Werder Bremen Werder gehen die Saisonziele aus

Bremen. Werder Bremen hat in den vergangenen Spielzeiten häufiger hohe Niederlagen kassiert - so auch in dieser Saison. Die Frage lautet nun: Was kann Werder in dieser Saison überhaupt noch erreichen?
26.02.2013, 05:00
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Werder gehen die Saisonziele aus
Von Marc Hagedorn

Bremen. Werder Bremen hat in den vergangenen Spielzeiten häufiger hohe Niederlagen kassiert. Auch in dieser Saison waren schon wieder einige böse Abreibungen dabei. Die Frage nach dem 1:6 in München lautet nun: Was kann Werder in dieser Saison überhaupt noch erreichen?

Immer wenn Werder ein Spiel hoch verloren hat, dann schlägt die Stunde der anonymen Trostspender. Auch am Tag nach der 1:6-Pleite beim FC Bayern waren die unbekannten Werder-Sympathisanten wieder unterwegs. Nach dem Training am Sonntag fanden die Bremer Bundesligaprofis Kärtchen mit aufmunternden Sprüchen und sogenannte Trostschokolade an den Windschutzscheiben ihrer Autos. Die Fans haben in den vergangenen zwei Jahren Übung darin erlangt nach einer bis dahin in der Ära Schaaf ungekannten Häufung an hohen Niederlagen.

Eine Auswahl seit November 2010: 0:6 in Stuttgart, 0:5 und 0:4 auf Schalke, 0:5 in Mönchengladbach und 0:4 in Hamburg. In dieser Saison sind zwei 1:4-Niederlagen gegen Leverkusen und Frankfurt sowie ein 0:5 gegen Dortmund und nun das 1:6 bei den Bayern dazugekommen. "Wir dürfen uns nicht so abschlachten lassen", sagte Mittelstürmer Nils Petersen hinterher. "Du musst dich in München behaupten", sagte Sportchef Thomas Eichin, "vor allem das fünfte und das sechste Tor sind richtig unnötig, da müssen wir uns besser anstellen."

Der einzige Trost: Existenziellen Schaden richtet das neuerliche Debakel nicht an. Werders Rückstand auf die internationalen Ränge beträgt weiterhin sechs Punkte. Den Vorsprung auf die Abstiegsränge darf man mit zehn Punkten nach wie vor komfortabel nennen. Zusammengenommen bedeuten diese Zahlen elf Spiele vor Saisonschluss allerdings nichts anderes als: Willkommen im Niemandsland.

Dort scheint sich Werder auch im dritten Jahr in Folge einrichten zu wollen. Vor zwei Jahren war Werder noch eine Elf der Topstars: Tim Wiese, Per Mertesacker, Marko Marin, Torsten Frings, Naldo und Claudio Pizarro standen unter Vertrag und retteten dem Klub erst am vorletzten Spieltag durch einen 2:0-Sieg über den damals frisch gekürten Meister Borussia Dortmund die weitere Bundesligazugehörigkeit.

Auch die beispiellose Pleitenserie in der vergangenen Rückrunde mit nur zwei Siegen konnten die Verantwortlichen am Ende erleichtert abhaken: Dank einer guten Hinrunde, nach der Werder sogar noch auf einem Europa-League-Platz gestanden hatte, landete Werder auf Platz neun. Weit vor der Abstiegszone. Dort hielten sich monatelang und mit großem Rückstand Hertha, Köln und Kaiserslautern auf, die bekanntlich auch absteigen mussten. In dieser Saison haben sich offenbar Fürth und Hoffenheim dazu entschlossen, die Rolle der überforderten und hilflos Richtung zweite Liga taumelnden Mannschaften zu übernehmen. Dritte Mannschaft mit großem Rückstand ist der FC Augsburg.

Ausgerechnet der FC Augsburg, denn der ist am kommenden Sonnabend Gast im Weserstadion. Es steht nun zwar kein Sechs-Punkte-Spiel oder gar ein Abstiegsduell an, aber mehr als ein "normales Spiel" ist diese Partie dann doch. "Ich glaube nicht, dass wir etwas mit dem Abstiegskampf zu tun bekommen", sagt Petersen, "aber man muss das sicher im Auge behalten." Zumal der FC Augsburg – wie schon im Vorjahr – pünktlich mit Beginn der zweiten Saisonhälfte anfängt, doch noch Bundesligaformat nachzuweisen.

Neun Punkte und damit sogar drei mehr als Werder haben die Augsburger im noch jungen Jahr 2013 geholt und dabei nur in Leverkusen verloren. Auf sieben Punkte kann Augsburg nun sogar an Werder heranrücken. "Diese Konstellation hätte man nicht haben müssen", sagt Werders Assistenztrainer Wolfgang Rolff mit Blick auf die beiden jüngsten Bremer Niederlagen, "die Augsburger lieben Zweikämpfe, die sind aggressiv, die freuen sich auf dieses Spiel."

Letzteres zumindest gelte auch für ihn, sagt Aaron Hunt. "Ich freue mich auf das Spiel, weil es ein Heimspiel ist und wir den Fans dann zeigen können, dass wir die Sache wiedergutmachen." Von größeren Zielen träumt im Moment in Bremen kein Profi. "Auf die Europa League müssen wir im Moment nicht schauen, das ist unrealistisch", sagt Mittelfeldspieler Zlatko Junuzovic. Als nächstes geht es darum, Augsburg auf Distanz zu halten. Das klingt nicht sehr aufregend – aber immerhin auch nicht nach einem neuen Fall für die Trostschokoladenspender.

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