Spieler sollen Gier nach Erfolg lernen

Mentalität als Schlüssel

Die Gier nach Erfolg muss man lernen, sagt Florian Kohfeldt. Die richtige Mentalität zu finden, wird deshalb Teil der Vorbereitung. Kohfeldt und Frank Baumann sehen die Mannschaft dabei auf einem guten Weg.
17.08.2020, 13:53
Lesedauer: 2 Min
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Von Christoph Sonnenberg
Mentalität als Schlüssel
Nordphoto

Es ist schon nachvollziehbar, weshalb die Bremer im Zillertal auch mal hinter verschlossenen Türen trainieren. Tun sie das nicht, stehen die Fans unmittelbar am Platz. An einem der beiden Rasenplätze trennt gerade mal ein dünner Maschenzaun Spieler und Zuschauer voneinander. Die Unmittelbarkeit, mit der sich das Treiben auf den Plätzen erleben lässt, ist für natürlich toll. Es führt zu einem enorm intensiven Eindruck von der Art des Umgangs, der Wortwahl, der Dynamik, die auf dem Platz herrscht.

Besonders die Rolle Florian Kohfeldts ist spannend und wie er seine Spieler leitet. Als ein Problem der vergangenen Saison wurde die mangelnde Kommunikation auf dem Feld ausgemacht. Sich gegenseitig helfen, einander mit Kommandos richtig zu stellen, das hat häufig gefehlt. Im Trainingslager, wo es in erster Linie darum geht, taktische Vorgaben zu erlernen und umzusetzen, wird nun auch die Kommunikation trainiert.

Lob für gute Kommunikation

„Laut soll es sein." Das ist so ein Satz, den Kohfeldt häufiger benutzt. Natürlich lautstark. Wer viele klare Anweisungen und Hilfestellung gibt, bekommt Lob. „Super Kommandos, Marco", zum Beispiel, was für Marco Friedl bestimmt war. Davy Klaassen und Maximilian Eggestein, die als Führungsspieler ebenfalls lenken und leiten sollen, waren dem Trainer am Sonntagvormittag nicht laut genug. „Ich weiß, dass ihr redet, aber man hört euch nur in einem kleinen Radius", monierte Kohfeldt.

In diesem Jahr geht es in der Vorbereitung auch um andere Aspekte, das hat Kohfeldt vor ein paar Tagen erklärt. Die Kommunikation auf dem Feld ist einer, die richtige Mentalität ein anderer. Die Mentalität ist ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Die Gier, ein Spiel zu gewinnen, einen Zweikampf oder ein Laufduell, muss man lernen, sagt Kohfeldt. „Diese Chance hast du nur einmal! Wer mir erzählt, man kann am ersten Spieltag den Schalter umlegen kann, daran glaube ich nicht. Entweder man entwickelt das, oder man hat es nicht.„ Um das zu entwickeln, erklärte der Trainer es zu „einem Schwerpunkt der Vorbereitung“.

Das 2:0 gegen Braunschweig als Schlüsselszene

Bisher scheint das ganz gut zu funktionieren, nach rund einem Drittel der Vorbereitungszeit. Als Beleg dienen für den Trainer einige Szenen aus dem erstem Testspiel gegen Braunschweig, speziell die, aus der das zweite Tore resultierte. „Wenn ich sehe, wie Felix Agu nach geht, wie Davy Klaassen nach geht. Da habe ich gesehen, dass sie diese Mentalität umsetzen wollen: Wir hören nicht auf, wir verteidigen konsequent bis zum Ende, wir kriegen kein Tor. Und wir sind so gierig darauf, Tore zu machen."

Nun lässt sich einwenden, dass in der Vorbereitungszeit häufig die Stimmung gut ist, die Lust auf Fußball nach dem Urlaub groß. Die Plätze sind überall in bester Verfassung, der Sommer macht gute Laune. Für Frank Baumann sind das Gründe, die eine Rolle spielen. „Die Bereitschaft ist da und eine gewisse Frische. Die Mannschaft macht keinen müden Eindruck, wie es in der Vorbereitung schon mal der Fall ist. Sie hat die Belastungen gut weggesteckt.„ In diesem Jahr sieht der Sportchef aber eine andere Motivation, die die richtige Mentalität entfachen kann: die schlechte letzte Spielzeit. „Ein paar Prozent trägt es dazu bei, dass die Mannschaft zeigen möchte, dass sie es besser kann. Das spielt mit rein, das merkt man ihr an.“

Ähnlich sieht es Kohfeldt. „Es sind einige dabei, die den Hunger haben, es besser zu machen.„ Gleichzeitig spricht der Trainer aus, dass das Erlernen der richtigen Mentalität ein Prozess ist, der nicht einfach irgendwann abgeschlossen ist. „Wir müssen daran arbeiten im Laufe der Vorbereitung. Es ist eine Aufgabe für mich, da sehr wachsam zu sein.“ Damit die Saison nicht doch wieder so endet wie die vergangene.

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