Wie Werder das Union-Spiel eingeordnet hat

„Die Zügel sind angezogen und bleiben es auch“

Das jüngste Spiel gegen Union Berlin hatte aus Werder-Sicht viel Unschönes zu bieten gehabt. Nun hat Clemens Fritz, der Leiter Profifußball, erklärt, wie Verein und Mannschaft mit der Niederlage umgehen.
06.01.2021, 17:31
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Von Daniel Cottäus

Direkt nach dem Schlusspfiff wusste er es selbst noch nicht so genau. Da hatte auch Florian Kohfeldt noch keine Idee davon, wie er mit seiner Mannschaft am besten umgehen sollte. Dafür war der Auftritt während der 0:2-Heimniederlage gegen Union Berlin viel zu besonders gewesen – besonders schlecht, wohlgemerkt. „Ich werde mir das Spiel nochmal angucken. Erst dann werden wir entscheiden, wie wir mit der Mannschaft umgehen“, sagte der Trainer. Ob es in den vergangenen Tagen nun Dauer-Donnerwetter oder doch eher aufbauende Worte in der Werder-Kabine gegeben hat, ist nicht überliefert. Fest steht aber: An seinen gewohnten Abläufen hat der Bundesligist in der Woche vor dem schweren Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen (Sonnabend, 15.30 Uhr) nichts verändert. In einer Medienrunde hat Werders „Leiter Profifußball“ Clemens Fritz am Mittwoch erklärt, wie der Verein die herbe Union-Pleite aufgearbeitet hat.

„Es ist nicht so, dass wir großartige Veränderungen vorgenommen haben“, sagte Fritz. Das Spiel sei intern aber natürlich analysiert und die Fehler „klar angesprochen“ worden. Sätze, die sich in dieser oder ähnlicher Form auf jeden anderen Spieltag übertragen lassen – und die zumindest den Schluss nahelegen, dass der Nachgang des Union-Spiels bei Werder nicht allzu weit von „business as usual“ entfernt war. Die Zeiten der Straftrainings oder gestrichener freier Tage gehören im Fußball ohnehin schon lange der Vergangenheit an, weil ihr Nutzen zweifelhaft ist. Werder scheint aber ohnehin vielmehr darauf zu setzen, dass die Spieler den Ernst der Lage auch ohne Sanktionen erkennen – und dass Union ein Ausreißer nach unten war, der sich in vergleichbarer Form nicht wiederholen wird.

„Unsere Mannschaft ist sehr reflektiert, die Jungs beschäftigen sich damit“, sagte Fritz. Eine Reaktion sei nach schwachen Spielen zumeist bereits während der Trainingswoche und dann in der nächsten Partie zu sehen. „Das wünschen wir uns auch jetzt“, sagte Fritz, ehe er den Inhalt dieses Satzes dann doch lieber noch einmal als Forderung formulierte: „Wir erwarten, dass es am Wochenende besser wird.“

In Leverkusen stehen die Bremer ohne Frage vor einer enorm schweren Aufgabe, viel deutlicher könnte die Rollenverteilung in Favorit und Außenseiter kaum sein. Hier der formstarke Tabellendritte, dort die Bremer mit dem Union-Rucksack. In der Vergangenheit hatte Werder oftmals gerade in solchen Situationen plötzlich überzeugt und ein anderes Gesicht gezeigt. „Immer wenn wir in einer Drucksituation waren, haben wir häufiger funktioniert, aber das ist nichts, worauf ich mich verlassen will“, sagte Kohfeldt. Erstmal müssen die Grundlagen, die gegen Union gefehlt hatten, im Bremer Spiel wieder passen. Werden sie, glaubt Fritz, denn „die Zügel sind bei uns angezogen und bleiben es auch“.

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