Molde FK stellt sich quer

Werder kämpft um Fredrik Aursnes

Zwischen Werder und Fredrik Aursnes ist eigentlich alles klar. Doch sein Club Molde FK stellt sich quer. Die Ablösesumme ist dabei weniger das Problem, sondern vielmehr der Zeitpunkt des Transfers.
23.06.2021, 10:16
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips
Werder kämpft um Fredrik Aursnes

Molde will Aursnes so spät wie möglich abgeben.

imago

Würde es allein nach Fredrik Aursnes und den SV Werder Bremen gehen, dann wäre der Norweger bereits an der Weser. Beide Parteien haben sich längst auf einen Wechsel geeinigt. Doch noch stellt sich Molde FK, der Club des 25-Jährigen, quer. Dabei ist nach Informationen unserer Deichstube gar nicht so sehr die Höhe der Ablösesumme für den begehrten Sechser das Problem, sondern viel mehr der Zeitpunkt des Transfers. Molde will Aursnes so spät wie möglich abgeben, denn in Norwegen wird im Kalenderjahr gespielt, die Saison ist also in vollem Gange. Und dann sind da auch noch die Qualifikationsspiele für die Europa-Conference-League gegen Servette Genf am 22. und 29. Juli.

Diesen europäischen Wettbewerb will Molde unbedingt erreichen. Lassen sie Leistungsträger Aursnes vorher ziehen, schwinden die Chancen. Zumal kein Ersatz verpflichtet werden kann, weil das Transferfenster für Neuzugänge in Norwegen erst am 1. August öffnet. Deshalb gestalten sich die Gespräche zwischen den Clubs etwas schwieriger, allerdings sind alle Seiten bemüht, eine Lösung zu finden. Der Transfer gilt grundsätzlich als nicht gefährdet, könnte sich aber noch etwas ziehen. Werder steht auch noch nicht wirklich unter Druck, schließlich ist Maximilian Eggestein als Sechser weiterhin da. Wenngleich sein Wechsel als wahrscheinlich gilt.

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Im äußersten Notfall würde Werder bei Aursnes sogar bis Ende des Jahres warten, heißt es. Dann wäre der Nationalspieler ablösefrei zu haben. Der Norweger soll dazu durchaus bereit sein, er sieht Werder als den richtigen nächsten Schritt in seiner Karriere an.
Ähnlich war es 2016 mit Thomas Delaney. Der FC Kopenhagen wollte seinen Mittelfeldspieler unbedingt für die Champions League behalten, ließ ihn erst im Winter nach Bremen wechseln und verzichtete dabei auf einen großen Teil der Ablösesumme.
Aufgrund der finanziellen Schwierigkeiten ist Werder aktuell ohnehin nicht in der Lage, hohe Transferentschädigungen zu zahlen. Daran ändert auch der kurzfristige Verkauf von Milot Rashica an Norwich City nichts. Die elf Millionen Euro Ablösesumme, von denen rund 1,5 Millionen Euro an Rashicas Ex-Club Vitesse Arnheim und den Berater des Spielers gehen, werden dringend benötigt, um die Liquidität zu sichern.

Laut norwegischen Medienberichten fordert Molde eine Ablösesumme von 1,5 Millionen Euro. Werder will maximal einen mittleren sechsstelligen Betrag zahlen. Das klingt nach großen Differenzen, die Clubs sollen sich aber schon entgegen gekommen sein.
Aktuell ruhen die Verhandlungen allerdings. Denn am Donnerstagabend tritt der Tabellenzweite Molde beim Spitzenreiter FK Bodö/Glimt an. Aursnes soll unbedingt dabei sein. Erst danach wird wieder gesprochen – und wer weiß, vielleicht gibt Molde als Tabellenführer dann doch früher nach und erfüllt den Wechselwunsch von Aursnes. Der Zeitpunkt würde gut passen, nächste Woche reist Werder ins Trainingslager ins Zillertal. Saisonstart der 2. Liga ist dann am 23. Juli. Der Spielplan wird am Freitag bekanntgegeben.

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