Nordderby in Gefahr?

Zwei Probleme bei Toprak - Anfang lässt Friedl weiter zappeln

Zum Start in die Trainingswoche vor dem 137. Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV am Samstag (20.30 Uhr) mussten die Grün-Weißen am Dienstag weiter auf ein Quartett verzichten.
14.09.2021, 16:46
Lesedauer: 2 Min
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Von Carsten Sander
Zwei Probleme bei Toprak - Anfang lässt Friedl weiter zappeln

Wird Kapitän Ömer Toprak das Nordderby auf der Tribüne verfolgen?

Andreas Gumz

Zwei Stunden vor dem ersten Training der Woche wusste Markus Anfang noch nichts von dem neuen Problem. Bis dahin musste der Trainer des SV Werder sich nur um die Wade von Ömer Toprak sorgen. Was als Grund allerdings auch schon ausreichte, um einen Ausfall des Bremer Kapitäns und Abwehrchefs für das Nordderby am Samstag gegen den Hamburger SV zu befürchten. Als Anfang dann die routinemäßige Besprechung mit dem medizinischen Staff und seinen Co-Trainern hinter sich hatte, wusste er: die Wade ist nicht alles.

Toprak hatte sich wegen eines grippalen Infekts abgemeldet. Er liegt krank im Bett, kann die Wade nicht so behandeln lassen, wie es nötig wäre. Die Chance, dass der Innenverteidiger gegen den HSV aufläuft, ist damit weiter geschrumpft.

Ein entscheidender Fortschritt war zum Wochen-Trainingsauftakt am Dienstagnachmittag auch bei Felix Agu und Eren Dinkci nicht zu vermelden. Beide befinden sich wegen muskulärer Probleme weiterhin im Reha-Prozess, nachdem sie zuletzt gegen den FC Ingolstadt bereits gefehlt hatten. Einsatz im Derby ungewiss.

Toprak hatte es erst in Ingolstadt erwischt. Auswechslung nach 26 Minuten und das wieder wegen muskulärer Beschwerden in der Wade. Bei ihm ein wiederkehrendes Problem. Anfang ist nun wegen des Mix aus Blessur und Infekt wohl gut beraten, frühzeitig über Alternativen zu Toprak in der Viererkette nachzudenken. In Ingolstadt war Lars Lukas Mai für den Kapitän gekommen, Marco Friedl blieb auf der Bank. Obwohl Anfang das mit rein sportlichen Überlegungen begründete („Ich wollte lieber einen Rechts- statt einen Linksfuß“), hatte es doch den Anschein, als hätte der Coach Friedl für dessen Streikverhalten am Ende der Transferperiode noch einen Denkzettel verpasst. Jetzt sagt Anfang, dass der Österreicher natürlich als Toprak-Vertreter infrage kommt: „Er trainiert die ganze Zeit gut.“ Für Mai gilt gleichwohl: „Er ist gegen Ingolstadt reingekommen und hat es abgeklärt gemacht.“

Der mit 23 Jahren zwei Jahre ältere Friedl hat gegenüber Mai zwar einen Erfahrungsvorsprung, was in Spielen wie einem Nordderby kein unwesentliches Entscheidungskriterium sein kann, doch Anfang stellt dem Österreicher für den Fall eines Toprak-Ausfalls erneut keinen Freifahrtschein aus. Mai sei zwar jünger, „und es kann schon sein, dass ein älterer Spieler mit Stresssituationen gelassener umgeht. Aber die jüngeren Spieler bekommen diese Gelassenheit nur, wenn sie Erfahrungen sammeln können, wenn wir sie spielen lassen.“ Klingt wie eine Pro-Mai-Haltung. Und klingt auch so, als müsse sich Marco Friedl bei Anfang mehr Kredit zurückholen, als es der Trainer öffentlich sagt.  

++ Dieser Artikel wurde um 18.26 Uhr aktualisiert. ++  

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