Co-Trainer Werder setzt auch in der Bundesliga auf Cichons scharfes Auge

Seit einem Jahr ist der 46-jährige Tom Cichon nun in Doppelfunktion für Werder Bremen tätig. Für Clemens Fritz ist seine Arbeit von großer Bedeutung.
27.05.2022, 13:40
Lesedauer: 2 Min
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Von Daniel Cottäus

Seine Arbeit findet zu weiten Teilen im Hintergrund statt, abseits des großen Rampenlichts, und entsprechend selten taucht sein Name auf, wenn es in der Öffentlichkeit um die Verdienste rund um Werder Bremens Aufstieg in die Bundesliga geht: Tom Cichon.

Seit einem Jahr ist der 46-Jährige nun in Doppelfunktion für den Verein tätig – als Co-Trainer und Analyst. Auch in der ersten Liga wird sich daran nichts ändern – weil Werder äußerst zufrieden mit Cichons Arbeit ist. „Tom hat einen top-professionellen Job gemacht. Seine Rolle wird in der neuen Saison gleich bleiben“, sagt Clemens Fritz als Leiter Profifußball und Scouting im Gespräch mit unserer Deichstube – und erklärt, was Cichon für den Verein so wertvoll macht.

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„Tom ist bei uns das Bindeglied zwischen Trainerteam und Scouting-Abteilung“, sagt Fritz. In der Praxis sah das in der vergangenen Zweitliga-Saison wie folgt aus. Im Stab der Cheftrainer Markus Anfang – bis zu dessen Rücktritt im November – und danach Ole Werner war Cichon federführend für die Gegneranalyse zuständig. Gemeinsam mit Analyst Sören Quittkat, der im Sommer 2020 vom Hamburger SV nach Bremen gekommen war, sah er sich den jeweils kommenden Gegner an – wenn möglich mehrmals und vor Ort im Stadion. Da Cichon bei seinen vorherigen Stationen in Darmstadt, Köln und Kiel unter anderem in ähnlicher Funktion gearbeitet hatte, verfügt er über ein umfassendes Bild der 2. Bundesliga. „Er hat eine hohe Expertise in der Gegneranalyse – vor allem für die zweite Liga, weil er sie seit Jahren gut kennt“, lobt Fritz, dessen Scouting-Abteilung direkt von Cichons Einblicken profitiert. So dürfte der eine oder andere Hinweis vom Analyst an Fritz’ Team gegangen sein. Auch andersherum funktionierte die Zusammenarbeit.

In der Regel läuft es bei Werder so ab, dass die Scouting-Abteilung um Fritz und Chefscout Sebastian Hartung Berichte über Spieler erarbeitet, die die von Cheftrainer Ole Werner zuvor erstellten Positionsprofile erfüllen. Diese Berichte gehen dann zurück an den Coach – und an Tom Cichon, auf dessen Einschätzung großer Wert gelegt wird. Als Schnittstelle zum Trainerteam habe Cichon „häufig den ersten Blick drauf“, hatte Werner unlängst erklärt.

Bei seiner Vorstellung im vergangenen Sommer, während des Trainingslagers im Zillertal, hatte sich Cichon selbst als „Tribünenadler“ beschrieben, um damit bildlich zu erklären, dass er während der Spiele oben in den Rängen sitzt – für den besseren Gesamtüberblick. Via Headset gibt er seine Eindrücke seitdem an die Trainerbank weiter. Und offenbar ist Cichons Auge nicht nur in dieser Hinsicht scharf. „Er ist sehr aufmerksam, ihm fällt viel auf“, sagt Fritz ganz grundsätzlich über den Analyst, der sich nun, nach dem Bundesliga-Aufstieg, als ausgewiesener Zweitliga-Fachmann an neues sportliches Terrain gewöhnen muss.

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Dass Cichon mit neuen Situationen umgehen kann, hat er erst in der abgelaufenen Saison bewiesen. Gemeinsam mit seinen langjährigen Weggefährten Markus Anfang und Florian Junge war er als neues Trainergespann nach Bremen gekommen, um nach dem Impfpass-Skandal der beiden Mitstreiter plötzlich der letzte verbliebene des Trios zu sein. „Das war für ihn keine leichte Zeit“, erinnert sich Fritz – und lobt Cichons Umgang damit: „Er hat sich in dieser Phase gut eingebracht und Ole Werner sehr unterstützt.“ Überlegungen, sich auch von Cichons zu trennen, habe es bei Werder nie gegeben. „Warum auch?“, fragt Fritz. „Es waren ja damals Vorkommnisse, die er nicht zu verantworten hatte.“

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