0:3-Heimpleite gegen Wolfsburg Werder im Stile eines Absteigers

Bremen. Mit einem Sieg hätte Werder sich weiter von Abstiegsrängen entfernen können. Zuvor hatten die direkten Konkurrenten sogar verloren und die Ausgangslage verbessert. Doch gegen effektive Wölfe hatte Werder keine Chance.
20.04.2013, 19:53
Lesedauer: 3 Min
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Von Toni Nürnberg

Bremen. Augsburg, Düsseldorf und Hoffenhein hatten Werder zuvor eine Steilvorlage im Abstiegskampf geliefert. Doch Werder war wie so oft in dieser Saison nicht in der Lage diese Chance zu nutzen. Zur Halbzeit lag Werder gegen Wolfsburg mit 0:2 zurück. In der zweiten Hälfte erhöhte Diego per Elfmeter zum 0:3 Endstand. Die Bremer waren zwar stets bemüht, für einen Treffer reichte es aber einfach nicht.

Werder-Trainer Thomas Schaaf musste sein Team kurzfristig umbauen, weil Nils Petersen nicht hunderprozentig fit war. Für die Bayern-Leihgabe rückte deshalb Marko Arnautovic ins Sturmzentrum. Hinter Arnautovic füllten Kevin de Bruyne, Aaron Hunt und Zlatko Junuzovic die Plätze im offensiven Mittelfeld. Clemens Fritz und Philipp Bargfrede bildeten die Doppel-Sechs. Sokratis musste den ungewohnten Part des Linksverteidigers übernehmen, weil auch Lukas Schmitz nach Magen-Darm-Problemen noch nicht bereit war.

Werder begann mutig nach vorne und rückte weit heraus, um die Wolfsburger früh zu stören. Vor allem Sokratis versuchte in der Anfangsphase häufig über seine linke Seite Angriffe zu initiieren. Die Wolfsburger versuchten ihrerseits weit herauszurücken. Als Folge davon standen beide Mannschaften im Mittelfeld nahe beieinander und versuchten die Abwehrreihen mit Pässen in den Raum zu überwinden. Werder war in seinen Offensivbemühungen bemüht, doch außer vier Ecken sprang nichts Zählbares heraus.

Wolfsburg trifft mit dem ersten Schuss

Die Wolfsburger hatten mehr Erfolg. In der 12. Minute brachte Maximilian Arnold die Wölfe in Führung. De Bruyne ließ ihn bei der Ballannahme im Mittelfeld gewähren, Arnold bedankte sich, lief ein paar Schritte und schoss aus 20 Metern den Ball ins untere linke Toreck. Arnold hatte zuvor Glück, dass Schiedsrichter Felix Brych seinen Ellenbogenschlag gegen Assani Lukimya nicht ahndete. Einmal mehr musste Werder einem Rückstand hinterherlaufen. Doch wie so oft fehlte den Offensivbemühungen die letzte Konsequenz. Die Abspiele auf Arnautovic waren zu ungenau und Fritz' Distanzschuss ging weit am Tor vorbei (19.).

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Werder mühte sich weiter, doch Wolfsburg traf. In der 26. Minute lief Ivica Olic nach einem Pass von Polak gleich zwei Werder-Verteidigern davon, umspielte Sebastian Mielitz und schob den Ball aus spitzem Winkel ins leere Tor. Thomas Schaaf reagierte bereits nach 31 Minuten mit der Einwechslung von Petersen auf den Wolfsburger Nackenschlag. Sebastian Prödl, der beim zweiten Gegentreffer sehr schlecht aussah, musste vom Feld und die Abwehr wurde neu sortiert. Sokratis rückte nach Innen und Fritz auf die linke Abwehrseite.

Mit verdientem Rückstand in die Pause

Mit einem verdienten 0:2 Rückstand ging es in die Kabine, denn die Bremer Offensive war viel zu bieder und konzeptlos, um die Wolfsburger ernsthaft zu gefährden. Bezeichnend, dass eine verunglückte Flanke von Clemens Fritz für die größte Gefahr vor dem Tor der Wölfe sorgte. Die Fans, die Werder bis zum zweiten Tor lautstark unterstützten, quittierten die Leistung mit einem gellenden Pfeifkonzert.

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Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit war Werder ein Bemühen nicht abzusprechen, aber zu zwingenden Aktionen reichte es nicht. Vieles wirkte konfus und überhastet, so dass Wolfsburg keine Mühe hatte, die Führung zu verwalten. Werders Harmlosigkeit erreichte seinen Höhepunkt, als Arnautovic nach Flanke von de Bruyne aus etwa 30 Zentimetern Entfernung das Tor verfehlte (59.). In der 61. Minute versuchte Thomas Schaaf zusätzlichen Offensiv-Schwung zu erzeugen, als er Özkan Yildirim für Bargfrede brachte. Der just eingewechselte Yildirim erwies seinem Team in der 65. Minute einen Bärendienst, als er Vierinha im Strafraum zu Fall brachte. Den fälligen Elfmeter verwandelte der Ex-Bremer Diego locker (66.).

Abseits-Tor von Arnautovic

In der 77. Minute durfte das Bremer Publikum jubeln, als Arnautovic den Ball aus kürzester Distanz über die Linie drückte. Doch die Freude währte nur kurz, denn der Österreicher stand beim Abschluss knapp im Abseits. Kurz darauf schoss Hunt einen Freistoß aus aussichtsreicher Position über das Tor von Diego Benaglio (81.).

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Mit 0:3 endete das Spiel. Werder versuchte zwar, die Wolfsburger unter Druck zu setzen, doch für einen Schlagabtausch auf zumindest Augenhöhe reichte es nicht. Die Gäste hingegen präsentierten sich als Muster an Effektivität. Mit geringstem Offensiveinsatz erzielten sie drei Treffer. Werder Bremen kann sich im Anbstiegskampf glücklich schätzen, dass Augsburg, Düsseldorf und Hoffenheim am 30. Spieltag ebenfalls verloren haben. So bleibt es bei den fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Spielstatistik:

Werder Bremen: Mielitz - Gebre Selassie, Lukimya, Prödl (33. Petersen), Sokratis - Fritz, Bargfrede (59. Yildirim) - Hunt, Junuzovic, de Bruyne - Arnautovic

VfL Wolfsburg: Benaglio - Hasebe, Naldo, Kjaer (55. Knoche), Rodriguez - Träsch, Polak (80. Medojevic) - Vieirinha, Diego, Arnold (78. Schäfer) - Olic

Tore: 0:1 Arnold (13.), 0:2 Olic (27.), 0:3 Diego (66./Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Brych (München)

Zuschauer: 41.000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Arnautovic (8), Bargfrede (3), Fritz (2) / Träsch (3)

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