Stimmung vor dem Spiel Werder reist selbstbewusst zu den Bayern

Der Blick zurück könnte entmutigen - seit 25 Bundesliga-Spielen hat der SV Werder Bremer die Bayern nicht besiegt. Wie die Stimmung bei Mannschaft und Trainer vor der nächsten Begegnung am Dienstag ist.
07.11.2022, 20:35
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Malte Bürger

Wie eine dunkle Wolke hängt sie seit Jahren über dem SV Werder, die erschreckende Bilanz gegen den FC Bayern. Und sie ist immer bedrückender geworden. Seit nunmehr 25 Bundesliga-Spielen haben die Bremer den Branchenprimus nicht mehr bezwungen und vor allem in München teils heftige Abreibungen kassiert. Doch genau dort sind die Grün-Weißen jetzt gefordert (Dienstag, 20.30 Uhr). Zumindest in der Kabine soll die Vergangenheit aber kein Thema sein. „Ich glaube nicht, dass irgendeiner der Spieler diese Serie kennt und weiß, wie lange sie geht“, erklärte Trainer Ole Werner.

Werders bisheriger Saisonverlauf sorgt immerhin dafür, dass der Blick vieler Fans dieses Mal nicht ganz so verängstigt in Richtung Anpfiff geht. Die Bremer haben vor dem 14. Spieltag als Tabellensiebter bereits 21 Punkte eingesammelt, Spitzenreiter Bayern bringt es auf deren 28. Da hat es schon deutlich größere Diskrepanzen zwischen beiden Vereinen gegeben. Eine nette Ausflugsreise soll der Trip in die Allianz Arena dennoch nicht sein. „Wir sehen das hier nicht als Bonusspiel an“, betonte Clemens Fritz als Leiter Profifußball. „Solche Gedanken dürfen wir gar nicht erst zulassen, denn das würde unsere Leistung nur hemmen.“

Lesen Sie auch

Und wenn Werder beim Abonnement-Meister irgendetwas nicht gebrauchen kann, dann ist es Zurückhaltung. Stattdessen erfordert die Partie, da ist sich Ole Werner sicher, nicht weniger als das Optimum. „Du brauchst einen perfekten Tag und musst hoffen, dass die anderen einen eher schlechten erwischen“, meinte er. „Und dann brauchst du auch immer ein Quäntchen Glück und einen guten Spielverlauf.“ Ziemlich viele Dinge also, die da in einer einzigen Begegnung zusammenkommen müssen. „Es gibt Aufgaben, die sind vermeintlich einfach und es gibt Aufgaben, die sind vermeintlich schwerer. Das Spiel in München ist sicherlich das schwierigste Auswärtsspiel, das man auf dem Papier und auch bei der aktuellen Form der Bayern haben kann“, urteilte Werner.

Lesen Sie auch

Die Zahlen belegen diese Einschätzung. Der Tabellenführer hat mit 41 Toren die mit Abstand meisten aller Bundesligisten erzielt und im Gegenzug lediglich zwölf Treffer hinnehmen müssen. Aus den vergangenen sechs Ligapartien holte die Elf von Coach Julian Nagelsmann 16 Punkte, überzeugte darüber hinaus auch auf internationalem Terrain. Irgendwie werden die Bremer nun probieren müssen, diesen beeindruckenden Lauf zu stoppen. „Für uns ist es wichtig, dass wir mit diesem positiven Gefühl, das wir uns durch die letzten zwei Siege erarbeitet haben, weiterhin antreten“, wünschte sich Clemens Fritz, der als Aktiver selbst einige unliebsame Erfahrungen im Süden des Landes hat machen müssen. „Wir wollen auch bei den Bayern diesen Mut und diesen Glauben an die eigene Leistung unter Beweis stellen. Wir wissen, dass es eine unglaublich gute Mannschaft ist, auf die wir treffen – trotzdem wollen wir bei uns bleiben und unsere Qualitäten auf den Platz bringen.“

Lesen Sie auch

Und so im Idealfall dort zupacken, wo die Bayern es ermöglichen. „Man muss immer vorsichtig dabei sein, wenn man über die beste Mannschaft Deutschlands, eine echte Weltklasse-Mannschaft spricht und etwas als Schwäche bezeichnet“, schilderte Werner. „Ich habe keine gefunden, die ich verraten würde, trotzdem versucht man in einer Ordnung des Gegners natürlich gewisse Räume zu erkennen, die man vielleicht für sich nutzen kann.“ Wie das gelingen soll? „Die Genauigkeit und die Geschwindigkeit muss von höchster Qualität sein“, forderte der 34-Jährige. „Wir wissen aber auch, dass es möglicherweise viele Situation geben wird, in denen man auch mal tiefer steht, als es sonst unsere Art ist.“

Doch eigentlich ist Werner das schon wieder zu viel Kaffeesatzleserei. „Man kann den ganzen Tag herrlich philosophieren, aber am Ende läuft es immer auf eine Sache hinaus: Du musst deine Hausaufgaben machen und dein bestmögliches Spiel bringen.“ Nicht gerade weil, sondern eben auch wenn der Gegner FC Bayern München heißt. Unschöne Erinnerungen hin oder her. „Wir sind ja nicht alleine mit einer schlechten Bilanz gegen die Bayern. Dafür müssen wir uns nicht schämen, das geht den meisten Vereinen in Deutschland so“, meinte Werner. Besonders heftig ist Werders Dürre allerdings schon. Doch vielleicht wird dieses Mal ja alles anders. Im 26. Anlauf. Oder wie es Werner ausdrückte: „Dann versuchen wir es mal. . .“   

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+