Füllkrugs neue Lust nach dem Frust "Die 2. Liga ist eine wahnsinnig geile Liga"

Mit Werder stieg Niclas Füllkrug in die 2. Liga ab, im Unterhaus kennt sich der Stürmer bereits aus. Im Interview mit dem "kicker" sprach er jetzt über seine Lust auf die neue Saison.
12.07.2021, 13:16
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Von Carsten Sander

Eines muss man Niclas Füllkrug lassen: Er stellt sich. Wo sich andere Profis des SV Werder verstecken, um nicht über das Gewesene und vor allem das nun Bevorstehende sprechen zu müssen, geht Füllkrug nach dem Abstieg den Fragen nach dem Warum und dem Was-nun nicht aus dem Weg. Im Interview mit dem „kicker“ bekräftigt der Mittelstürmer, dass ihm durch den Abstieg die Lust auf Werder Bremen nicht verloren gegangen ist. Aber er spricht auch von persönlichen  Schwierigkeiten, die der Umbau des Teams für ihn mit sich bringe. Auf dem Platz sieht sich der 28-Jährige gleichwohl als den zentralen Angreifer, den das System von Trainer Markus Anfang braucht.

Der Coach habe ihm im Gespräch erklärt, dass eine „richtige 9“ bei ihm dazugehöre. Logisch, dass sich Füllkrug da angesprochen fühlt.  „Ich denke schon, dass ich alles mitbringe, was man als Mittelstürmer braucht“, sagt er und kann das sogar vollkommen ligaunabhängig so behaupten. Denn Füllkrug hat sich sowohl in der spielerisch stärkeren 1.Liga als auch in der mehr auf körperlichen Einsatz ausgerichteten 2. Liga behauptet. In beiden Spielklassen hat er 28 Mal getroffen, im Unterhaus benötigte er dafür 102 Spiele, im Oberhaus 98. Und wenn er auf die kommende Saison schaut, dann kann Füllkrug trotz der Abstiegsdepressionen sogar so etwas wie Vorfreude empfinden. „Die 2. Liga ist eine wahnsinnig geile Liga, ich habe es geliebt, dort zu spielen. Dementsprechend habe ich kein Problem mit der Situation, und ich glaube, viele andere auch nicht“, erklärt er. Er will die Liga annehmen und „meinen Teil beitragen, damit wir wieder oben mitspielen“.

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Damit dürfte auch klar sein, dass Füllkrug von sich aus keinen Wechsel anstrebt.  Trotz aktueller Anlaufschwierigkeiten. In der neuen Gemeinschaft habe er seine Rolle „noch nicht gefunden“, räumt er ein, doch seine Bereitschaft, voranzugehen, sei ungebrochen. Jetzt werde sich „herauskristallisieren, wer wo welche Verantwortung trägt.“ Soll wohl heißen: Wer bleibt, wer gehen will.  In der Pflicht zur Wiedergutmachung zu stehen, ist für Füllkrug kein Einzelschicksal: „Da sehe ich uns alle.“

Alle zusammen haben es in der vergangenen Saison ja auch verbockt, haben versagt, nachdem nach 24 Spieltagen alles auf den sicheren Klassenerhalt hingedeutet hatte, Werder mit 30 Punkten sehr gut dastand. Wieso dann in den verbleibenden zehn Spielen nur noch ein Punkt dazukam? Füllkrugs Analyse: „Was uns immer verbunden hat, war dieses eine Ziel: der Nicht-Abstieg. Und nach dem Sieg in Bielefeld wirkte es wie geschafft. Wir haben das so zwar eigentlich nie ausgesprochen, doch es hat uns anscheinend dann nicht mehr zusammengehalten. Irgendwie herrschte die Stimmung, dass wir jetzt einen Schritt weniger machen können.“ Und das war dann gleichbedeutend mit dem Schritt in die 2.Liga.

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Dort hat Füllkrug schon mit Hannover 96, dem 1. FC Nürnberg und Greuther Fürth gespielt. Nach Lage der Dinge wird er es fortan auch mit Werder Bremen machen. „Spiele in der 2. Liga können richtig Spaß machen“, meint der Angreifer, jede Partie sei „eine Riesenherausforderung“, weil es körperlich richtig zur Sache geht. Er findet das „cool“. Aber natürlich fordert die 2.Liga mehr als nur Kampf und Einsatz. Die Spielidee ist wichtig, und in dieser Hinsicht sieht Füllkrug unter Coach Anfang Ansätze, die ihm gefallen und persönlich auch entgegenkommen: „Mit ihm als Trainer werden wir immer einen Weg nach vorne finden. Die Angriffe können von allen Seiten kommen, das macht uns schwer ausrechenbar.“ Er selbst könne dann in der Rolle des Mittelstürmers zwischen den gegnerischen Innenverteidigern „gut funktionieren“, glaubt Füllkrug.

Aktuell schon vom direkten Wiederaufstieg als Bremer Ziel zu sprechen, hält der Angreifer für übermütig: „Ich bin zwar niemand, der gern auf die Bremse tritt, aber ich weiß nicht, wie man dieses Ziel jetzt schon ausgeben will. Es steht ja noch gar nicht fest, wie der finale Kader aussehen wird. Ich bin selbst gespannt.“

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