Zurückgeblättert: 15. Mai 1994

„Werder holte den Pokal!“

Seit 1963 spielt Werder in der Bundesliga, mehr als fünf Jahrzehnte, in denen sich im Fußball, bei Werder und in der Berichterstattung viel verändert hat. Mein Werder zeigt die Originaltexte und Zeitungsseiten.
03.05.2019, 09:26
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Von (mw)
„Werder holte den Pokal!“
Weser-Kurier Archiv

Am 15. Mai 1994 schrieb der WESER-KURIER:

Werder Bremen hat sich zum dritten Pokalsieg nach 1961 und 1991 „gezittert". Die Norddeutschen besiegten vor 76 000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion im 51. Endspiel um den DFB-Pokal Zweitligist Rot-Weiß Essen glücklich mit 3:1 (2:0). Nach sicherer Pausenführung brachte das Essener Anschlußtor die Bremer noch mächtig unter Druck. Erst Rufers Elfmeter (88.) machte alles klar.

Beiersdorfer (17.) und Herzog (38.) hatten die zunächst klar dominierenden Bremer in Führung gebracht. Die per Lizenzentzug zum Abstieg in die Regionalliga verurteilten Essener stemmten sich mit großem Einsatz gegen die Niederlage und standen nach dem Anschlußtor durch Bangoura (50.) sogar mehrmals dicht vor dem Ausgleich. Zuvor hatten die Fußball-Damen von Grün-Weiß Brauweiler durch ein 2:1 (0:0) über Seriensieger TSV Siegen zum zweiten Mal in ihrer Vereinsgeschichte den Pokal geholt.

„Wenn wir verlieren, stehen wir mit leeren Händen da", hatte Werder-Trainer Otto Rehhagel seinen Spielern unmittelbar vor dem Finale noch einmal die Bedeutung der Partie klar gemacht. Denn die mit dem Triumph von Berlin verbundene Europapokal-Teilnahme bringt den Hanseaten Millionen-Einnahmen. Und Rehhagels Mannschaft ging von Beginn an konzentriert zu Werke und nahm das Heft gegen den Pokalsieger von 1953
fest in die Hand.

Bereits die erste Chance der Bremer führte zum 1:0. Ein Zuspiel von Bode, der sich auf der linken Seite energisch durchgesetzt hatte, verwertete der offensivfreudige Beiersdorfer ohne Mühe. Nach diesem Treffer spielten die Norddeutschen befreiter auf und erspielten sich weitere gute Torgelegenheiten. Doch Basler (29.) und Rufer (34.) wußten nichts damit anzufangen.

Nach einem Rückpaß des unter den Augen von Bundestrainer Berti Vogts 45 Minuten lang groß aufspielenden Basler brauchte dann Herzog (38.) nur noch den Fuß hinzuhalten, um zum 2:0 zu vollenden. Erst vier Minuten vor der Halbzeit mußte Werder-Schlußmann Reck bei einem Distanzschuß von Jack erstmals mit einer Parade ins Geschehen eingreifen. Trotzdem war Rehhagel zur Pause noch nicht vom Erfolg
seiner Mannschaft überzeugt: „Die Essener werden jetzt Druck machen. Wir müssen die ersten zehn Minuten überstehen und möglicht schnell ein drittes Tor machen."

Die Sorgen des Werder-Trainers bestätigten sich nach dem Wechsel, denn plötzlich machten die von rund 30 000 Anhängern unterstützten Essener mächtig Dampf. Und Bangouras Anschlußtor brachte die Grün-Weißen völlig aus dem Rhythmus und Essen bekam Oberwasser.

Das hochauflösende PDF der originalen Zeitungsseite von damals gibt es hier (bei iOS den Link länger gedrückt halten).

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