Werder-Stürmer Oliver Burke könnte gegen Dortmund zum "Joker" werden

Sein Last-Minute-Tor gegen Stuttgart katapultiert Oliver Burke nicht automatisch in die Startelf gegen Dortmund am kommenden Samstag. Als "Joker" könnte der laufstarke Stürmer aber zum Einsatz kommen.
18.08.2022, 17:48
Lesedauer: 2 Min
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Von Malte Bürger

Oliver Burke wirft so schnell nichts um. Also im übertragenen Sinne. Denn als der SV Werder am vergangenen Dienstag in die neue Trainingswoche startete, da rummste es direkt gewaltig. Der Stürmer war nach einem Luftkampf äußerst unsanft auf den Rasen gekracht, schüttelte sich jedoch nur kurz und machte anschließend unbeirrt weiter. Und zwar so konsequent und zielstrebig, dass Trainer Ole Werner knapp 48 Stunden später angenehm erfreut über die bisherige Arbeit des Schotten sprach.

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„Olli war anzumerken, dass er eine gute Trainingswoche hatte und ihm dieser Treffer sicherlich geholfen hat“, sagte Werders Chefcoach am Donnerstag über die jüngsten Darbietungen seines Angreifers. Mit „dieser Treffer“ hatte Werner natürlich das so wichtige Last-Minute-Tor, das Burke im Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (2:2) erzielt hatte, gemeint. Und dieses sorgte zugleich dafür, dass die Mannschaft im Anschluss eben etwas besser gelaunt ihre Einheiten absolvierte, als wenn es eine Niederlage gegen die Schwaben gegeben hätte.

Dass Ole Werner den 25-Jährigen nach dessen spätem Coup nun automatisch in die Startelf für das Spiel bei Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr) befördert, ist eher unwahrscheinlich. Dafür sind Niclas Füllkrug und Marvin Ducksch bislang dann doch zu prägend für das Bremer Offensivspiel. Aber als Joker, da könnte Burke je nach Spielstand erneut gebraucht werden. Zumal die Formkurve nicht nur aufgrund des jüngsten Treffers nach oben zeigt, wie sein Trainer erklärte. „Ich habe das Gefühl, dass er körperlich in einem anderen Zustand ist als noch zu Beginn“, sagte der 34-Jährige. „Er ist auch klarer in seinen Aktionen. Deshalb ist er eine Option und auf dem richtigen Weg, seinen Stellenwert innerhalb der Mannschaft insofern voranzutreiben, dass mehr und mehr sichtbar wird, welche Qualitäten er hat.“

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Vor allem das Tempo ist es, das Burke gefährlich werden lässt. Entfaltet sich die ganze Explosivität beim Antritt des Briten, haben es gegnerische Spieler schwer, ihm zu folgen – das ist auch im Training immer wieder zu sehen. Dort hapert es allerdings manchmal noch an der Ballmitnahme oder bei den Laufwegen. Auch die sonstigen Automatismen des Wernerschen Systems muss Burke noch weiter verinnerlichen. Bis das endgültig passiert ist, dürfte die Neuverpflichtung also erst einmal Kurzarbeiter bleiben. So wohl auch am kommenden Samstag. „Er hat mit seiner Geschwindigkeit diese eine Qualität, die auch auf Bundesliganiveau ungewöhnlich ist“, attestierte Werner. „Und die kann in gewissen Spielsituationen auch in Dortmund wichtig sein.“ Wenn Werder gute Konter braucht zum Beispiel. Oder wenn wieder einmal ein Rückstand mit aller Kraft wettgemacht werden muss. So wie gegen Stuttgart. Als Werder einfach nicht aufgab. Und Oliver Burke schon gar nicht. Er hat schließlich schon ganz andere Tiefen während seiner Karriere erlebt, als er gar nicht spielte und gefühlte Ewigkeiten nicht traf. Umwerfen lassen hat er sich aber auch davon nie.

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