So könnte Werder gegen Köln spielen

Rutscht Füllkrug in die Startelf?

Gegen den 1. FC Köln kann und darf sich Werder keine Schwäche erlauben, es müssen im Abstiegskampf unbedingt Tore und ein Sieg her. Florian Kohfeldt überlegt sogar, Niclas Füllkrug von Beginn an zu bringen.
26.06.2020, 14:00
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Rutscht Füllkrug in die Startelf?
Von Malte Bürger
Rutscht Füllkrug in die Startelf?

Trainer Florian Kohfeldt rätselt aktuell noch, ob er Niclas Füllkrug von Beginn an oder als Joker bringen soll.

gumzmedia/nordphoto

Eigentlich war die Ausgangslage klar: Seitdem Niclas Füllkrug nach seiner monatelangen Verletzungspause zurückgekehrt ist, stand fest, dass der Stürmer den Joker geben würde. So jedenfalls hatte es Trainer Florian Kohfeldt von Anfang an erklärt. Doch mittlerweile ist alles anders. Füllkrug bringt nach seinen Einwechselungen stets Schwung ins Spiel, während die restliche Bremer Offensive sonst so ihre Probleme hat. Zuletzt in Mainz wurden gleich zu Beginn der Partie Topchancen vergeben, die das Spiel in eine komplett andere Richtung hätten kippen lassen können. Werder traf jedoch erst, als Füllkrug eingewechselt worden war. Und genau das lässt Kohfeldt grübeln.

Gerade in diesem Spiel gegen den 1. FC Köln ist es schließlich besonders wichtig, dass die Bremer Ausbeute von Beginn an stimmt. Eine eigene frühe Führung wäre schließlich eine bessere Basis als eine späte Aufholjagd, um erfolgreich zu sein. Folglich könnte Füllkrug doch in die Startelf rücken. „Ich gebe zu, dass ich kurz mit diesem Gedanken gespielt, mich aber noch nicht entschieden habe. Das ist eine schwierige Frage für mich in der Spielvorbereitung, weil Niclas in Mainz gezeigt hat, dass er schon wieder über 45 Minuten gehen kann, es allerdings in den letzten zehn Minuten konditionell auch etwas weniger wurde", sagte Kohfeldt am Freitag. "Jetzt hatten wir aber noch eine Trainingswoche und da könnte man berechtigte Hoffnungen haben, dass er eine Halbzeit, vielleicht auch 55 bis 60 Minuten spielen kann." So weit, so gut. Werders Coach gefallen aber auch die Joker-Qualitäten seines Spielers - die Zwickmühle ist komplett. "Niclas von der Bank zu bringen, ist natürlich auch ein Aspekt, den man nicht vernachlässigen darf."

Kein „Geschenk“ für Pizarro

Gänzlich anders sieht es bei Claudio Pizarro aus, dem Kohfeldt definitiv nur einen Einsatz über zehn bis 15 Minuten zutraut. „Ich hoffe, dass es nicht sein letztes Spiel ist“, sagte der 37-Jährige mit Blick auf das baldige Karriereende des Stürmers. „Man sollte sich nicht zu viel von Gefühlen leiten lassen, aber natürlich wäre es mehr als eine schöne Abrundung seiner Karriere, wenn er in den letzten Minuten das Tor macht, das uns in die Relegation bringt“, sagte Kohfeldt. „Er wird auf jeden Fall im Kader sein und wie immer seine Rolle in der Kabine einnehmen. Den sehr großen Druck wird er ein bisschen weglächeln und trotzdem alle ermutigen Fußball zu spielen. Er kann aber auch noch diesen einen sportlichen Moment haben, dieses Näschen, diesen Laufweg – das hat er alles immer noch.“ Das soll es dann aber auch zum Thema Emotionalitäten gewesen sein. „Wir sind in einer Situation, in der es keine Geschenke geben wird. Und das ist auch im Sinne von Claudio. Er wird nicht fünf Minuten spielen, nur um zu spielen“, sagte Kohfeldt.

Bei Milot Rashica stellt sich dagegen weiterhin die Frage, ob er überhaupt wird spielen können. Am Mittwoch brach der 23-Jährige vorzeitig das Training ab, der linke Fuß war dick bandagiert. „Bei Milot ist es keine dramatische Verletzung, aber es ist schmerzhaft“, sagte sein Coach. „Wir müssen sehen, ob er diesen Schmerz tolerieren und über ihn hinweggehen kann.“

Bessere Nachrichten gibt es dagegen aus der Defensive. Milos Veljkovic und Theodor Gebre Selassie hatten sich zuletzt in Mainz einige Blessuren eingefangen, beide sollen aber gegen Köln spielen können. „Bei Milos und Theo sieht es so aus, dass es funktionieren wird“, sagte Kohfeldt. „Auch Kevin Vogt wird auf jeden Fall wieder dabei sein.“ Zumindest auf der Bank wird nach langer Zeit mal wieder Ömer Toprak sitzen. Im März hatte sich der Innenverteidiger im Pokalspiel gegen Frankfurt verletzt, nun ersetzt er Sebastian Langkamp, der wegen einer Zerrung im Oberschenkel ausfällt.

So könnte Werder spielen:

Pavlenka - Augustinsson, Moisander, Veljkovic, Gebre Selassie, Vogt, M. Eggestein, Klaassen, Bittencourt, Osako, Sargent

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