Werder-Sportchef Gehen oder bleiben? Baumann macht Andeutungen, was er will

Im Sommer läuft der Vertrag von Werder-Sportchef Frank Baumann aus. Über Baumanns berufliche Zukunft wird bereits seit Monaten spekuliert. Jetzt macht er Andeutungen dazu.
17.01.2022, 14:43
Lesedauer: 3 Min
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Von Malte Bürger

Es ist eine der großen Fragen beim SV Werder Bremen: Wie geht es mit Sportchef Frank Baumann weiter? Der Vertrag des 46-Jährigen läuft im Sommer aus, seit Monaten wird darüber spekuliert, ob am Saisonende ein Abschied ansteht. Und Frank Baumann verzichtet auch weiterhin darauf, für klare Verhältnisse zu sorgen. Einige Aussagen in einem Interview mit dem "kicker" deuten zwar durchaus darauf hin, dass er schon gerne weitermachen würde, aber gleichzeitig behauptet der Ex-Profi, noch keine endgültige Entscheidung getroffen zu haben.

„Das ist schon ein längerer Prozess. Es ist nicht so, dass man einmal spazieren geht und danach für sich klar ist“, sagte Baumann. Auch müsse geklärt werden, ob der Verein überhaupt mit ihm weiterarbeiten wolle, man sich auf eine „inhaltliche und strategische Ausrichtung verständigen“ könne.

An diesem Punkt kommt Werders neuer Aufsichtsrat ins Spiel, der im vergangenen Oktober seine Arbeit aufgenommen hat und nun unter anderem für den Vertrag mit dem Sportchef zuständig ist. Kürzlich hatte Aufsichtsratsmitglied Dirk Wintermann im Interview mit unserer Deichstube betont, dass es noch keine klare Tendenz in dieser Personalie gebe und das Gremium auf alle Szenarien vorbereitet sei. Für eine mögliche Suche nach einem Baumann-Nachfolger habe sich das Gremium bereits externe Hilfe gesichert. Doch vor einer endgültigen Entscheidung des Aufsichtsrats soll erst mal Baumann ausführlich angehört werden.

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Der Sportchef erwartet einen Austausch „wie in einem normalen Mitarbeitergespräch“, um die Situation zu bewerten: „Darüber, was ist, was war – und vor allem noch kommen soll. Man kann davon ausgehen, dass dazu mehrere Gespräche geführt werden, bis die Entscheidung fällt.“ Von Amtsmüdigkeit könne bei ihm nach fünfeinhalb Jahre keine Rede sein. "Ich bin weiterhin sehr ehrgeizig", betonte Baumann. Nun war der Ehrenspielführer noch nie jemand, der groß Werbung in eigener Sache macht oder eine Aufbruchstimmung erzeugen kann. Doch für seine Verhältnisse klang die Antwort auf die Frage nach seinem Antrieb schon kämpferisch und kann durchaus als Fingerzeig gewertet werden: "Wir wollen stärker zurückkommen. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass jede Krise auch eine Chance bedeutet."

Als Beispiel nannte er die finanzielle Situation. "Man kann sich jetzt gegenseitig bemitleiden, dass wir nicht mehr so große Möglichkeiten haben. Aber durch den Abstieg und die Vertragsgestaltung konnten wir unser Gehaltsgefüge deutlich herunterfahren. Je länger die Pandemie andauert, desto mehr Clubs werden Probleme bekommen, weil gut dotierte Verträge häufig über vier, fünf Jahre laufen und die Ausgaben den verminderten Einnahmen nicht so schnell angepasst werden können." Baumann hatte in den Verträgen mit den Profis verankert, dass die Gehälter nach einem Abstieg zwischen 40 bis 60 Prozent sinken. Bei Mitabsteiger FC Schalke 04 war das übrigens nicht der Fall.

Im Mai endet die laufende Saison, was auf den ersten Blick relativ weit entfernt klingt. Werders sportliche Zukunft und Ligazugehörigkeit sind aktuell völlig unklar, da täte zumindest auf dem so wichtigen Posten des Geschäftsführer Sport eine frühzeitige Planungssicherheit gut. Die Bremer Verantwortlichen verzichten trotzdem darauf, sich einem zusätzlichen zeitlichen Druck auszusetzen. „Wir haben uns nie festgelegt und werden das auch weiterhin nicht tun“, betonte Frank Baumann. „Ich will Ende Januar nicht als Deadline setzen.“

Obwohl also noch nicht genau feststeht, wie es für den amtierenden Sportchef beruflich weitergeht, so weiß dieser doch schon ganz genau, wie die Zeit nach seiner täglichen Arbeit am Osterdeich aussehen soll. „Was ich ausschließen kann, ist, dass ich direkt von Werder zu einem anderen Club wechseln werde“, erklärte der 46-Jährige und kündigte an: „Zunächst werde ich eine Auszeit von mindestens einem Jahr einlegen, ähnlich wie ich das nach meinem Profi-Karriereende und im Jahr 2015 bereits gemacht habe."

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