Bundesliga-Aufstieg rückt immer näher

Werder-Frauen schlagen Bayern II

Während der Tabellenführer den FC Bayern II mit 2:0 schlägt, verlieren die Aufstiegskonkurrenten aus Meppen und Mönchengladbach. Nach 16 Saisonpartien ohne Niederlage kann Werder sich nur noch selbst schlagen.
02.03.2020, 10:32
Lesedauer: 3 Min
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Werder-Frauen schlagen Bayern II
Von Jörg Niemeyer
Werder-Frauen schlagen Bayern II

Zweimal durften die Werder-Frauen gegen Bayern II jubeln.

imago images

Vor einigen Tagen hat Giovanna Hoffmann erklärt, für welchen Klub sie in der kommenden Saison in der Fußball-Bundesliga spielen wird: für den SC Freiburg. Seit Sonntag ist es noch ein bisschen wahrscheinlicher geworden, dass die 21-Jährige Erstliga-Fußball künftig auch mit dem SV Werder spielen könnte. Denn während die Bremerinnen ihre Heimpartie gegen den FC Bayern II mit 2:0 (1:0) gewannen, patzten die beiden schärfsten Aufstiegskonkurrenten in der 2. Bundesliga: der SV Meppen gleich mit 0:8 beim 1. FFC Frankfurt II und Borussia Mönchengladbach mit 2:3 bei Turbine Potsdam II. Glückwünsche ob der günstigen Konstellation in der Tabelle wollte Werder-Trainer Alexander Kluge aber noch nicht entgegennehmen. „Wir müssen weiter Punkte sammeln“, sagte er, „nach dem 2:2 in der Vorwoche war es heute umso wichtiger.“

Giovanna Hoffmann wunderte sich derweil über die ungewöhnlich zahlreichen Autogramm- und Fotowünsche, die sie nach dem Abpfiff erhielt. „Ein bisschen bin ich doch noch da“, sagte sie schmunzelnd, nachdem sie gerade klargestellt hatte, dass sie sich bis zum Saisonende voll und ganz auf ihre jetzige Mannschaft konzentrieren werde. Dass das vermutlich keine leeren Worte sein werden, hatte Hoffmann mit ihrer Leistung gegen die Bayern-Reserve unterstrichen.

Die offensive Mittelfeldspielerin zählte einmal mehr zu den treibenden Kräften des souveränen und noch immer ungeschlagenen Zweitliga-Spitzenreiters. Nicht nur das: Giovanna Hoffmann erzielte in der 63. Minute, acht Minuten nach ihrer Einwechslung, nach feiner Kopfballverlängerung von Selina Cerci auch das 2:0. Das taugte nur deshalb nicht zur Spielentscheidung, weil Werder erstens in der Abwehr keinesfalls immer sattelfest wirkte und zweitens wieder einmal fahrlässig mit den besten Torchancen umging.

FC Bayern trifft nur den Pfosten

Das war zweifellos das größte Manko an diesem Tag, das auch Alexander Kluge nicht kalt lassen konnte. „Das kostet Nerven und Aufwand“, sagte der Trainer, „vor der Pause haben wir noch Riesenglück gehabt, dass der Schuss von Gia Corley nur an den Innenpfosten ging.“ Die Szene in der 43. Minute war so eine, in der die Abwehr der Gastgeberinnen nicht auf der Höhe war: Ein Abschlag von Torfrau Maria-Luisa Grohs erreichte Corley, die allein auf Torfrau Lena Pauels zustürmte und Werders Nachlässigkeit hätte bestrafen können. Nur gut, dass Reena Wichmann in der 32. Minute schon mal für die Bremer Führung gesorgt hatte – mit einem großartigen Schuss aus 30 Metern, bei dem sich Maria-Luisa Grohs vergeblich lang machte.

Schon in der ersten halben Stunde hatten die knapp 400 treuen Fans den Torschrei auf den Lippen gehabt, doch zweimal konnte Katharina Schiechtl (6./29.) ihre eigene gute Vorarbeit nicht krönen. Kurz darauf erlief Selina Cerci einen zu kurzen Rückpass auf Torfrau Grohs, doch anstatt selbst zu vollenden, entschied sie sich für einen Pass auf Verena Volkmer, deren Schuss abgeblockt wurde. Noch einmal vergab Schiechtl freistehend (42.).

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie noch munterer, Werders Tordrang und vor allem die Torchancen noch zwingender. Immer wieder im Blickpunkt: Torjägerin Selina Cerci, der am Sonntag aber das Glück versagt blieb. Zweimal traf sie ins Netz (58./66.), beide Male galten die Treffer wegen Abseitsstellung nicht. Cercis Schuss aus 15 Metern parierte Grohs (51.) glänzend. Und als Cerci die Torfrau schon ausgespielt hatte (56.), legte sie sich den Ball einen Tick zu weit vor, sodass eine Gegnerin gerade noch klären konnte.

Nur gut, dass es Giovanna Hoffmann zwischenzeitlich besser gemacht hatte. Wenigstens einmal. Denn in der 67. Minute scheiterte auch sie im Duell mit Torfrau Grohs, die die Gäste mit ihren Paraden fast allein im Spiel hielt. Reena Wichmann verlor ihr Eins-zu-Eins-Duell ebenfalls (75.), danach erneut Cerci (78.). Der abprallende Ball sprang Wichmann vor die Füße, die mit ihrem Schuss Nicole Woldmann auf der Linie traf. Es war wie verhext. „Das müssen wir besser machen“, übte Giovanna Hoffmann Selbstkritik. Sie selbst hatte in der Schlussminute einen weiteren Schuss an den Innenpfosten gesetzt.

Am Ende hatten die Gastgeberinnen das Glück, dass die bis zur letzten Minute kämpfenden Bayerinnen im Abschluss zu harmlos waren. So bekam Lena Pauels trotz gefährlicher Angriffe des Gegners kaum Gelegenheit, sich auszuzeichnen. In der 2. Bundesliga gewinnt Werder solche Spiele – in der Bundesliga dürften sich diese Defizite rächen.

Statistik

SV Werder - FC Bayern II 2:0 (1:0)

Werder Bremen: Pauels - Wensing, Scholz, Steuerwald, Toth - Schiechtl, Hausicke, Wichmann, Lührßen (72. Walking) - Cerci (79. Goddard), Volkmer (55. Hoffmann)

Bayern München II: Grohs - Donhauser, Huber, Kappes, Bernhardt, Weiß (46. Woldmann) - Pfluger - Kögel, Ugochukwu (46. Weber) - Brecht (83. Herrmann), Corley

Tore: 1:0 Wichmann (32.), 2:0 Hoffmann (63.)

Gelbe Karten: - / -

Schiedsrichterin: Anke Hölscher

Zuschauer: 379

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