Weichenstellung in Wales Werder-Keeper Pavlenka auf dem Weg zur tschechischen Nummer eins

Jiri Pavlenka oder Tomas Vaclik - wer wird Tschechiens Nummer eins? Lange galt Vaclik als unantastbar, doch mit einem Einsatz in Wales könnte Pavlenka die Wachablösung im tschechischen Gehäuse einläuten-
29.03.2021, 14:57
Lesedauer: 1 Min
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Von Björn Knips

Am Sonntagmorgen flog Jiri Pavlenka noch auf einem der Trainingsplätze am Weserstadion den Bällen hinterher, am Montagmorgen flog er dann nach Wales. Und im Gepäck hatte der Torhüter des SV Werder die Hoffnung, dass ihn das verpasste WM-Qualifikationsspiel gegen Belgien am Samstag auf seinem Weg zur Nummer eins in der tschechischen Nationalmannschaft nicht zurückgeworfen hat. Allerdings muss er genau das befürchten.

Die Hierarchie im tschechischen Tor war lange eindeutig. Tomas Vaclik (32) vom FC Sevilla war die erste Wahl, Pavlenka (28) der Herausforderer. Doch in diesem Frühjahr scheinen sich die Verhältnisse zu drehen. Weil Vaclik in Spanien in Folge einer Knieverletzung kaum noch spielt und im Club hinter dem marokkanischen Nationalkeeper Bono zurückstehen muss, bietet sich Pavlenka die Chance, an dem Konkurrenten vorbeizuziehen. Beim ersten WM-Qualifikationsspiel am Mittwoch gegen Estland (6:2) stand der Bremer dann auch zwischen den Pfosten, Vaclik saß auf der Bank.

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Eine Wachablösung war das zwar noch nicht, aber immerhin ein Hinweis darauf, dass sie bevorstehen könnte. Und Pavlenka hätte seine Position festigen können, wenn er auch Partie Nummer zwei der aktuellen Länderspielphase hätte bestreiten können. Wegen der für ihn zu spät gelockerten Quarantäne-Maßnahmen bei Reisen nach Tschechien verpasste er aber am Samstag die Begegnung mit dem Weltranglistenersten Belgien. Statt in Prag zu spielen, trainierte er am Wochenende in Bremen mit Werder-Torwarttrainer Christian Vander.

Vaclik kehrte dagegen zurück ins tschechische Tor und brachte sich mit einer starken Leistung nicht nur für das Match am Dienstag in Cardiff gegen Wales sondern auch für die EM im Sommer wieder in Position. „Sport.cz“ attestierte dem Spanien-Legionär nach dem überraschenden 1:1 gegen Belgien „eine großartige Leistung“. Doch der 32-Jährige weiß, dass er nicht mehr konkurrenzlos ist. Zum Duell mit Pavlenka sagte er tschechischen Medien: „Wir werden sehen, was sich die Trainer für Wales einfallen lassen. Und wir werden sehen, was im Sommer passiert.“ So klingt keiner, der sich seiner Sache sicher ist. Sollte Pavlenka in Cardiff erneut den Vorzug bekommen, wäre das für den Werder-Schlussmann fraglos ein großer Schritt Richtung Stammplatz im Tschechen-Tor.

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