Vogt über das harte Fitnessprogramm „Läuferisch bin ich auf dem Weg in die Spitze“

Kevin Vogt hat über seinen auslaufenden Leihvertrag bei Werder, das individuelle Training der vergangenen Wochen und seinen Umgang mit der Corona-Krise gesprochen.
02.04.2020, 12:44
Lesedauer: 2 Min
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„Läuferisch bin ich auf dem Weg in die Spitze“
Von Christoph Bähr

Normalerweise würde jetzt die heiße Planungsphase für Kevin Vogt beginnen. Sein Leihvertrag bei Werder läuft Ende Juni aus, eine Kaufoption gibt es nicht. Bleibt er also in Bremen? Geht er zurück zur TSG Hoffenheim, wo der Abwehrspieler mit Trainer Alfred Schreuder nicht zurechtkam? Oder wechselt er ganz woanders hin? Normal ist in der Corona-Krise aber fast nichts. Also erklärte Vogt am Donnerstag in einer Video-Medienrunde, er könne all diese Fragen nicht beantworten. "Ich bin mit meinem Berater immer im Austausch, aber es gibt aktuell ganz andere Themen. Meine Vertragssituation ist mir bewusst, aber ich beschäftige mich nicht damit, wie es im Sommer weitergeht. Momentan stehen so viele Eventualitäten im Raum."

Er könne nur die Fakten wiedergeben, betonte der 28-Jährige. "Es ist klar, dass ich ab Sommer einen Vertrag bei der TSG Hoffenheim habe." Ansonsten geht es für Vogt vor allem darum, bereit zu sein, falls der Ball in der Bundesliga wieder rollt: "Wenn der Tag kommt, müssen wir auf den Punkt fit sein. Das steht in unserer Macht, und das werden wir nicht vernachlässigen."

Anspruchsvolles Laufprogramm

Die letzte Zeit verbrachte er in Köln, wo er mit seiner Freundin oft Kniffel oder Uno spielte, mit seinen Hunden spazieren ging und vor allem sein individuelles Trainingsprogramm absolvierte. Gerade die Läufe nach den Vorgaben von Athletiktrainer Günther Stoxreiter seien extrem anspruchsvoll gewesen, erzählte Vogt lachend. "So ambitioniert bin ich noch nie durch den Park gelaufen. Die Leute in Köln haben sich sicherlich gewundert. Manchmal habe ich Stoxi verflucht, aber läuferisch befinde ich mich jetzt auf einem sehr guten Weg in die Spitze."

Dass die Saison, wenn überhaupt, nur mit Geisterspielen zu Ende gebracht werden kann, sieht Vogt mit gemischten Gefühlen: "Natürlich ist es mit Zuschauern schöner, aber wenn das nicht möglich ist, ist es für die Vereine schon sehr wichtig, dass trotzdem gespielt werden kann. Für viele Vereine geht es ums nackte Überleben. Also lieber Spiele ohne Zuschauer als keine Spiele."

Rippenprellung auskuriert

Wichtig ist dem Abwehrspieler zudem, mit Werder die Saison sportlich vernünftig zu beenden. "Wir wollen mit einem Lachen aus der Saison rausgehen", betonte Vogt. "Unser Weg war nicht so verkehrt, auch wenn die Ergebnisse zuletzt nicht stimmten." Falls wieder gespielt werden sollte, wäre Vogt zu 100 Prozent fit. Die Rippenprellung, mit der er sich durch das bislang letzte Werder-Spiel gegen Hertha (2:2) schleppte, ist ausgeheilt. "Ich habe keine Schmerzen mehr. Gegen Berlin war es okay. Unser Doktor war kreativ und hat mir etwas zusammengestellt, damit ich 90 Minuten fast beschwerdefrei spielen konnte", sagte Vogt und betonte: "Jeder kann und darf von mir erwarten, dass ich mit maximaler Leidenschaft dabei bin. Ich kann ganz ordentlich mit dem Ball umgehen, aber mein Wille und meine Mentalität haben mich auf das Level gebracht, auf dem ich seit einiger Zeit spielen darf."

Angst davor, dass er sich mit dem Coronavirus infizieren könnte, wenn der Spielbetrieb wieder anläuft, hat Vogt nicht. "Ich habe keine Angst davor und habe auch niemanden aus der Risikogruppe hier in meinem direkten Umfeld. Wenn der eine oder andere Spieler aber diese Angst hat, muss man Verständnis dafür haben. Fußball gerät gerade extrem in den Hintergrund. Oftmals muss erst etwas passieren, damit man sich auf die wichtigen Dinge besinnt. Und am wichtigsten ist die Gesundheit. Die steht über allem."

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