Keeper kehrt aus Frankfurt zurück

Werder holt Felix Wiedwald

Werder steht unmittelbar vor der Verpflichtung von Felix Wiedwald. Der Bremer Fußball-Bundesligist ist sich mit dem Torwart von Eintracht Frankfurt über einen Wechsel im Sommer einig.
22.03.2015, 22:45
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Werder holt Felix Wiedwald
Von Marc Hagedorn

Für Felix Wiedwald war am Wochenende Kurzarbeit angesagt. Mal wieder. Ein wenig Aufwärmen vor dem Bundesligaspiel mit Eintracht Frankfurt in Stuttgart, ein bisschen Halbzeitgymnastik und am Sonntag dann ein lockeres Training mit den Reservespielern.

Seit ein paar Monaten ist das der Bundesliga-Alltag für den Ersatztorwart der Frankfurter. Dabei war das zwischendurch schon einmal anders gewesen: Vom 6. bis zum 14. Spieltag war Felix Wiedwald Stammtorwart der Eintracht, und Stammtorwart will er spätestens ab dem Sommer wieder werden, dann allerdings nicht mehr bei Eintracht Frankfurt, sondern bei Werder Bremen.

Nach Informationen des WESER-KURIER steht nämlich fest: Felix Wiedwald kehrt im Juli nach vier Jahren in der Fremde zu seinem Heimatverein zurück. Wahrscheinlich noch in der aktuellen Länderspielpause, also innerhalb der nächsten zwei Wochen, soll Wiedwalds Wechsel verkündet werden. Er soll einen Drei-Jahresvertrag in Bremen erhalten. Zwar sagt Werders Geschäftsführer Thomas Eichin: „Zur Torwartfrage gibt es im Moment von mir keinen Kommentar.“ Und auch Wiedwalds Agentur „Spielerrat“ möchte sich öffentlich nicht zum anstehenden Wechsel äußern. Alle wichtigen Fragen sind inzwischen aber geklärt.

Mit der Verpflichtung eines neuen Torwarts erhöht Werder den Konkurrenzkampf auf einer Schlüsselposition. Zwar lobte Viktor Skripnik seine aktuelle Nummer eins, Raphael Wolf, nach dem 1:1 in Köln am Wochenende demonstrativ. „Ohne Rafa bekommen wir hier zwei, drei Tore“, sagte der Werder-Trainer. Aber unumstritten ist Wolf, 26, nicht, seitdem er vor gut eineinhalb Jahren Sebastian Mielitz aus dem Werder-Tor verdrängt hat.

Vertrag bis 2018

Anfang des Jahres, unmittelbar vor Werders Abflug ins Trainingslager nach Belek, hatte das Torwartthema rasant Fahrt aufgenommen, nachdem Frankfurts Manager Bruno Hübner Werders Interesse an Wiedwald ausgeplaudert hatte. Als „Torwarttheater“ bezeichnete Wolf später die tagelange öffentliche Diskussion, die schließlich in einem Machtwort von Skripnik gipfelte, der Wolf zur Nummer 1 erklärte.

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Wolf hielt seitdem wechselhaft. Vor zwei Wochen beim 1:0 in Freiburg trug er einen guten Teil zum Werder-Sieg bei. In den Spielen zuvor indes hatte Wolf Kritik einstecken müssen. So patzte er beim 1:1 gegen Schalke und sah bei jeweils einem Gegentor in den Spielen gegen Augsburg und Wolfsburg nicht gut aus. Das Fachblatt „Kicker“ bewertet Wolfs Leistungen in dieser Saison mit der Durchschnittsnote 3,54. Das ist der schwächste Schnitt unter allen Stammtorhütern der Liga.

Wolfs künftiger Konkurrent Felix Wiedwald gilt als eines der größten Torwarttalente in Deutschland. In Frankfurt hat er das Pech, dass ein noch größeres Talent vor ihm steht: Kevin Trapp, elffacher U 21-Nationaltorwart und für viele Experten demnächst auch ein Mann für die A-Nationalmannschaft von Joachim Löw. Nachdem die Eintracht den Vertrag mit Trapp Ende des vergangenen Jahres bis 2019 verlängert hatte, stand für Wiedwald sein Abschied aus Frankfurt fest.

Wiedwald passt hervorragend in das Anforderungsprofil, das Werder für neue Spieler erstellt hat: Wiedwald ist jung, 25 Jahre. Wiedwald hilft auf der Stelle weiter und kostet keine Ablösesumme. Sicher auch nicht von Nachteil: Wiedwald hat eine lange Bremer Vergangenheit. Erst im Januar hatte Wiedwald betont: „Bremen ist meine Heimat, es ist schön, dort zu spielen.“ Wiedwald, in einer Handballer-Familie aufgewachsen, wechselte mit neun Jahren vom TSV Achim zu Werder, durchlief bei den Grün-Weißen von der C- bis zur A-Jugend alle Mannschaften, ehe ihn Thomas Schaaf als Nummer drei hinter Tim Wiese und Sebastian Mielitz zu den Profis hochzog. Als Schaaf dauerhaft auf Wiese und Mielitz als Bundesliga-Gespann setzte, wechselte Wiedwald zum MSV Duisburg in die zweite Liga, wo er auf Anhieb überzeugte.

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Zum aktuellen Werder-Trainer Viktor Skripnik pflegt Wiedwald ein sehr persönliches Verhältnis. „Er hat mir damals das Vertrauen geschenkt und mich zur Nummer eins in der U 18 gemacht“, erzählte er im Dezember im Interview mit dem WESER-KURIER unmittelbar vor dem Duell Frankfurt gegen Werder. Beim folgenden 5:2 der Eintracht stand Wiedwald im Tor. Diesem elften und bis heute letzten Erstligaeinsatz waren überragende Auftritte gegen Borussia Dortmund (1:0), Mönchengladbach (3:1) und Köln (3:2) vorausgegangen.

Wiedwalds Rückkehr im Sommer sorgt für ein großes Torhüteraufkommen in Bremen. Neben Wolf stehen auch noch die beiden 19-jährigen Junioren-Nationaltorhüter Michael Zetterer und Raif Husic unter Vertrag. Vom Drittligisten Jahn Regensburg kehrt Richard Strebinger zurück. Mit anderen Worten: Es wird absehbar weitere Bewegung auf der Torwartposition geben.

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