Medienrunde Werder-Kapitän Toprak wird der Chiarodia-Hype zu viel

„Er hat seine Minuten gemacht, wir freuen uns für ihn“, sagt Ömer Toprak über seinen Mitspieler Fabio Chiarodia. Doch dem Kapitän geht das mit dem Hype um den 16-Jährigen etwas zu schnell.
16.12.2021, 17:34
Lesedauer: 1 Min
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Von Maik Hanke

Vom Alter her könnten sie theoretisch Vater und Sohn sein – und das liegt weniger daran, dass Ömer Toprak mit seinen 32 Jahren schon so alt ist, sondern eher daran, dass sein Mitspieler Fabio Chiarodia noch so jung ist. Mit gerade einmal 16 Jahren, sechs Monaten und fünf Tagen hat das Abwehr-Talent kürzlich seine Premiere für Werder Bremen in der zweiten Liga gegeben, wurde damit jüngster Debütant der Club-Geschichte. „Glückwunsch Bambi“, gratulierte auch Toprak auf Instagram. Tatsächlich wirkt es, als hätte Toprak Chiarodia ein wenig unter seine Fittiche genommen, und wie es es sich für einen sportlichen Ziehvater gehört, tritt er nun erst mal gehörig auf die Euphoriebremse.

„Er hat seine Minuten gemacht, schön, wir freuen uns für ihn“, sagt Toprak in einer Medienrunde am Donnerstag, „aber wir sollten ruhig machen“. Tatsächlich beginnt für Chiarodia jetzt erst der Profi-Fußball, nebenher geht der italienische Junioren-Nationalspieler noch mehr oder weniger normal zur Schule. „Der Junge hat viel zu tun“, sagt Toprak und meint: „Mir geht das alles ein bisschen zu schnell, dass wir so viel über ihn sprechen.“ Chiarodia solle gucken, dass er es in den Kader schafft, sich weiterentwickelt – und vor allem auf dem Boden bleibt.

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Das würde er Chiarodia auch genau so sagen. Und hört der auch, was der Oldie sagt? „Ja, sonst kriegt er Feuer im Training!“, droht Toprak. Dabei hat er zwar ein Lächeln auf den Lippen, die Botschaft ist aber durchaus ernst gemeint. Denn dann richtet der Werder-Kapitän einen kleinen Appell an die Öffentlichkeit: „Lasst den Jungen erst mal Fußball spielen, bevor wir einen ganz großen Hype um ihn machen. Lasst den Jungen auf dem Boden. Und hoffen wir, dass er eine ganz große Karriere hat, aber da muss er viel Gas geben.“

Während Toprak das sagt, war Chiarodia übrigens schon nicht mehr im Wohninvest Weserstadion. Er hatte noch einen anderen Termin. Nach dem Vormittagstraining verließ der 16-Jährige das Stadion, traf am Parkplatz einen Bekannten und fragte mit einem breiten Lachen: „Kannst du mich zur Schule fahren?“

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