1:0 durch Kapitän Moisander

Werder siegt in Düsseldorf

Werder kann doch noch gewinnen. Mit 1:0 siegen die Bremer im Kellerduell bei Fortuna Düsseldorf. Das entscheidende Tor erzielte Kapitän Niklas Moisander. Es ist der erste Sieg nach zuvor vier Niederlagen.
19.01.2020, 08:27
Lesedauer: 4 Min
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Werder siegt in Düsseldorf
Von Christoph Sonnenberg
Werder siegt in Düsseldorf

Kapitän Niklas Moisander erzielte den Treffer zum 1:0.

nordphoto/Mauelshagen

Die Bremer Negativ-Serie ist beendet, Werder gewinnt zum Auftakt der Rückrunde mit 1:0 (0:0) bei Fortuna Düsseldorf. Kapitän Niklas Moisander erzielt in der 67. Minute den entscheidenden Treffer in einer vom Kampf geprägten Partie. Für Werder ist es der erste Sieg nach zuvor vier Niederlagen am Stück. Den letzten Bremer Dreier gab es beim 3:2 in Wolfsburg am 13. Spieltag.

Das große Rätsel vor dem Spiel war die Fußverletzung des Trainers. Drei Tage konnte Kohfeldt die Einheiten nicht leiten, die Besprechung des Machtplans für die Partie in Düsseldorf musste in sein Wohnzimmer verlegt werden. „Florian kann nicht auftreten und hat Bettruhe verordnet bekommen„, sagte Frank Baumann, ohne die Verletzung genau zu benennen. Werder machte ganz offensichtlich ein Geheimnis aus der Verletzung. Vor dem Spiel brachte Kohfeldt bei „Sky“ ein wenig Licht ins Dunkel: „Es ist eine Entzündung im Fuß. Eine kleine Wunde, die gut versorgt ist, nichts Dramatisches.„ Wie er sich diese Wunde zugezogen hat, wollte er nicht verraten: „Das ist Privatsache.“

Die Mannschaftsbesprechung am Freitagabend im Düsseldorfer Hotel leitete Kohfeldt. Und er hatte eine Überraschung parat: Nuri Sahin stellte er in die Startelf, Yuya Osako saß nur auf der Bank. Erwartungsgemäß durfte Zugang Kevin Vogt sofort ran, auch wenn er nur vier Trainingseinheiten mit den neuen Kollegen zum Einspielen hatte. Von dem aus Hoffenheim bis Saisonende ausgeliehenen Vogt erwartet sich Werder wichtige Impulse für die schwere Rückrunde, wie Baumann sagt: „Kevin trägt das Selbstvertrauen in sich. Er hilft der Mannschaft, mit einem anderen Gesicht aufzutreten."

Die Vorzeichen der Partie aus Bremer Sicht bedrückend. Nur 14 Punkte aus der Hinrunde, eine historische schlechte Bilanz. Keins der 17 Spiele beendete Werder ohne Gegentreffer, 41 Gegentore waren es insgesamt, auch diese Zahl die schlechteste der Klubgeschichte. Die letzten vier Partien gingen allesamt verloren. Selbstvertrauen lässt sich daraus nicht ziehen.

Das, was die Bremer dann zu Beginn des Spiels zeigten, sah anders aus. Kontrollierter Spielaufbau, gute Raumaufteilung, in den ersten Minuten dominierte Werder das Spiel. Die erste richtige Chance aber hatte Düsseldorf. Nach Flanke von rechts kam Morales in der 11. Minute im Strafraum frei zum Kopfball, weil Moisander nur daneben stand. Doch der Ball verfehlte den linken Pfosten des Bremer Tors.

Die Fortuna kam jetzt besser ins Spiel, und Werder nach 15 Minuten zur ersten Gelegenheit. Klaassen sechs Meter vor dem Tor mit feiner Ballbehandlung, sein Schuss aus der Drehung konnte Torhüter Kastenmeier halten. Sargents Nachschuss von der Strafraumgrenze wurde abgeblockt. Zwei Minuten später versucht es Rashica aus der Distanz, verfehlte das Tor jedoch knapp.

Werder hatte weiterhin mehr vom Spiel, über 60 Prozent Ballbesitz in dieser Phase. Düsseldorf kämpfte sich aber immer besser ins Spiel und und brachte den Ball häufig mit langen Bällen ins Sturmzentrum.

Mitte der ersten Hälfte verflachte das Spiel und wurde zu dem, was es aufgrund der Tabellenplätze 16 und 17 eben war, ein Kellerduell. Es waren die Düsseldorfer, die nach 30 Minuten die nächsten beiden guten Szenen hatten. Zunächst war es erneut Morales, der aus 18 Metern aus halblinker Postion auf das Bremer Tor schoss, Pavlenka wehrte den Ball mit der Hand zur Ecke. Kurz darauf war es Hennings, der ebenfalls aus der zweiten Reihe volley abzog, und erneut war Pavlenka zur Stelle und klärte per Faustabwehr.

Die Gastgeber übernahmen jetzt mehr und mehr die Initiative, Werder wurde verstärkt in die Defensive gedrängt. Entlastungsangriffe gab es kaum noch, Ballverluste oder verlorene Zweikämpfe im Spielaufbau dagegen häufiger. Und es fiel mal wieder auf, wie leicht sich die Bremer von einem körperlich robusten Gegner den Schneid abkaufen lassen. Sie ließen sich leicht zur Seite drängen, hielten nicht richtig dagegen in den Zweikämpfen.

Im zweiten Durchgang begann hatte Düsseldorf die erste gefährliche Szene. Eine Flanke von rechts verpasste Kownacki mit Kopf ganz knapp, dafür erwischte er Toprak. Nach kurzer Behandlung konnten beide weiterspielen.

In der 54. Minute kam Werder zur bisher besten Chance. Nach Flanke durch Klaassen von rechts, zirkelte Rashica den Ball per Kopf in die rechte untere Torecke, Kastenmeier wehrte ihn gerade so ab. Drei Minuten späten war es erneut Rashica, der an der Strafraumkante zwei Düsseldorf stehen ließ, dann aber knapp am linken Pfosten vorbei schoss.

Die Partie bleib auf bescheidenem Niveau ohne allzu viele Chancen. Aber dann nutze Werder eine zur Führung, die gar nicht so groß erschien. Rashica schnibbelte einen Freistoß hinten den langen Pfosten, wo Moisander lauerte. Sein Kopfball, fast von der Grundlinie, bekam Torwart Kastenmeier an den rechten Arm, von dort flog er ins Netz. 1:0 in der 67. Minute, ein Treffer, der ein wenig überraschend zustande kam.

Das Tor war der Startschuss zu einer hitzigen Schlussphase. Nach einem Foul sah Marco Friedl zunächst die Gelbe Karte. Beim anschließenden Gerangel holte sich auch Kapitän Moisander und Düsseldorfs Stöger eine Verwarnung ab. Aus Bremer Sicht war die Szene ein Signal, dass sich Werder nun deutlich mehr wehrte und körperlich besser dagegen hielt.

Nach der Führung wurde Werder immer stärker in die defensive gedrückt. Düsseldorf warf alles nach vorne, ohne sich dabei zwingende Torchancen zu erspielen.

In den letzten Sekunden kam es zu einem Zusammenprall zwischen Bodzek und Jiri Pavlenka. Beim Herauslaufen des Torhüters ging der Düsseldorfer sehr rüde in den Zweikampf. Pavlenka verletzte sich. Auch Vogt, wurde in der Aktion verletzt und musste anschließen mit einer Trage vom Platz gebracht werde. Moisander sah nach einer folgenden Rangelei noch die Gelb-Rote Karte und fehlt damit kommende Woche gegen Hoffenheim.

Am Ende bleib es beim 1:0 der Bremer. Ein glücklicher Sieg, aber das wird Werder egal sein.

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