1:2-Niederlage im Testspiel Werder kassiert in Paderborn einen Dämpfer

Paderborn. Kraftraubende Vorbereitung, viele Personalwechsel - Werders erste Testspiel-Niederlage während der aktuellen Saisonvorbereitung hat ihre Gründe. Es ist eine Vorführung mit eingeschränkten Mitteln gewesen.
30.07.2012, 05:00
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Werder kassiert in Paderborn einen Dämpfer
Von Thorsten Waterkamp

Paderborn. Geschichte wiederholt sich, doch diesmal war es nicht so schlimm. Denn die Folgen der 1:2-Testspielniederlage beim SC Paderborn waren für Werder 2007 wesentlich dramatischer als die Folgen der erneuten 1:2 (0:1)-Niederlage 2012. Damals, vor fünf Jahren, zerriss sich Torsten Frings das Kreuzband; am gestrigen Sonntag verletzte sich niemand. Und auch Werders erste Niederlage in der Vorbereitung auf die neue Saison schmerzte nicht wirklich.

"Ist ja keine Frage, dass man besser spielen kann", sagte Thomas Schaaf zwar, doch es fehlte ihm der Grund, richtig sauer zu werden. Im Gegenteil: Werders Cheftrainer zeigte Verständnis für die Vorführung der eingeschränkten Mittel, mit denen die grün-weißen Profis gestern versuchten, dem wesentlich spritzigeren und agileren Gegner aus der zweiten Liga Herr zu werden. "Müde und schwere Beine" attestierte Schaaf nach dem intensiven Training der vergangenen drei Wochen der Mannschaft – ergo: "Dann kann man ein Spiel, wie wir es haben wollen, nicht umsetzen."

Dazu hatte Schaaf das Team gegenüber dem Aberdeen-Spiel am Mittwoch auf fünf Positionen verändert. So standen Torwart Raphael Wolf, Assani Lukimya, Tom Trybull, Florian Hartherz und Niklas Füllkrug in der Startelf, später tauschte Schaaf das komplette Mittelfeld aus.

Die Konsequenz aus kraftraubendem Training und personellen Umstellungen zeigte sich in vielen Szenen – auch in jenen, die zu den Toren der Gastgeber führten. Beim 0:1 verkalkulierte sich Linksverteidiger Hartherz, sodass sein Gegenspieler ungehindert in den Strafraum passen konnte: Dort traf Paderborns Gastspieler Deniz Yilmaz vom FSV Mainz, den die Ostwestfalen testeten, per Drehschuss (24.). Vor dem 1:2 durch Thomas Bertels (74.) patzte Aleksandar Stevanovic. Das 1:1 hatte Zlatko Junuzovic (58.) erzielt.

Werder kam bestenfalls in der Anfangsphase dazu, das eigene schnelle Spiel aufzuziehen. Vom Pressing, das Schaaf propagiert, war praktisch nichts zu sehen, zeitweilig verharrten die Bremer an der Mittellinie in Erwartung der Paderborner Angriffe. "Wir haben", überlegte Aaron Hunt, "zu viele Fehler im Spielaufbau gemacht."

Dennoch hatte Werder zunächst durchaus Gelegenheiten: Die größte vergab Junuzovic, von Aaron Hunt glänzend freigespielt, allein vor Paderborns Torwart Lukas Kruse – der Österreicher zielte genau auf den Schlussmann (19.). "Bis zum 0:1 hatten wir drei große Chancen", sagte Schaaf, "da müssen wir eigentlich die Bude machen."

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Allerdings hatten auch die Gastgeber ihre Gelegenheiten, meist dank ihres präzisen Spiels über die Außenbahnen, aber auch als Folge von einigen schweren Bremer Fehlern. Dazu kam: Der SC Paderborn, der Vorjahres-Fünfte der zweiten Liga, war der bislang spielstärkste Bremer Vorbereitungsgegner – und körperlich wesentlich weiter. Für die Paderborner beginnt am Freitag die Saison mit einem Auswärtsspiel beim Erstliga-Absteiger Hertha BSC.

"Man darf jetzt nicht ungerecht sein und nicht alles negativ sehen", nahm Schaaf seine Spieler in Schutz. Dass von den Nachrückern – mit der Ausnahme Füllkrug – praktisch keiner überzeugen konnte, beurteilte zwar auch der Trainer so ("Der ein oder andere hat Nachholbedarf, das hat man schon gesehen"). Zu hoch hängen wollte er aber nicht, dass sich zurzeit keine echten Alternativen für die Spieler der wahrscheinlichen Stammelf anbieten. Daran denke er noch gar nicht, sagte Schaaf, das könne man "nach drei Wochen Vorbereitung ja noch nicht manifestieren".

In einer Woche aber warten andere Kaliber: Beim Liga-total-Cup in Hamburg trifft Werder am Sonnabend auf den FC Bayern und am Sonntag auf den HSV oder Borussia Dortmund. Bis dahin, war sich Schaaf gestern sicher, "werden wir einen anderen Frischegrad aufweisen".

SC Paderborn:Kruse – Wemmer, Feisthammel (76. Ornatelli), Strohdiek, Bertels – Krösche (63. Ziegler), Vrancic (76. Gulde) – Meha (76. Polianec), Kempe (54. Demme), Brückner (63. Zeitz) – Yilmaz

Werder Bremen:Wolf – Gebre Selassie (46. A. Stevanovic), Lukimya, Sokratis, Hartherz – Trybull (62. Kroos) – Elia (62. Trinks), Junuzovic (62. Ignjovski), Hunt (62. Ekici), Füllkrug – Petersen (46. Arnautovic)

Schiedsrichter:Winkmann (Kerken)

Zuschauer:7424

Tore:1:0 Yilmaz (35.), 1:1 Junuzovic (58.), 2:1 Bertels (74.)

Gelbe Karten:Strohdiek, Brückner / Elia

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