Kohfeldt setzt auf die Rettung über Umwege

Die Relegation ist das Ziel

Die Tabelle ist gnadenlos und zeigt, wie prekär die Lage bei #Werder ist. Auch Trainer Florian Kohfeldt hält eine Rettung über die Relegation längst für wahrscheinlicher und hakt Rang 15 ein Stück weit ab.
07.06.2020, 17:58
Lesedauer: 2 Min
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Die Relegation ist das Ziel
Von Malte Bürger
Die Relegation ist das Ziel

Zum Verzweifeln: Florian Kohfeldt und Werder haben wieder nicht gepunktet.

gumzmedia/nordphoto

Es gibt Wochenenden, da tut der Blick auf die Tabelle besonders weh. Zugegeben, in dieser Saison lohnt sich der Anblick aus Werder-Sicht ohnehin nur selten, doch dieser 30. Spieltag hat der ohnehin schon schlechten Laune der Fans noch einmal einen weiteren Tiefschlag verpasst. Denn die Bremer haben nicht nur selbst gegen Wolfsburg verloren, obendrein hat auch noch die Konkurrenz gepunktet. Und das macht die ganze Sache für Werder im Abstiegskampf nicht leichter.

„Es wird immer schlimmer. Wenn wir nicht gewinnen, dann wird es immer schwerer, die Klasse zu halten“, fasste Davy Klaassen das gesamte Dilemma zusammen. Kapitän Niklas Moisander flüchtete sich derweil in Zweckoptimismus. „Das ist enttäuschend, aber alles ist noch möglich. Wir haben nur drei Punkte bis Düsseldorf, wir geben alles bis zum Ende“, betonte er. Etwas anderes wird seiner Mannschaft auch gar nicht übrig bleiben, wenn die sportliche Heimat auch nach der Sommerpause Deutschlands Beletage sein soll.

Das Spiel mit den Wahrscheinlichkeiten

Momentan riecht es aber schwer nach Zweitklassigkeit. Das ist natürlich auch Trainer Florian Kohfeldt nicht entgangen. Bei einem seiner einstigen Leistungskurse während des Abiturs in Delmenhorst drehte sich alles um die Mathematik, die aktuelle Ernüchterung hätte sich jedoch zweifellos auch ohne die dortige Wahrscheinlichkeitsrechnung eingestellt. Wobei Kohfeldt weit davon entfernt aufzugeben, doch die Fakten kann auch er natürlich nicht einfach ignorieren. „Wir haben noch vier Spiele, um das realistische Ziel Relegation zu erreichen. Der Nichtabstiegsplatz ist jetzt ein Stück weg, da muss man ehrlich sein“, sagte er.

Das klang beinahe ein wenig so, als hätte Werders Cheftrainer mit der direkten Rettung abgeschlossen. „Nein“, antwortete er deshalb vehement auf entsprechende Nachfragen, „aber natürlich kann ich die Tabelle lesen.“ Und die spuckt es eben ziemlich nüchtern und deutlich aus, dass der FSV Mainz nach dem jüngsten 2:0-Erfolg bei Eintracht Frankfurt – jenes Team, das kurz zuvor noch in Bremen mit 3:0 gewann – nun als Tabellen-15. ein kleines Polster angehäuft hat. „Stand jetzt sind es sechs Punkte und das schlechtere Torverhältnis. Wenn wir nächste Woche gewinnen, sieht die Sache schon wieder anders aus“, meinte Kohfeldt, der auch darauf setzt, dass es am vorletzten Spieltag noch zum direkten Duell beider Vereine kommt.

Sieg in Paderborn ist Pflicht

Nichtsdestotrotz ist er sich bewusst, dass diese Gedankenspiele recht spekulativ sind. Werder muss schließlich nicht nur gegen Paderborn am kommenden Sonnabend gewinnen, sondern auch auf einen sonntäglichen Ausrutscher der Mainzer gegen Augsburg hoffen. Genau deshalb sagt Kohfeldt auch: „Jetzt habe ich nicht darüber zu fabulieren, ob wir die sechs Punkte aufholen. Für uns ist wichtig, dass wir überhaupt ein Spiel gewinnen.“

Damit lag er nicht falsch, denn ohne eigene Siege dürfte es nicht einmal für die Relegation reichen. Auf Rang 16 liegt weiterhin Fortuna Düsseldorf, nach einem 2:2 gegen Hoffenheim beträgt der Vorsprung der Rheinländer drei Punkte. Und fast schon selbstverständlich ist auch deren Torverhältnis besser, sodass es im Grunde schon vier Zähler sind, die Werder aufholen muss. Düsseldorf trifft am Wochenende auf Borussia Dortmund, Schützenhilfe für die Bremer ist da nicht ausgeschlossen. Aber eben auch keine Selbstverständlichkeit. Zumal Werder es häufig genug in dieser Saison nicht geschafft hat, Spiele zu gewinnen, die man eigentlich nicht verlieren darf. So wie jetzt gegen Wolfsburg. „Die Enttäuschung ist sehr groß, aber der Kampfeswille ist ungebrochen“, sagte Florian Kohfeldt. „Was uns Mut macht – so komisch das klingt – ist die Tabelle. Wir haben keine sieben, acht Punkte Rückstand, sondern nur drei. Und wir haben noch vier Spiele, da kann man drei Punkte aufholen.“

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