse der Vorrunde): Meidericher SV — 1. FC Kaiserslautern (1:1), 1. FC Köln --- VfB Stuttgart (1:0), Karlsruher SC — Eintracht Frankfurt (3:0), Hamburger SV — 1. FC Nürnberg (2:3), Eintracht Braunschweig — Borussia Dortmund (0:3), 1. FC Saarbrücken — Schalke 04 (1:4), Preußen Münster — Hertha BSC Berlin (0:2), 1860 München — Werder Bremen (1:4).

Das hochauflösende PDF der originalen Zeitungsseite von damals gibt es hier (bei iOS den Link länger gedrückt halten).

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