Kohfeldts Vorfreude aufs Trainingslager

Spaß wie seit zwei Jahren nicht

Zum inzwischen neunten Mal geht es für Werder nach Zell am Ziller ins Trainingslager. Trotz bekannter Umgebung läuft in diesem Jahr alles etwas anders ab - und Florian Kohfeldt sprüht bereits vor Begeisterung.
14.08.2020, 18:49
Lesedauer: 2 Min
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Spaß wie seit zwei Jahren nicht
Von Malte Bürger
Spaß wie seit zwei Jahren nicht

Florian Kohfeldt genießt im Moment die Arbeit mit seiner Mannschaft.

nordphoto

Gemütlich tuckert die Zillertalbahn durch den Ort. Und auf ihrem Weg kommt sie natürlich auch in diesem Jahr wieder direkt am Posthotel vorbei. Jene Herberge, in der es sich Werders Profis nun für die nächsten Tage erneut bequem machen. Zum inzwischen neunten Mal gastieren die Bremer in Zell am Ziller. Etwas verspätet zwar, aber das Coronavirus hat die Reise nach Österreich zumindest nicht ganz verhindert. Es ist also alles wie immer – und doch völlig anders.

„Ich freue mich aufs Zillertal, weil es in diesem Jahr noch einmal eine höhere Bedeutung hat als sonst. Auf der einen Seite sind wir schon seit Jahren da, kennen die Gegebenheiten und sind froh, dass wir trotz dieser schwierigen gesamtgesellschaftlichen Lage die Möglichkeit haben, wieder hierher zu fahren“, sagte Trainer Florian Kohfeldt. „Es wird aber nicht nur wegen der Pandemie anders sein. Wir haben das erste Mal die Möglichkeit, nahezu mit dem Kader zu trainieren, der auch einen Großteil der Saison bestreiten wird.“

Erste Woche als Appetitanreger

Keine Europameisterschaft, keine Olympischen Spiele. Kein Turnier, das den einen oder anderen Profi später einsteigen lässt. Wenn es in den Vorjahren in die Berge ging, war das meist anders. Einige größere Namen fehlten noch, mehrere kleine durften hineinschnuppern. „Da gab es im Hotel dann einen Tisch mit Profis und einen mit U23-Spielern“, sagte Kohfeldt. Eine derartige Trennung fällt nun weg, von Beginn an geht es ums Ganze. Sowohl bildlich als auch im übertragende Sinne. Da trifft es sich ganz gut, dass es im Vergleich zum Vorsommer bislang insbesondere einen eklatanten Unterschied gibt: Die Zahl der verletzten Spieler hält sich in Grenzen. „Dieses Trainingslager ist prädestiniert dafür, dass man zusammenfindet“, sagte Kohfeldt deshalb.

Der 37-Jährige sprüht förmlich vor Elan. „Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten zwei Jahren so viel Spaß gehabt zu haben wie jetzt“, sagte er. Die ersten Tage auf den Bremer Trainingsplätzen genügten Florian Kohfeldt als Appetitanreger für das, was da jetzt kommen soll. „Sportlich hatten wir einen sehr ordentlichen Auftakt in die Vorbereitung“, sagte er. „Wir haben sehr viele Spieler über die ersten zehn Tage gesund gehalten und die Belastung aus unserer Sicht sehr gut gesteuert. Darüber hinaus konnten wir schon sehr intensiv trainieren.“ Dabei ging es um Themen wie die verteidigende Grundordnung, das Gegenpressing oder das geordnete Offensivspiel. „Jeder Spieler sollte also schon einmal eine Grundvorstellung davon haben, was in jeder Phase des Spiels bei uns passiert.“

Akribische Detailarbeit

Einige Hundert Kilometer weiter südlich soll nun akribisch an den Details gearbeitet werden. „Wir beginnen die ersten Tage mit dem Offensivspiel und vor allem der Frage, wie wir zielstrebig im letzten Drittel werden“, verriet der Werder-Coach. „Im zweiten Teil des Trainingslagers wird dann wieder die verteidigende Grundordnung auf die Agenda gestellt, denn wir haben in der letzten Saison viel zu viele Gegentore bekommen.“ Bekanntlich war dies insbesondere nach ruhenden Bällen der Fall, weshalb es sozusagen noch einen Pflicht-Bonus im Trainingsplan gibt. „Uns begleitete schon die gesamte Vorbereitung über das Thema Standards, das wird auch jetzt weiter mitlaufen. Der Auftrag an die Jungs ist, dort die Eigenverantwortung zu haben.“

Bislang hat es den Eindruck, als würde die Mannschaft dieses und all die anderen Vorhaben optimal umsetzen. Florian Kohfeldt gerät jedenfalls regelrecht ins Schwärmen, wenn er über den momentanen Kader spricht. „Ich kann sagen, dass mir das Arbeiten in diesem Team sehr viel Spaß macht. Es ist harmonisch, ohne dass es streichelnd ist. Und es ist zielführend. Das genieße ich sehr."

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