Der Plan mit Nick Woltemade

Kohfeldt schwärmt - bremst aber die Erwartungen

Nick Woltemade gehört bei Werder zu den jungen Wilden. Der 18-Jährige verfügt über enormes Potenzial, das schätzt auch Florian Kohfeldt. Dennoch warnt der Trainer davor, jetzt allzu großen Erwartungen zu haben.
25.08.2020, 10:58
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Von Malte Bürger und Christoph Sonnenberg
Kohfeldt schwärmt - bremst aber die Erwartungen

Nick Woltemade (r.) soll sich bei Werder in aller Ruhe entwickeln.

nordphoto

Ein Stürmer mit Abschlussqualitäten ist er fraglos, ein ziemlich großer sowieso. Da erscheint es als selbstverständlich, für welche Position Nick Woltemade vorgesehen ist: als die des vordersten Angreifers. Doch weit gefehlt. Florian Kohfeldt hat alternative Wirkungsräume für den 18-Jährigen aufgetan, in den beiden vergangenen Testspielen durfte er hinter den Spitzen ran. Und dort hinterließ Woltemade einen ziemlich guten Eindruck. „Er ist kein zentraler Stürmer mit dem Rücken zum Tor“, sagt sein Coach. „Er hat ein unglaublich gutes Tempodribbling. Er kann auf dem Flügel spielen oder auf der Zehn.“

Florian Kohfeldt wäre es allerdings am liebsten gewesen, wenn er bei seiner Bilanz des Zillertal-Trainingslagers gar nicht über Nick Woltemade hätte sprechen müssen. „Den habe ich absichtlich nicht erwähnt, weil er noch so jung ist“, sagte der Bremer Trainer. „Ich will da nichts aufbauen. Ich habe das mit Johannes Eggestein erlebt, in Ansätzen mit Josh Sargent.“ Beide Offensivspieler tauchten einst im Profikader auf, landeten erste Wirkungstreffer und wurden fortan mit Erwartungen bedacht, die sie kaum bis gar nicht erfüllen konnten. Eggestein hatte vor allem in der vergangenen Saison so seine Problemchen, Sargent brauchte ebenfalls eine gewisse Anlaufzeit, um Konstanz in sein Spiel zu bringen. Für ihn dürften vor allem die kommenden Monate richtungsweisend werden.

Aus vergleichbaren Drucksituationen würde Florian Kohfeldt sein nächstes Sturmtalent nun gern erst einmal heraushalten. „Ich werde keinen Spieler, der so jung ist, auf ein Podest heben“, sagte der 37-Jährige und forderte: „Lasst ihn in Ruhe, lasst ihn sich entwickeln.“ Bislang ist Kohfeldt mit genau diesem Prozess zufrieden - auch weil Nick Woltemade über jene soziale Kompetenzen verfügt, die nicht nicht nur ein Trainer zu schätzen weiß. „Er ist in seiner Art sehr angenehm und respektvoll. Er weiß, was sich gehört“, sagte Kohfeldt. „Dem muss man nicht erklären, dass er das Wasser trägt. Das macht er von ganz allein. Das führt bei ihm aber nicht zu einer Unterwürfigkeit.“

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