So sieht es bei Werders Konkurrenten aus

Die Suche nach den Rettungsankern

Und wieder einmal muss Werder in der Tabelle nach unten schauen. Aber wie genau ist die Lage bei den Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt? Und was geht andernorts auf dem Transfermarkt? Ein Überblick.
06.01.2021, 14:12
Lesedauer: 3 Min
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Von Björn Knips

Spätestens seit dem 0:2 gegen Union Berlin ist wohl jedem klar: Für Werder geht es in dieser Saison nur um den Klassenerhalt. Böse Zungen behaupten sogar, die Grün-Weißen - nach 14 Spielen mit 14 Punkten Tabellen-14. - würden am Ende drin bleiben, nicht weil sie gut sind, sondern weil sich drei andere Teams noch schlechter präsentieren. In der Tabelle sind das gerade sogar vier: der 1. FC Köln, Arminia Bielefeld, der FSV Mainz 05 und der FC Schalke 04. Aber bleiben drei davon auch hinter Werder? Wie ist die aktuelle Situation bei den gefährdeten Klubs, was planen sie in der laufenden Transferperiode? Ein Überblick:

1. FC Köln (Platz 15, elf Punkte)

18 Spiele lang hatte der 1. FC Köln saisonübergreifend nicht gewonnen, ehe Ende November ein Sieg gelang. Trainer Markus Gisdol durfte aufatmen und weitermachen. Doch das große Zittern um den Ligaverbleib ist geblieben. In der Domstadt herrscht die Meinung vor, dass der Kader zu schwach für die Bundesliga ist – gerade in der Offensive. Neuzugang Sebastian Andersson wird mit Knieproblemen noch wochenlang ausfallen. Und Anthony Modeste liefert nicht mehr ab. Die Rufe nach einem neuen Knipser sind nicht zu überhören, doch da geht es dem FC wie Werder Bremen: Es fehlt das Geld. Sportchef Horst Heldt darf erst einen Spieler holen, wenn er einen anderen verkauft hat. Die nächsten Gegner: Freiburg (9.), Hertha (12.), Schalke (18.).

Arminia Bielefeld (Platz 16, zehn Punkte)

Der Aufsteiger galt als sicherer Absteiger – und dürfte eigentlich mit dem Relegationsplatz zufrieden sein. Ist er aber nicht. Denn nach nur neun Toren in 14 Spielen wissen die Ostwestfalen: So offensivschwach wird es direkt zurück in Liga zwei gehen. Ein Stürmer soll deshalb verpflichtet werden – weitere Verstärkungen nicht ausgeschlossen. „Es wird Bewegung in den Kader kommen“, kündigte Sportchef Samir Arabi bereits an. Für ihn gilt allerdings auch: erst abgeben, dann holen. Trainer Uwe Neuhaus, der fest im Sattel sitzt, muss sich gedulden. Die nächsten Gegner: Hertha (12.), Hoffenheim (13.) und Stuttgart (11.).

FSV Mainz 05 (Platz 17, sechs Punkte)

Die Hoffnung trägt einen Namen: Christian Heidel. Der Ex-Manager soll nach dem freiwilligen Rückzug von Rouven Schröder die Rheinhessen vor dem Absturz bewahren. Doch der 57-Jährige wollte das nicht allein machen, holte sich Martin Schmidt an seine Seite – und machte dabei aus einem Trainer einen Sportdirektor. Ein interessantes Experiment. Das gilt auch für den neuen Coach. Bo Svensson ist nach Achim Beierlorzer und Jan-Moritz Lichte bereits der dritte Mainzer Übungsleiter in dieser Saison und hat nur als Spieler Bundesliga-Erfahrung. Als Trainer arbeitete der 41-jährige Däne bislang nur in der Jugend der Rheinhessen und zuletzt beim österreichischen Zweitligisten FC Liefering. Eigentlich ist der Kader gut besetzt, besitzt allerdings die eine oder andere Ich-AG zu viel. Transfers in beide Richtungen sind wahrscheinlich. Die nächsten Gegner: Frankfurt (8.), Dortmund (4.), Wolfsburg (6.).

FC Schalke 04 (Platz 18, vier Punkte)

Wenn Trainerwechsel verpuffen... Christian Gross konnte die Sieglosigkeit im ersten Spiel unter seiner Regie ebenso wenig beenden wie zuvor Manuel Baum, der David Wagner abgelöst hatte. Der Traditionsverein steht mit einem Bein in der Zweiten Liga. Doch Groß hat ja auch gerade erst angefangen und durfte zum Beispiel Rückkehrer Sead Kolasinac noch gar nicht einsetzen. Weitere neue Spieler könnten folgen, weil Ex-Boss Clemens Tönnies seinen Geldspeicher öffnen will. Fraglich jedoch, ob der Klub das Angebot annimmt. Die nächsten Gegner: Hoffenheim (13.), Frankfurt (8.), Köln (15.).

Fazit

Der SV Werder Bremen wird den 1. FC Köln und Arminia Bielefeld nicht locker hinter sich lassen, muss sich vor ihnen aber auch nicht fürchten. Spannender wird, ob die Veränderungen beim FSV Mainz 05 und auf Schalke fruchten. Beide Teams haben eine höhere Qualität in ihren Kadern, als es der Tabellenplatz aussagt – und sie werden vermutlich noch nachlegen. Niemand sollte Schalke und Mainz also schon abschreiben.

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