Vor dem DFB-Pokalfinale Werder mit Respekt und Selbstvertrauen

Bremen. Für die Werder-Spieler steht fest: Das Finale gegen die Bayern wird ein ganz schweres Spiel, besonders vor Robben und Ribery haben die Profis Hochachtung. Doch sieht Tim Wiese Bremen gut gerüstet. "Das Selbstvertrauen ist zurück", sagt der Werder-Keeper.
13.05.2010, 11:12
Lesedauer: 2 Min
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Von Ben Binkle

Bremen. Mit einer gehörigen Portion Respekt geht Werder Bremen in sein zehntes Pokalfinale am Sonnabend gegen Bayern München. Der neue deutsche Meister beeindruckte zuletzt mit ganz starken Leistung, doch sieht sich Werder für das Spiel gerüstet - auch, wenn die Erinnerungen an das letzte Duell mit dem kommenden Gegner noch sehr frisch und alles andere als erbaulich sind.

Vor knapp vier Monaten waren die Bayern in der Liga zu Gast im Weserstadion und zeigten Werder beim 3:2-Sieg deutlich die Grenzen auf. "Bayern war klar besser, hätte auch deutlich höher gewinnen können", erinnert sich Tim Wiese. Ein Fingerzeig für das Kräfteverhältnis der Nord-Süd-Rivalen ist das Spiel vom Januar aber nicht. "Da waren wir in einer schlechten Phase. Seitdem sind ja einige Monate vergangen, wir spielen jetzt besser", weiß Wiese und schickt hinterher: "Das Selbstvertrauen ist zurückgekehrt".

Dennoch stellt sich die Frage nach der Favoritenrolle. Für Torsten Frings sind es die Bayern, auch Wiese tendiert in diese Richtung, verweist aber auf die Besonderheit eines Endspiels: "In solchen Partien sind die Chancen immer 50:50." Dass es im Duell der beiden besten deutschen Pokalmannschaften ohnehin keinen klaren Favorit gib, wissen auch die Werder-Profis nur zu gut. Per Mertesacker will zwar nicht von einem "Duell auf Augenhöhe" sprechen, verweist aber wie Wiese ebenfalls auf die Leistungssteigerung der letzten Wochen. Und auch aus dem Ex-Bayern Tim Borowski spricht das Selbstvertrauen. Bayern habe zwar einen Lauf, "da klappt zur Zeit vieles - aber auch wir haben tolle und vor allem clevere Spiele abgeliefert."

Favorit hin, Außenseiter her - der Respekt vor Bayern München ist den Bremer Spielern deutlich anzumerken. Allen voran Arjen Robben und Franck Ribery, Bayerns Flügelzange von Weltklasseformat, wird genannt. Ein "echtes Plus" nennt sie Tim Wiese und auch Marko Marin macht sich seine Gedanken, wie das Duo gestoppt werden kann: "Da muss man sich was einfallen lassen." Kapitän Frings hingegen will den Rekordmeister nicht so sehr auf die beiden Topstars reduzieren. "Nicht nur Robben und Ribery machen den Unterschied aus, Bayern ist auf jeder Position doppelt besetzt", sagt Frings. "Das ist ein Vorteil gegenüber Werder."

Wiese: "Ein Finale ist Ansporn genug"

"Die Stärke der Bayern liegt zur Zeit in ihrer Dominanz", weiß Marin. Daher sei es um so wichtiger, selber aktiv zu sein und nicht in Ehrfurcht zu erstarren. Das Bremer Selbstvertrauen vor dem Finale klingt so: "Es gibt keinen Grund, sich zu verstecken", sagt Tim Borowski. Naldo meint: "Die Bayern müssen sich auch vor unseren Spielern fürchten." Immerhin stellt Werder nach den Münchner die zweitbeste Offensive der Bundesliga-Saison.

Die Hoffnung der Werder-Profis auf unkonzentrierte Bayern, die sich schon geistig mit dem Champions-League-Finale eine Woche später gegen Mailand beschäftigen, ist nur sehr vage. Natürlich hofft man etwas auf diesen Effekt, gesteht Per Mertesacker, darauf bauen will Bremens Abwehrchef aber nicht. Torsten Frings, ein echter Kenner der Bayern-Mentalität, warnt seine Teamkollegen: "Die werden einen Teufel tun, sich in Berlin zu schonen." Und auch Finaldebütant Marko Marin ist sich sicher: "Das Triple ist schon was Besonderes und keiner wird sagen: Auf den Pokal verzichte ich."

Für Tim Wiese, den gewohnt selbstbewussten Keeper, ist der Blick auf die Bayern ohnehin Nebensache. Er fordert volle Konzentration auf die eigenen Stärken. Es sei vollkommen unnötig, Motivation daraus zu ziehen, den Münchner das mögliche Triple zu zerstören. "Ein Finale", sagt Wiese, "ist für jeden Spieler schon Ansporn genug." Und die Chance, mit einem Titel aus der guten eine sehr gute Saison zu machen, ist es allemal.

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