Kicker-Bewertung Schlechte Noten für Werder-Keeper Pavlenka

In der aktuellen Ausgabe des „kicker“ wird Jiri Pavlenka in der Rubrik Top-Torhüter nicht aufgeführt. Kapitän Moisander ist anderer Ansicht als die Journalisten des Fußballmagazins.
14.04.2021, 17:11
Lesedauer: 2 Min
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Von Björn Knips

Die Liste ist lang, aber trotzdem nicht lang genug für Jiri Pavlenka. Der Torwart des SV Werder Bremen fehlt in der aktuellen Ausgabe des „kicker“ in der wöchentlichen Rubrik der Top-Torhüter, obwohl die 17 notenbesten Keeper der Saison aufgeführt werden. Gerade im Abstiegskampf braucht Werder aber einen richtig starken Torwart, der Spiele – wie es so schön heißt – fast im Alleingang gewinnt. Das betont auch Kapitän Niklas Moisander, schätzt seinen Teamkollegen allerdings viel höher ein als die Journalisten: „Für mich gehört Jiri zu den Top-Sechs-Torhütern der Bundesliga.“

Seit fast fünf Jahren steht Pavlenka nun schon im Werder-Tor. Am Mittwoch feierte der Tscheche seinen 29. Geburtstag. Er ist also schon ziemlich erfahren, hat Höhen und Tiefen in der Bundesliga erlebt, wird ehrfurchtsvoll „Krake“ genannt, wenn er mal wieder auf der Linie mit starken Reflexen überragend gehalten hat. Strafraumbeherrschung und Spieleröffnung sind dagegen nicht so sein Ding. Und das drückt regelmäßig die Note. Im Schnitt kommt er im „kicker“ nach 28 Spielen auf eine 3,20. Die DeichStube hat ihn ein bisschen besser gesehen, dort liegt sein Notenschnitt bei 3,00. Damit würde er sich im Bundesliga-Vergleich des „kicker“ Platz zwölf mit Kölns Timo Horn teilen.

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Angeführt wird das Ranking von Manuel Neuer (FC Bayern/2,73) vor Rafal Gikiewicz (FC Augsburg/2,82) und Stefan Ortega (Arminia Bielefeld/2,82).
Natürlich handelt es sich dabei um subjektive Bewertungen. In datenbasierten Statistiken sieht es für Pavlenka allerdings kaum besser aus. In der Rubrik „Vereitelte Großchancen“ des Internetportals „Ligainsider“ belegt der Werder-Keeper mit einem Wert von 32,4 Prozent Rang 15 und ist damit ziemlich weit weg von den führenden Ortega (45,3), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt/44,7) und Neuer (43,9). Ähnlich sieht es beim Thema „Weiße Weste“ aus. Mit vier Partien ohne Gegentor steht Pavlenka auf Platz 16. Koen Casteels (VfL Wolfsburg) und Peter Gulacsi (RB Leipzig) haben ihren Kasten 13 Mal sauber gehalten, Ortega und Neuer immerhin sieben Mal. Andererseits: Mit bislang 43 Gegentreffern hat sich Werder in der Defensive im Vergleich zur Vorsaison extrem stabilisiert, liegt bei diesem Wert im Mittelfeld auf Platz zehn – und das ist gewiss auch Pavlenkas Verdienst.

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„Jiri ist gerade jetzt ein sehr wichtiger Spieler für uns“, sagt Moisander über Pavlenka und betont: „Er gibt uns ein gutes Gefühl, wenn er hinter uns steht.“ Doch der Finne will sich damit nicht zufriedengeben, kitzelt seinen Teamkollegen ein bisschen, indem er noch anfügt: „Jiri hat sehr gut gespielt dieses Jahr, aber ich glaube, dass er es noch besser kann. Er hat das Potenzial.“

Das nutzte der Tscheche in dieser Saison allerdings zu selten zu absoluten Top-Leistungen. Nur sechs Mal bekam er vom „kicker“ eine bessere Note als eine Drei – und eine Eins war auch nicht dabei. Von der DeichStube gab es die Eins auch nur ein Mal, beim 4:1-Sieg im Januar gegen Hertha BSC. Da ist im heißen Endspurt der Bundesliga also noch Luft nach oben.

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