Nach Glanzauftritt im DFB-Pokal

Baumann würde Bartels wieder ziehen lassen

Viele Werder-Fans freuten sich mit Holstein Kiel über den Pokalcoup gegen Bayern München - und trauerten gleichzeitig dem Ex-Bremer Fin Bartels nach. Sportchef Frank Baumann verteidigte nun die Trennung.
14.01.2021, 14:42
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Daniel Cottäus

Erst ein Tor in der regulären Spielzeit, dann am Ende den entscheidenden Elfmeter verwandelt: Fin Bartels war während des sensationellen Pokalerfolgs von Zweitligist Holstein Kiel gegen Bayern München einer der großen Helden des Abends. Bei den Fans von Werder Bremen hat das für gemischte Gefühle gesorgt.

Einerseits feierten sie den 33-Jährigen in den sozialen Netzwerken überschwänglich ab, andererseits schwebte da aber diese Frage durch den Raum: Warum nur hat sich Werder Bremen im Sommer dagegen entschieden, dem Angreifer einen neuen Vertrag anzubieten?

Fest steht: Aktuell könnte die offensiv wenig begeisternde Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt einen Spielertypen wie Bartels enorm gut gebrauchen. Schließlich hat der Routinier auch in der Zweiten Liga schon wiederholt auf sich aufmerksam gemacht. Seine Bilanz nach 14 Spielen: drei Tore, fünf Vorlagen. Werders Sportchef Frank Baumann wehrte sich am Donnerstag aber trotz dieser Zahlen dagegen, die Trennung von Bartels rückblickend als Fehler einzustufen. „Wir wissen, welche Qualitäten Fin mitbringt, wenn er gesund ist. Aber auch heute würden wir die Entscheidung wieder so treffen“, sagte der 45-Jährige.

Werder habe im Sommer gute Gründe dafür gehabt, Bartels nach sechs Jahren im Verein ziehen zu lassen. „Es galt, unsere finanzielle Situation zu berücksichtigen. Zudem war der Umbruch der Mannschaft sehr, sehr wichtig“, verteidigte sich Baumann und verwies darauf, „dass wir im Offensivbereich sehr viel Auswahl haben“. Darüber hinaus dürfte Werder schlicht und ergreifend das Vertrauen gefehlt haben, dass Bartels nach seiner langen Verletzungshistorie wieder an die alte Form anknüpfen kann, auch wenn Baumann das nicht erwähnte. Seit seinem Achillessehnenriss im Dezember 2017 war der Stürmer immer wieder ausgefallen, sodass Werder das Auslaufen seines Vertrags als guten Zeitpunkt für die Trennung erachtete.

Mit Bartels' drittem Frühling hatten sie ihm Club nicht mehr gerechnet. Jetzt, wo er da ist, bleibt Baumann nur die Rolle des Gratulanten: „Wir freuen uns für Holstein Kiel und insbesondere natürlich auch für Fin, dass sie die Pokalsensation geschafft haben.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+