Differenzen bei der Ablösesumme

Sargent nach Frankfurt? Die Eintracht gibt Gas

Josh Sargent ist einer der wertvollsten Spieler im Bremer Kader. Kein Wunder, dass er auch ein möglicher Verkaufskandidat ist. Mit Eintracht Frankfurt meldet nun ein Bundesligist Interesse am Stürmer an.
16.06.2021, 21:55
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Von Björn Knips
Sargent nach Frankfurt? Die Eintracht gibt Gas

Von der Weser an den Main: Josh Sargent könnte ein Wechselkandidat bei Werder Bremen sein.

Friso Gentsch / dpa

Die Ansage ist eindeutig: Der SV Werder Bremen muss in diesem Sommer Transfererlöse von mindestens 20 Millionen Euro erzielen – allein bis zum Ende des Monats will der künftige Zweitligist 9,4 Millionen Euro eingenommen haben. Doch passiert ist bislang nichts. Das kann sich aber bald ändern. Eintracht Frankfurt bemüht sich nach Informationen der Deichstube intensiv um die Dienste des US-Amerikaners Josh Sargent, hat auch schon Kontakt zu Werder aufgenommen. Eine Einigung gibt es aber noch nicht. Auch der VfB Stuttgart soll weiterhin an einer Verpflichtung des Stürmers interessiert sein, genauso wie einige englische Clubs – Borussia Mönchengladbach dagegen nicht mehr. 

Keine Frage: Sargent ist Werders heißestes Eisen im Transferfeuer, das allerdings wegen der Corona-Pandemie und der EM nicht gerade lodert, sondern nur ein bisschen vor sich hin flackert. Viele Vereine warten noch ab, wollen lieber erst verkaufen, bevor sie selbst auf Shopping-Tour gehen. Doch das Beispiel Suat Serdar zeigt, dass es auch anders geht. Hertha BSC hat sich in dieser Woche den Mittelfeldspieler vom FC Schalke 04 geschnappt – für eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro. Der Deal ist auch aus Werder-Sicht nicht uninteressant. Beide Spieler sind nämlich durchaus vergleichbar. Okay, Serdar ist mit 24 drei Jahre älter als Sargent und hat auch etwas mehr Bundesligaspiele absolviert (116 zu 70). Aber beide waren in der vergangenen Saison Stammspieler in ihren Clubs. Serdars Vertrag wäre in einem Jahr ausgelaufen, bei Sargent könnte es ähnlich sein. Daraus macht Werder ein großes Geheimnis. Das Internetportal transfermarkt.de schätzt den aktuellen Wert der Spieler auf neun Millionen (Serdar) beziehungsweise acht Millionen Euro (Sargent). 

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Werders Erwartungen an einen Sargent-Verkauf gehen aber über diesen Betrag noch hinaus. Einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag wollen die Bremer kassieren. Dem Vernehmen nach soll Eintracht Frankfurt allerdings nur bereit sein, fünf Millionen Euro zu zahlen. Die Differenz ist also nicht gerade gering, aber auch durch einen Kompromiss nicht unüberwindbar.

„Wir wollen keinen Spieler unter Wert verkaufen“, hat Sportchef Frank Baumann in der Vergangenheit stets betont. Doch der Ex-Profi steht auch gewaltig unter Druck, soll Einnahmen generieren und zudem das Gehaltsbudget in den Griff bekommen. Die Spieler müssen nach dem Abstieg zwar auf 40 bis 60 Prozent ihrer Gehälter verzichten, verdienen damit für Zweitliga-Verhältnisse aber immer noch sehr gut. Das gilt auch für Sargent.

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Der US-Amerikaner fühlt sich in Bremen eigentlich sehr wohl, ist Werder dankbar, hier den Schritt in den Profi-Fußball geschafft zu haben. Im Januar 2018 war er aus den USA von St. Louis Scott Gallagher Missouri an die Weser gewechselt. Viele Clubs in Europa wollten ihn damals haben, Werder machte das Rennen, baute das Talent über die U23 behutsam auf. Mit 21 Jahren ist Sargent nun ein vollwertiger Bundesligaspieler. In der vergangenen Saison stand er in 32 von 34 Partien auf dem Platz – davon 30 Mal in der Startelf. Ein Knipser war er dabei aber nicht, erzielte nur fünf Treffer, bereitete auch lediglich zwei Tore vor. Allerdings musste er unter Trainer Florian Kohfeldt auch viel Laufarbeit nach hinten verrichten, er war extrem wichtig als quasi erster Verteidiger, wurde dadurch viel robuster. Darunter litt jedoch seine Torgefahr, die er durchaus besitzt. Für die USA hat er zum Beispiel in 16 Partien fünf Tore erzielte, in der U17 waren es sogar 30 Treffer in 48 Spielen.

Sargent ist durchaus ein Stürmer, der noch einmal einen großen Sprung machen kann und vor allem auch möchte. Über seine Berater hat er Werder längst mitgeteilt, dass er gerne erstklassig bleiben und deshalb wechseln will. Als Europa-League-Teilnehmer ist Frankfurt für Sargent natürlich eine gute Chance, sich zu beweisen. Nach dem Gewinn der Nations League mit den USA darf der 21-Jährige noch länger Urlaub machen. Es ist eher unwahrscheinlich, dass er danach noch mal nach Bremen zurückkehren wird – zumindest nicht, um für Werder in der 2. Liga zu spielen.    

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