Bargfrede entscheidet bei Gehaltsverzicht mit

Überraschungsgast am Verhandlungstisch

Eigentlich ist es Sache des Mannschaftsrats, wenn die Werder-Profis beim Vorstand vorstellig werden - und dem gehört Philipp Bargfrede nicht mehr an. Beim Thema Gehaltsverzicht ging es dennoch nicht ohne ihn.
28.03.2020, 13:30
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Überraschungsgast am Verhandlungstisch
Von Malte Bürger
Überraschungsgast am Verhandlungstisch

Philipp Bargfrede ist zwar nicht mehr im Mannschaftsrat, bleibt aber intern trotzdem ein gefragter Mann.

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Es war im vergangenen Sommer, als es eine etwas überraschende Entscheidung gegeben hatte. Philipp Bargfrede, immerhin schon seit dem Jahr 2004 bei Werder und somit aktuell der mit Abstand dienstälteste Profi im Kader, sollte fortan nicht mehr zum Mannschaftsrat gehören. „Im Vier-Augen-Gespräch haben wir uns entschieden, dass wir das so regeln“, sagte Trainer Florian Kohfeldt seinerzeit und begründete den Entschluss mit der Verletzungsmisere Bargfredes. „Wenn du verletzt bist, hast du einen anderen Ablauf als die anderen. Du hast im Alltag nicht immer dieselben Trainingszeiten wie die anderen.“ Kohfeldt hatte aber auch nicht unerwähnt gelassen, dass der Stellenwert des Mittelfeldspielers weiterhin hoch sei. „Bargi ist so erfahren und bedeutend, dass er auch ohne das Mandat jederzeit seine Meinung äußern kann und andere beeinflusst.“ Und genau das hat Bargfrede jetzt getan.

Als es bei den Werder-Profis nämlich unlängst um das Thema Gehaltsverzicht ging, war der 31-Jährige wieder mittendrin. Die Verhandlungen mit Werder-Chef Klaus Filbry erlebte er aus nächster Nähe. „Niklas Moisander und die Jungs aus dem Mannschaftsrat haben mich dazugeholt“, sagte Philipp Bargfrede jetzt. „Ich bin lange im Verein, kenne die Mitarbeiter und weiß, was hier passiert. Deshalb war es sicherlich nicht ganz so verkehrt.“

Kapitän Moisander hatte kurz nach der Einigung bereits erklärt, worauf es der Mannschaft mit diesem Zeichen am meisten ankommt. "Wir wollen unbedingt dem Verein und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in dieser schwierigen Situation helfen“, sagte er. Das klang alles nach einem ziemlichen Selbstläufer, doch ganz so simpel war die ganze Angelegenheit dann wohl doch nicht, wie Philipp Bargfrede erklärte. "Als selbstverständlich würde ich den Gehaltsverzicht nicht bezeichnen", sagte er. "Aber wir Spieler sind uns bewusst, was diese Situation für den Verein bedeutet. Es ist eine sehr gute und positive Geste von uns."

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