Besonderes Dankeschön Werder spendiert "Kurvenhelden" Fanfest beim Pizarro-Abschied 

Es war eine Veranstaltung für einen ganz ausgewählten Kreis: die sogenannten „Kurvenhelden“. Bei ihnen wollte sich Werder noch einmal in einem ganz besonderen Rahmen bedanken.
25.09.2022, 09:38
Lesedauer: 2 Min
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Von mbü

Die Schlange wuchs und wuchs bereits, als das Abschiedsspiel von Claudio Pizarro noch stundenlang entfernt war. Und trotzdem waren etliche Fans des SV Werder Bremen schon am Mittag am Weserstadion erschienen – denn auf sie wartete eine ganz besondere Aktion. Im benachbarten Stadionbad war ein grün-weißes Fanfest organisiert worden, mit Bühnenprogramm und kleiner Talkrunde. Es war eine Veranstaltung für einen ganz ausgewählten Kreis: die sogenannten „Kurvenhelden“. Bei ihnen wollte sich Werder noch einmal in einem ganz besonderen Rahmen bedanken.

„Wir haben eine scheiß harte Zeit hinter uns“, wählte Club-Chef Klaus Filbry dann auch drastische Worte, als er gemeinsam mit Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald und Sportchef Frank Baumann zu den geladenen Gästen sprach. „Ihr alle habt während der Pandemie, als wir keine Zuschauer im Stadion haben konnten, zu uns gehalten und uns geholfen. Ich sage von tiefstem Herzen Danke für die Unterstützung in einer der schwierigsten Zeiten von Werder Bremen.“ Eben jene „Kurvenhelden“ waren es, die 2020 trotz des ausbleibenden Stadionbesuchs auf eine Rückerstattung der Kosten für ihre Dauerkartentickets verzichteten. Werder hatte seinerzeit für solch einen Schritt geworben, laut früherer Aussagen von Hess-Grunewald ging es bei 25.000 Dauerkarteninhabern um eine Gesamtsumme in Höhe von etwa acht Millionen Euro. Die finanziell angeschlagenen Bremer hatten damals für die Aktion viel Kritik geerntet  - weil der Club den Fans im Gegenzug zunächst einen Aufnäher, einen Sechserträger Bier, einen Stadionbecher sowie eine Party im Weserstadion versprach. Das gefiel vielen Anhängern überhaupt nicht, sie empfanden die „Geschenke“ bei Ausgaben im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich als viel zu niedrig.

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"Ein dickes Dankeschön an Euch"

Nun legte Werder mit Verzögerung nach. Lud letztlich knapp 4000 Menschen zum Fanfest ein, die Eintrittskarte für das Abschiedsspiel wurde ebenfalls spendiert. Eine Begleitperson konnte zudem für den ermäßigten Preis von 35 Euro mitgenommen werden. Im Stadionbad gab es obendrauf noch einen Pizarro-Schal für jeden Besucher sowie Verzehrgutscheine. Und emotionale Worte von Hubertus Hess-Grunewald. „Schwierige Zeit ist eine sehr vorsichtige Umschreibung für das, was hinter uns liegt“, betonte er. „Wir haben tatsächlich um die Existenz von Werder Bremen gekämpft. Wir alle haben Einschnitte gemacht – aber ohne eure Unterstützung und euer Herzblut wäre das nicht möglich gewesen.“ Und Frank Baumann ergänzte: „Der Verzicht der ,Kurvenhelden' auf die Rückerstattung war enorm wichtig – und überhaupt nicht selbstverständlich. Deshalb ein dickes Dankeschön an euch alle.“

Garniert wurde der Nachmittag von einem Live-Auftritt der Band „Afterburner“, die kraftvoll ihre Werder-Songs spielte. Aber am lautesten wurde es natürlich, als dann Claudio Pizarro höchstpersönlich neben Ex-Trainer Thomas Schaaf und den früheren Mitspielern Sebastian Boenisch und Zlatko Junuzovic für eine Gesprächsrunde die Bühne betrat. Intensive Sprechchöre empfingen den Peruaner, der schenkte den Fans sein unwiderstehliches Lächeln. Und er schwärmte: „Ich liebe diese Stadt. Zwei meiner Kinder sind hier geboren worden, die Menschen sind toll. Ich komme immer gern wieder zurück.“ Nicht nur, aber auch wegen der "Kurvenhelden".

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