Personalentscheidung

Werder macht eine Ausnahme: Toprak soll bleiben

Nach dem Abstieg ist bei Werder Bewegung in der Mannschaft. Aber nicht nur Pavlenka soll auf jeden Fall bleiben - auch Toprak und Werder haben eine gemeinsame Zukunft.
01.08.2021, 14:44
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Werder macht eine Ausnahme: Toprak soll bleiben

Ömer Toprak und Werder Bremen haben wohl eine gemeinsame Zukunft.

Andreas Gumz

Beim SV Werder Bremen gilt in diesem Sommer aus wirtschaftlichen Gründen: Praktisch jeder Spieler steht zum Verkauf. Das gilt zwar auch weiterhin für Ömer Toprak, doch beim Kapitän macht der Klub nun eine Ausnahme, wünscht sich öffentlich die Fortsetzung der Zusammenarbeit. Bislang war das lediglich bei Jiri Pavlenka der Fall gewesen, der Vertrag des Keepers soll verlängert werden. Das ist bei Toprak zwar nicht geplant, eine gemeinsame Zukunft allerdings schon.

„Wir würden uns alle freuen, wenn Ömer bleibt. Das weiß er auch“, sagte Clemens Fritz auf Nachfrage unserer Deichstube – und der Leiter Profi-Fußball lobte den Abwehrchef, der beim 3:2-Sieg gegen Düsseldorf wieder einer der besten Bremer war, ausdrücklich: „Ömer hat durch das Kapitänsamt noch mehr Verantwortung übernommen. Man sieht deutlich, wie er diese Rolle annimmt.“ Allerdings machte Fritz auch eine Einschränkung: „Unsere wirtschaftliche Situation ist nun einmal so, dass wir auch bei ihm abwarten müssen, was alles noch so passiert.“

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Sollten also Angebote für Toprak eintrudeln, wird sich Werder damit zwangsläufig beschäftigen müssen. Aber der Klub will seinen vielleicht wichtigsten Spieler im Kader nicht aktiv auf dem Markt anbieten. Wenngleich der 32-Jährige mit einem geschätzten Jahresgehalt von fast zwei Millionen Euro zu den Topverdienen bei Werder zählt. Solche Summen sind in der 2. Liga die absolute Ausnahme.

Aber in der aktuellen Verfassung ist Toprak auch ein Ausnahmespieler. Er lenkt nicht nur die Abwehr, sondern das ganze Team. Der ehemalige türkische Nationalspieler behält fast immer die Ruhe, haut den Ball auch in brenzligen Situation ganz selten einfach nur weg. Toprak gilt auch als wichtiger Ansprechpartner der jungen Spieler. Die Aufgabe scheint ihm Spaß zu machen. Besonders spektakuläre Siege wie in Düsseldorf könnten Toprak dabei durchaus positiv beeinflussen, glaubt auch Werder-Coach Markus Anfang: „Aber am Ende ist es eine Entscheidung von ihm, ob er sich wohlfühlt und den Wiederaufbau mit den Jungs starten will.“

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Festlegen will sich Toprak da noch nicht. „Natürlich bin ich gerne bei Werder Bremen“, sagte er nach dem Spiel: „Aber es ist einfach eine schwierige Situation für den Verein: sportlich wie wirtschaftlich. Wir wissen, dass wir Geld brauchen. Ich weiß nicht, wie der Kader am Ende der Saison aussehen wird, aber wenn ich zum Training komme, wenn ich zu den Spielen da bin, werde ich alles geben – einfach aus Respekt vor Werder Bremen.“

Weniger Respekt zollten ihm offenbar einige Fortuna-Fans. „Ich habe ein paar dumme Kommentare gehört, die einfach nicht ins Fußballstadion gehören“, berichtete Düsseldorfs Angreifer Rouwen Hennings von Beleidigungen Richtung Toprak während der Partie bei einer Rudelbildung nahe der Tribüne: „Emotionen liebe ich selber, aber das muss halt alles sportlich bleiben. Rivalität ist super – aber alles auf fairer Basis!“

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