Werder-Verteidiger endlich richtig fit

Topraks zweiter Anlauf

Ömer Toprak hat kein erstes gutes Jahr bei Werder erlebt. Der Glaube an den Innenverteidiger ist bei den Bremern aber weiterhin groß – der 31-Jährige soll endlich der ersehnte Führungsspieler werden.
15.08.2020, 10:34
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Topraks zweiter Anlauf
Von Malte Bürger
Topraks zweiter Anlauf

Ömer Toprak will bei Werder endlich zeigen, was er kann.

nordphoto

Es ist Zeit für einen neuen Anlauf. Gerade jetzt, wo das erste Jahr herum ist. Am vergangenen Dienstag war es soweit, Ömer Toprak ist nun schon seit zwölf Monaten ein Bremer. Nun sogar richtig, aus der vorherigen Leihe ist durch den Klassenerhalt bekanntlich ein fester Transfer geworden. Insgesamt 6,5 Millionen Euro wechselten den Besitzer, doch erst jetzt – so scheint es – geht das Abenteuer Werder für den ehemaligen Dortmunder so richtig los.

In der vergangenen Saison war Toprak schließlich so etwas wie der personifizierte Pechvogel. Gleich nach seinem Heimdebüt gegen Fortuna Düsseldorf führte der Weg nach einem heftigen Zusammenprall ins Krankenhaus. Nur wenige Tage später zog sich Toprak gegen Hoffenheim einen Muskelfaserriss zu und fiel länger aus. Lediglich zwei weitere Male stand er in der Hinrunde noch auf dem Platz. Im neuen Jahr lief es gesundheitlich etwas besser, ehe Frankfurts Felip Kostic im DFB-Pokal kurz vor der Corona-Pause durch ein übles Foul für einen Anriss des Syndesmosebandes sorgte. Und damit war es das für den Rest der Spielzeit.

Als Stammspieler eingeplant

So richtig zeigen konnte Ömer Toprak also nie, was er kann. Und warum Werder bereit war, derart viel Geld für ihn auszugeben. „Ömer ist geholt worden, um absoluter Stammspieler zu sein“, hatte Trainer Florian Kohfeldt im Vorsommer gesagt. So richtig geklappt hat das aufgrund der vielen Rückschläge nicht. Aber womöglich ist der Plan nur aufgeschoben – zumal mit Niklas Moisander und Milos Veljkovic zwei andere Innenverteidiger momentan verletzt sind. Toprak könnte die Vorbereitung also nutzen, um sich gemeinsam mit Nebenmann Marco Friedl nachhaltig beim Bremer zu empfehlen. Sofern er denn wirklich unbeschadet durch die kommenden Wochen kommt.

Florian Kohfeldt hat jedenfalls große Hoffnungen, dass die Beziehung zwischen Toprak und Werder mit etwas Verspätung doch noch in Schwung kommt. „Ömer hat jetzt vom ersten Tag an einen sehr erfreulichen gesundheitlichen Zustand“, sagt der 37-Jährige. „Er ist in dieser Vorbereitung auf einem ganz anderen körperlichen Level und hat bis jetzt jede Einheit durchgezogen.“ Bis zum ersten Pflichtspiel wird noch ziemlich genau ein Monat ins Land gehen. Zeit, die Toprak für sich nutzen will. Um allen zu zeigen, dass die Zweifel an seiner Person, an seinem Können unberechtigt sind.

Intensiver Austausch

Florian Kohfeldt hätte verständlicherweise überhaupt nichts dagegen. „Meine Wertschätzung für Ömer habe ich immer betont“, sagte der Bremer Trainer. „Er hatte eine unglaublich schwere Situation im letzten Jahr, er war nie im Rhythmus. Lassen wir ihm mal reinkommen, eine gute Vorbereitung spielen. Dann besteht die Möglichkeit, einen Spieler zu sehen, den wir uns alle erhofft haben.“

Das gilt vor allem für Florian Kohfeldt, der bislang fast nur außerhalb des Platzes in den Genuss der Qualitäten von Ömer Toprak kam. „Er ist jemand, mit dem ich mich austausche. Er hat unglaublich viel Erfahrung in der Bundesliga, der Champions League, bei Top-Klubs“, sagt er. Gut möglich, dass Toprak dies demnächst auch in den neuen Mannschaftsrat führt, der noch vom Coach bestimmt wird. Für Werder wäre es aber sicher besser, wenn es vor allem auf dem Platz endlich läuft.

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