Kohfeldt plant eine neue Variante Werder künftig öfter mit Dreierkette

Werder kann während eines Spiels problemlos die Systeme wechseln, alle Spieler sind sehr flexibel. Künftig will Florian Kohfeldt öfter mit einer Dreierkette agieren - eine Folge des Transfersommers.
10.09.2019, 11:29
Lesedauer: 2 Min
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Von Jean-Julien Beer

Das intensive Buhlen um Schalkes Mittelfeldspieler Nabil Bentaleb hatte auf Bremer Seite gute Gründe: Der flexibel einsetzbare Algerier wäre eine Verstärkung auf der Sechser-Position gewesen, weil er diese Rolle gegen den Ball schnell und aggressiv spielt - und bei eigenem Ballbesitz hätte er sich als Zehner nach vorne schieben können, um seine Torgefahr und Kreativität einzubringen. Aus diesem Grund war Werder im Frühsommer ja auch so heiß auf Marko Grujic, konnte sich im Werben um den Liverpooler aber nicht gegen Hertha BSC durchsetzen.

Weil auch der Wechsel von Bentaleb wegen einer kurzfristig angesetzten Knie-Operation scheiterte, muss Florian Kohfeldt nun im Mittelfeld umplanen. Denn die vergangene Saison zeigte: Je nach Gegner ist Nuri Sahin als alleiniger Sechser vor einer Viererkette nicht die ideale Besetzung, weil ihm in bestimmten Momenten das Tempo dafür fehlt.

Hinten mit drei Innenverteidigern

Das bedeutet aber nicht automatisch, dass Maximilian Eggestein ins defensive Mittelfeld wechselt, auch wenn er diese Rolle bei der U21-Europameisterschaft in diesem Sommer sehr gut interpretierte. „Je nach Gegner werden wir Maxi zwar auf der Sechser-Position sehen, er ist dort immer eine Option“, erklärt Werders Trainer, „aber die Dreierkette ist auch eine Option, und dann ist der Sechser davor nicht mehr so gefordert, nach vorne zu verteidigen.“ Wenn in der zentralen Defensive wieder genügend Spieler zur Verfügung stehen, könnte sich die Hintermannschaft anders formieren, lässt Kohfeldt durchblicken: „Wir könnten eine Dreierkette mit drei echten Innenverteidigern aufstellen, wobei man dann auch zwei sehr spielstarke drin hätte, mit beispielsweise Niklas Moisander und Ömer Toprak plus einen klassischen Innenverteidiger in der Mitte.“ Der Vorteil bei dieser Variante: Werder bräuchte nur einen Sechser davor, der Raum um diesem Spieler wäre trotzdem gut abgesichert. „Das könnte man bedenkenlos so spielen“, sagt Kohfeldt, „und dieser Sechser könnte unabhängig vom Gegner dann auch Nuri Sahin sein.“ Auch Neuzugang Michael Lang kann in einer Dreierkette agieren, er bringt diese Erfahrung von seinen bisherigen Stationen mit.

Sahin ist der Gewinner

Für Kohfeldt ist die Dreierkette eine wichtige strategische Option, zumal Sahin für ihn nun so etwas wie der Gewinner der letzten Wochen ist. „Wenn es irgendetwas nur Positives bei uns gibt, dann ist es Nuri“, lobt Kohfeldt mit Blick auf die bisherigen Spiele. In einem Team mit Bentaleb oder Grujic wäre es für Sahin sicher schwieriger geworden, die Saison als Stammspieler fortzuführen und damit auch für eine Verlängerung seines auslaufendes Vertrages zu werben. So aber sind seine Qualitäten als Passgeber und Gestalter aus der Tiefe weiter sehr gefragt. Mit der richtig formierten Defensive soll das Werder wichtige Punkte im Kampf um Europa bringen. Gegen Union Berlin bietet sich diese Variante in der Form am Wochenende aber noch nicht an, dafür fehlen noch zu viele Verteidiger verletzt.

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