Leihe soll die Entwicklung anschieben

Kein Platz für Plogmann bei Werder

Luca Plogmann steckt in der Zwickmühle. Bei Werder schätzen sie zwar seine Qualitäten, doch Spielpraxis gibt es auf hohem Niveau nicht für den jungen Keeper - daher wird händeringend ein Leihklub gesucht.
11.08.2020, 10:00
Lesedauer: 3 Min
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Kein Platz für Plogmann bei Werder
Von Malte Bürger
Kein Platz für Plogmann bei Werder

Luca Plogmann (im Vordergrund) soll verliehen werden, während Jiri Pavlenka (hinten, v.l.), Stefanos Kapino und Eduardo Dos Santos Haesler das Torwarttrio bei Werder bilden werden.

nordphoto

Jiri Pavlenka spielte eine Halbzeit, danach wurde im Test gegen Braunschweig bekanntlich durchgewechselt. Auch auf der Torhüterposition. Und da Stefanos Kapino nach einem genehmigten Sonderurlaub erst am Sonntag nach Bremen zurückkehrte, war eigentlich klar, wer spielen würde. Oder eben nicht. Denn die etatmäßige Nummer drei, Luca Plogmann, fehlte gänzlich. Stattdessen durfte Eduardo Dos Santos Haesler aus der U23 ran. Dahinter steckte keine Degradierung, sondern ein ausgereifter Plan.

„Wir wollen sehr gerne, dass Luca Spielpraxis auf höherem Niveau sammelt und sind sehr überzeugt von ihm, aber es ergibt jetzt einfach wenig Sinn, dass er noch Regionalliga spielt“, sagte Florian Kohfeldt. Folglich ist Werder derzeit darum bemüht, einen Leihklub für Luca Plogmann zu finden. Der Vertrag des 20-Jährigen läuft in Bremen noch ein Jahr, um ein Leihgeschäft zu ermöglichen, würde der Kontrakt zuvor verlängert werden. „Luca ist ein Torhüter, der ein sehr großes fußballerisches Potenzial mitbringt“, sagte Kohfeldt. „Er erfüllt das moderne Profil eines Torwarts komplett und er hat sich in den beiden vergangenen Jahren unheimlich gut auf der Linie entwickelt. Mittlerweile ist er endgültig im Herrenfußball angekommen, das sieht man auch bei uns im Training.“

Mittenrein statt nur dabei

Allerdings eben nur dort. „Er muss jetzt spielen“, fordert Kohfeldt deshalb. „Er muss jetzt diesen Rhythmus kriegen, von Woche zu Woche spielen, vielleicht auch mal mit einem richtig guten Spiel oder einer schlechten Phase einer Mannschaft umzugehen lernen. Bislang hat er alles nur am Rand miterlebt, jetzt muss er mittenrein.“ Nun ist ausgerechnet die Position des Schlussmanns eine schwierige, wenn es um die Vermittlung an einen anderen Klub geht. Ein dortiger Trainer muss schließlich nicht nur eine neue Nummer eins suchen, sondern obendrein auch noch einem jungen Spieler vertrauen, der sich bislang kaum auf hohem Niveau beweisen konnte. Sollte sich für Plogmann also mindestens ein Drittligist finden lassen, ist nicht garantiert, dass er dort auch automatisch die erhoffte Spielpraxis sammelt. Zuletzt gab es immerhin lose Anfragen aus der 1. Dänischen Liga sowie aus der 2. und 3. Liga. Passiert ist noch nichts. Wichtig ist nicht zuletzt, dass auch Plogmann diesen geplanten Schritt wirklich gehen und sein gewohntes Umfeld verlassen will.

Bis dahin bleibt die Hoffnung, dass sich ein Weg findet. „Wir haben mit Luca einen hochtalentierten Torwart im Verein, der schon damals in der U15 bei mir Torhüter geworden ist“, sagt Florian Kohfeldt. „Seitdem fördern wir ihn systematisch, Christian Vander und U23-Torwarttrainer Manuel Klon haben ihn bis hierher gebracht. Wie bei Feldspielern auch gibt es im Training aber den Punkt, wo du dich nicht mehr weiterentwickeln kannst, weil ein anderes Element fehlt: das Spiel. Und dieser Moment ist jetzt gekommen. Deshalb haben wir zu ihm gesagt: Wenn deine Entwicklung weitergehen soll, dann musst du jetzt spielen – und zwar höher als Regionalliga. Das ist der Auftrag.“

Kapino soll bleiben

Bei Werders Nachwuchs ist der Platz im Kasten für Eduardo Dos Santos Haesler reserviert. Dem 21-Jährigen, den im Verein alle nur Dudu nennen, attestiert Kohfeldt ebenfalls eine gute Perspektive, anders als bei Plogmann ist die Regionalliga noch das richtige Umfeld zum Reifen.

Dieses gesamte Torhüter-Konstrukt ist natürlich eng mit den beiden Personalien bei den Profis verbunden. Jiri Pavlenka könnte bei einem Transfer einen Teil des so dringend benötigten Geldes einbringen, da aber konkrete Angebote fehlen, wird weiter mit ihm geplant. Wie auch mit Stefanos Kapino. Trotz anderslautender Gerüchte. „Ich schätze ihn sehr“, sagte Kohfeldt. „Er ist ein sehr guter Torhüter, der auch in der Mannschaft sehr wichtig ist. Ich bin am Ende sehr froh, wenn wir in dieser Konstellation in die Saison gehen. Wir müssen nichts verändern. Ich sehe für einen Wechsel momentan auch keine Anzeichen.“

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