Der Poker um den verletzten Angreifer

Baumann: Möglich, dass Rashica bleibt

Nach seiner Länderspielreise, bei der er sich verletzte, befindet sich Milot Rashica derzeit in Quarantäne. Dass er noch viel länger in Bremen bleibt, ist „nicht komplett ausgeschlossen“, sagt Manager Baumann.
06.09.2020, 08:57
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Baumann: Möglich, dass Rashica bleibt
Von Jean-Julien Beer
Baumann: Möglich, dass Rashica bleibt

Milot Rashica würde gerne in der Champions League spielen. Vielleicht muss er darauf aber noch eine Weile warten.

nordphoto

Auch wenn sich Milot Rashica schon seit Freitag wieder in Bremen befindet, konnte er die beiden Testspiele seiner Mannschaft gegen Hannover (2:0) und Rehden (7:0) nicht vor Ort auf Platz 11 verfolgen, sondern nur in seiner Wohnung im Internet. „Es ist so, dass er nach der Rückkehr vom Länderspiel wegen des Coronatests noch keinen Kontakt mit der Mannschaft hat“, erklärt Werders Sportchef Frank Baumann. Erst wenn der Test negativ ausgefallen ist und die Quarantäne nach dem in Italien ausgetragenen Länderspiel zwischen dem Kosovo und Moldau aufgehoben wurde, kann dann auch Trainer Florian Kohfeldt intensiver mit Rashica arbeiten. Denn nach der Knieverletzung des Angreifers aus diesem Länderspiel geht es in der kommenden Woche um die wichtige Frage, wann Rashica wieder belastbar ist – und ob er für die ersten Pflichtspiele der Bremer im Pokal gegen Jena und danach in der Bundesliga gegen Hertha BSC zur Verfügung steht.

Auch wenn sich die Verletzung nach ersten Untersuchungen „nur“ als Verstauchung des Knies herausstellte, ist Vorsicht angebracht. Baumann betont: „Wir konnten ja Entwarnung geben, dass bei den Bändern und Menisken alles in Ordnung ist. Trotzdem müssen wir die nächsten Tage jetzt einfach noch mal abwarten. Dann werden wir Anfang der Woche die ersten Schritte im Reha-Bereich gehen und schauen, wie weit er dann schon belasten kann oder ob er noch mal ein paar Tage braucht.“

„Grundsätzlich erleichtert“

Werders Manager erklärt aber auch, „dass wir jetzt grundsätzlich erleichtert sind, dass keine schwere Verletzung vorliegt“. Schließlich ist Rashica Werders lukrativstes Verkaufs-Objekt, ehrlicherweise ist er sogar der einzige Spieler, für den es interessierte Klubs gibt mit der Aussicht auf eine Ablöse im Bereich von etwa 20 Millionen Euro. Allen voran, wie bekannt, RB Leipzig, der Verein, zu dem Rashica schon seit März unbedingt wechseln möchte, um in der Champions League spielen zu können. Eine schwere Verletzung am Knie aber hätte jeden Wechsel in diesem Sommer nahezu unmöglich gemacht. Ob RB Leipzig die MRT-Aufnahmen schon bei Werder angefordert hat? Baumann schmunzelt bei dieser Nachfrage, dann antwortet er: „Ich glaube, die haben schon ihre Möglichkeiten, an solche Bilder heranzukommen.“

„Wir haben noch lange Zeit“

In diesem schwierigen Poker um Werders torgefährlichsten Angreifer ist die Situation etwas verfahren. Werder möchte einen Ablösebetrag zwischen 20 und 25 Millionen Euro, Leipzig bietet aber noch deutlich unter 20. „Es gibt keinen neuen Stand, den ich kommunizieren kann und möchte“, sagt Baumann dazu. Den Begriff „Endlos-Poker“ lässt er so aber nicht gelten: „Wir haben doch noch so lange Zeit bis zum Transferschluss am 5. Oktober.“

Weil Werder sich wirtschaftlich auch auf das Szenario vorbereitet, dass Rashica noch eine Saison oder mindestens eine Halbserie in Bremen bleibt (der WESER-KURIER berichtete), sieht Baumann die Dinge inzwischen auffallend entspannt: „Ich sage es noch mal: Es ist nach wie vor nicht komplett ausgeschlossen, dass Milot Rashica auch nach dem 5. Oktober noch das Werder-Trikot trägt.“ Alle Bremer Fans und auch die Mitspieler würde das freuen, den Trainer ohnehin. Die Einnahmen in Höhe von 20 Millionen Euro, die Werder eigentlich dringend braucht, müsste der Verein dann aber anders auffangen. Durch einen Kredit, oder durch die Verkäufe mehrerer anderer Stammspieler.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+