Fast ein Sieg in Köln Kohfeldt verteidigt seinen Plan als „ergebnisorientiert“

Werder habe beim Spiel gegen den 1.FC Köln keinen „Schönheitspreis“ gewinnen wollen, sagt Trainer Kohfeldt. Die Mannschaft sei „ergebnisorientiert“ angetreten.
08.03.2021, 15:41
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander und Björn Knips

Nun ist es ja wahrlich nicht so, dass der SV Werder Bremen seine Fans in dieser Saison mit Zauberfußball verwöhnt. Doch der Auftritt beim 1:1 gegen den 1. FC Köln war dann schon einer, der ganz unabhängig vom umstrittenen Kölner Ausgleich mehr weh- als guttat – zumindest als Zuschauer vor dem Fernseher. Und selbst Werder-Coach Florian Kohfeldt gestand: „Das ganze Spiel war wahrscheinlich nicht schön anzusehen.“

Doch nach dem Fast-Abstieg geht es eben nur darum, den Klassenerhalt so schnell wie möglich perfekt zu machen. „Wir wollten heute keinen Schönheitspreis gewinnen, wir waren sehr ergebnisorientiert“, erklärte Kohfeldt den doch sehr passiven Auftritt seines Teams. Dabei hatte der Coach für diese wegweisende Partie seinen Sturm (Milot Rashica und Josh Sargent) um Niclas Füllkrug aufgestockt und dafür Mittelfeldspieler Romano Schmid geopfert. Werder begann auch durchaus verheißungsvoll. Eine Flanke von Ludwig Augustinsson, der nach seiner Genesung wieder für Felix Agu ran durfte, köpfte Füllkrug über das Tor (7.). Wenig später hätte es durchaus Elfmeter für Werder geben können, als Theodor Gebre Selassie im Strafraum von Ellyes Skhiri am Bein getroffen wurde und zu Fall kam. Doch weder Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck noch der Video-Assistent reagierten.

Dafür agierten nun umso mehr die Kölner. Sie übernahmen das Kommando. Werder kam offenbar nicht so gut klar damit, dass FC-Coach Markus Gisdol von seiner gewohnten Dreierkette abgerückt war und mit einem Quartett verteidigen ließ. „Ich bin ehrlich, damit habe ich nicht gerechnet“, gestand Kohfeldt. Der Coach musste sehen, wie Skhiri das 1:0 auf dem Kopf, aber genau auf Jiri Pavlenka gezielt hatte (20.). Kohfeldt stellte um, zog Sargent etwas zurück und machte aus dem 5:2:3-System ein 5:3:2. Doch Werder bekam zu selten den gewünschten Zugriff, weder vorne im Pressing noch im Mittelfeld. Immerhin stand die Abwehr ganz ordentlich, so dass die Kölner Überlegenheit nicht in echte Chancen mündete. Spaß machte dieses Spiel aus Bremer Sicht nur sehr begrenzt.

Das hätte sich nach dem Wechsel beinahe sofort geändert, denn Werder legte plötzlich den Vorwärtsgang ein. Doch Augustinsson scheiterte an FC-Keeper Timo Horn, Kevin Möhwald schoss den Abpraller weit über das Gehäuse (47.). Das war es aber auch schon wieder mit Bremer Offensivdrang. Hauptsache weg mit der Kugel, lautete fortan das Motto gegen Kölner, die zwar angreifen wollten, allerdings nicht so recht konnten.

Kohfeldt reagierte, nahm Füllkrug und Möhwald vom Platz und brachte dafür Leonardo Bittencourt und Romano Schmid (57.). Ein Glücksgriff! Denn Schmids Flanke köpfte Sargent zum 1:0 ins Netz (66.). Ein Tor aus dem Nichts, das selbst Kohfeldt zu überraschen schien. Der Coach jubelte gar nicht richtig. Dafür strahlte Sargent über beide Backen, er hatte wie schon bei seinem Treffer zum 2:1-Sieg vor gut einer Woche gegen Frankfurt bewiesen, dass er doch ein Torjäger sein kann.
Köln wehrte sich zwar gegen die Niederlage, war dabei aber wenig gefährlich. Genauso wie Werder mit seinen Kontern, die verschenkt wurden. Was sich dann beim umstrittenen Ausgleich von Jonas Hector (83.) rächen sollte.

Kohfeldt war natürlich nicht zufrieden, meinte aber auch: „Eine Niederlage wäre ein großer Rückschlag gewesen. Ein Unentschieden ist kein Traum, weil es nicht der ganz entscheidende Schritt nach vorne ist. Aber es ist trotzdem eher positiv für uns, wenn man es mit Köln vergleicht. Wir bleiben vorne und es werden weniger Spiele.“ Acht Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz, den Arminia Bielefeld belegt – Werders Gegner am Mittwoch. „Ein mega-wichtiges Spiel“, sagte Kohfeldt. Die zweite Chance zur Vorentscheidung im Klassenerhalt will Werder dann unbedingt nutzen.

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